:, -^^^ >*> •' r-^ r-'-^t t>-^'^ -.^^ :^ -:5,i. THE UNIVERSITY OF ILLINOIS LIBRARY 58a 5 OS V.43 cfcr j The person charging this material is re- sponsible for its return on or before the Lotest Date stamped below. Theff, mutilation, and underlining of books are reosons for disciplinary action and may result in dismissal from the University. University of Illinois Library APR J6 970 L161— O-1096 ÖSTERREICHISCHE BOTANISCHE ZEITSCHRIFT. REDIGIRT UND HERAUSGEGEBEN VON D^ RICHARD R. v. WETTSTEIN PROFESSOR AN DER K. K. UNIVERSITÄT IN WIEN. XLIX. JAHRGANG. MIT U TEXTILLUSTRATIONEN (42 EINZELFIGUREN) UND 7 TAFELN. VERLAG UND DEUCK VON CARL GEROLD'S SOHN. 1899. OS V, yrum, Campanula, Galiimi, Ononis ausgesprochenen Saison -Dimorphismus nachzuweisen. Die fort- gesetzten Beobachtungen und Culturen lassen den Vortragenden auch heute noch seine der Erscheinung gegebene Erklärung als die zu- treffende erscheinen. Ferner besprach der Vortragende eine Reihe von Fällen, in welchen heute noch neben den saisondiraorphen Formen die nichtgegliederte Form sich findet, Fälle, die natürlich in theoretischer Hinsicht von besonderem Interesse sind, endlich E'älle von sogenanntem Pseudo-Saison-Dimorphismus. — Herr C. A. Fuchs berichtete hierauf über eine von ihm im botanischen In- stitut der deutschen Universität ausgeführte, vergleichend-anatomische Arbeit über Gytisus Ädami. (Vgl. diese Nummer S. 74.) Iß Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Herbarium normale, conditum a F. Schultz nunc editura per J. Dörfler. Cent. XXXVII. u. XXXVIIl. Der Herausgeber versteht es vortrefflich, den Zweck eines „Herbarium normale" zu erreichen. In erster Linie erwartet man von einem solchen die Aus- gabe seltener und schwer zugänglicher Pflanzen, andererseits die Ausgabe von Serien von Formen polymorpher Typen. Beiden Zwecken entsprechen die vorliegenden Oenturien in hohem Masse ; wir finden in tadellosen Exemplaren Seltenheiten (z. B. Nymphaea fennica Melo, Prunus eminens (Cerasus X ptimüa) Beck, Sorhus ambigua (Aria X Chamaemespiliis) Mich., Cirsiiim Bohemicum (lanceolatum X arvense) Fleisch. . Planfago Brutia Ten. etc.). anderseits grosse Serien interessanter Arten, so in Cent. XXXVTI. 23 Alchimillen. bearbeitet von Buser. 16 Asplenien, bearbeitet von Dörfler, in Cent. XXXVIJI. 80 Gentianeae, bearbeitet von Eonniger und Wettstein. Herr G. Treffer in Luttach, Post Sand (Tirol), versendet eben sein XIX. Verzeichniss verkäuflicher Herbarpflanzen. Dasselbe umfasst Pflanzen aus verschiedenen Florengebieten, zumeist Pflanzen aus den Alpen. Die reich aufgelegten, gut präparirten Pflanzen sind insbesondere in Anbetracht des niedrigen Preises (fl. 6. resp. fl. 7 pro Centurie) sehr empfehlenswerth. Das Doubletten-Verzeichniss des Berliner botanischen Tauschvereines für das XXX. Tauschjahr ist erschienen und ist reich an werthvollen Pflanzen. Insbesondere sei auf grössere Serien von Pflanzen aus dem südlichen Brasilien, Italien, Sicilien. Sardinien und Corsica, auf Pilze aus Ungarn, auf reiche Formen- reihen kritischer Gattungen hingewiesen. Auskünfte ertheilt Herr Otto Leonhardt in Nossen. Königreich Sachsen. Personal-Nachrichten. Prof. Dr. S. Berggreu in Lund ist als Nachfolger F. W. C. Areschoug's zum ordentl. Professor der Botanik an der Universität Lund ernannt worden. Dr. M. Eaciboreki hat Kagok-Tegal in Java verlassen und befindet sich jetzt bis auf Weiteres in Buiteuzorg. Im botanischen Garten in Buitenzorg in Java arbeiten in diesem Winter: Fleischer aus Berlin, Knuth aus Kiel, Westermeyer aus Freiburg i. S.. Nawaschin aus Kiew, Schröter aus Zürich. Mr. J. H. Holland wurde zum Director des botanischen Gartens in Old Calabar ernannt. M. Demoussy wurde zum Assistenten der Botanik am Mu- seum für Naturkunde in Paris ernannt. Bot Centralbl. Prof. D. Delpiuü wurde zum Ehren niitgfiede der deutschen botanischen Gesellschaft oewähh. 79 ür. Otto Kuntze wurde auf der Jahresversammlung der Ne- braska Academy of Scienses am 25. — 26. November 1898 eiustimmig zum Ehrenmitgliede ernannt. Notizen. Prof. Dr. Heinrieher in Innsbruck sucht, nach einer Notiz im Bot. Centralbl., gut conservirtes Materiaie. d. h. Alkoholmateriale der japanischen Lathraea- Arten. Becker, W., Violae exsiccatae. Die schon im vorigen Jahre angekündigten Viola-Exsiccaten konnten wegen vorgerückter Jahreszeit noch nicht zur Ausgabe gelangen; doch soll sich der in's Auge gefasste Plan in diesem Jahre verwirkhchen. Bekannte Violaceensystematiker haben ihre be- stimmte Unterstützung in liebenswürdigster Weise zugesagt, und so kann die fortlaufende Herausgabe des Werkes als gesichert gelten. Betreffend näherer Angaben weise ich auf die Notiz im Jahrg. 1898 dieser Zeitsehr., S. 239, hin. Ich füge noch hinzu: 1. Die Pflanzen sind auf weisses, starkes, etwas rauhes Papier aufzulegen. 2. Jeder Sammler ist verantwortlich für die richtige Bestimmung seiner Pflanzen. 3. Falsch bestimmte und schlecht und ungenügend zubereitete Exemplare werden nicht angenommen. 4. Das Werk soll Violaceen der ganzen Welt enthalten. Botaniker, die sich betheiligen wollen, mögen sich wenden an : W. Becker Wettelroda bei Sangerhausen, Prov. Sachsen. Inhalt der Februar-Kammer: Wettstein E. v., Der botanische Garten und das botanische Institut der k. k. deutschen Universität in Prag. S. 41. — Bornmüller J., Eine neue Celsiu aus dem südöstlichen Persien. S. 51. — Urumoff J. K., Zur Flora von Bulgarien. S ^Z. — Arnold F., LichenoLigische Fragmente 36. Labrador. S. 56. — Waisbecker A., Beiträge zur Flora des Eisenburtjer Comitats. S. 60. — Flora von Oesterreich-Ungarn: Sarnthein L., Tirol und Vorarlberg. S. 67. — Literatur-Uebersicht. S. 69. — Akademien, Bot. Gesellschaften, Vereine etc. S. 74. — Botanische Sammlangeo, Museen, Institute etc. S. 78. — Personal- Nachrichten S. 78. — Notizen. S. 79. Redacteur: Prof. Dr. B. v. Wettstein, Prag, Smichow, Ferdinandsquai 14. Verantwortlicher Redacteur: J. Dörfler, Wien, III., Baiichgasse 36. Verlaer von Carl Gerold's Sohn in Wien. Die „Oesterreichische botanische Zeitschrift" erscheint am Ersten eines jeden Monats und kostet ganzjährig in Mark. Zu herabgesetzten Preisen ^^ind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben : II und III ä 2 Mark, X-XII und XIV— XXX ä 4 Mark, XXXI -XLI ä 10 Mark. Exemplare, die frei durch die Post expedirt werdpn sollen, sind mittelst Postanweisung direct bei aer Administration in Wien, I., Barbaragasse 2 (Firma Carl Gerold's rfohn), zu pränumeriren. Einzelne Nummern, soweit noch vorräthig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. 80 INSERATE. Im Verlage von Carl Gerold's Sohn, Wien, I., Barbaragasse 2, ist er- schienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen : Alpenblumen des Semmeringgebietes. (Schneeberg, Rax-, Schnee- und Veitschalpe, Schiefaralpen, UVeclisel, Stuhleck etc.] Colorirte Abbildungen von 188 der schönsten, auf den niederösterreichischen und nordsteierischen Alpen verbreiteten Alpenpflanzen. Gemalt und mit kurzem, erläuterndem Texte versehen von Professor Dr. G. Beck von Mannagetta. Preis in elegantem Leinwandband M. 6* — . Jede Blume ist: 1. botanisch correct gezeichnet, 2. in prachtvollem Farbendruck möglichst naturgetreu ausgeführt. Im Verlage von Carl Gerold's Sohn, Wien, I., Barbaragasse 2, ist er- schienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen Excursionsflora für Oesterreich (mit Ausschluss von Galizien, Bukowina und Dalmatien). Mit theilweiser Benützung des „Botanischen Excursionsbuches" von G-. Lorinser verfasst von k. k. a. 0. Professor der systematischen Botanik an der k. k. Universität in Wien. 46 Bogen 8". Bequemes Taschenformat. Preis brochirt M. 8- — ; in Leinwandband M. 9- — . »•4^^ »-X-« »-^ »--^ •-4'^ »"^ •-l^ »-4-^ »4^ »-4-« »-4-^ »-Nt^* »4-< •-4^-» »-J--* „•^i^ »-!--• »-i-^ •~4'-» »-f-^ »■4^-« •-4--« »-4-^ Wir kaufen die Jahrgänge 1851, 1854, 1855, 1856, 1857, 1858, 1859, 1863 der ,,Oesterreichisehen botanischen Zeitschrift" und erbitten Anträge. Carl Gerold's Sohn Wien, I., Barharagasse 2. •--t'-« •--{--• ♦-1-« »-l-«"»^!--» »-f-« »-K« Ä-^-« •!-• •"!-• »t^ •^X-m • t-* •'t~* •-!-• •"'T-* •^t-* ^^t~* »-K« V-^--« »-t^-« »t^-« •-+-• ÖSTERREICHISCHE Herausgegeben und redigirt von Dr. Richard R. v. ^A^ettstein, Professor an der k. k. deutschen Universität in Prag. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. XLIX. Jahrgang, N«- 3. Wien, März 1899. Arbeiten des botanischen Institutes der k. k. deutschen Universität in Prag. Nr. XLII. Beiträge zur Kenntniss der Entwickliingsgescliichte einiger Süsswasser-Peridineen. Von Dr. V. Folgner (Prag). I. (Mit 1 Tafel.) Von jenen Grenzgebieten, auf welchen in neuerer Zeit sowohl Zoologen als Botaniker thätig sind, ist zweifellos eins der inter- essantesten dasjenige der Peridineen (nach Ehrenberg's Be- zeichnung, der Cüioflagellaten Olaparede's und Lachmann's, der nrthrodelen Flagellaten Stein's, Dinoflagellaten Bütschli's). sowohl wegen der Mannigfaltigkeit ihrer Gestalt und des ebenso eoraplicirten als zierlichen Baues ihrer Hülle, als auch wegen der Wichtigkeit, welche diesen Organismen für die Phylogenie der grossen Abtheilnng der Flagellaten von mancher Seite bei- gemessen wird. So anziehend aber auch das Studium der Peri- dineen erscheint, und so ansehnlich auch die Bereicherung ist, welche unser Wissen von dieser Gruppe besonders im Laufe der letzten 15 Jahre, namenthch dank den Untersuchungen von Bergh^), Stein^), Klebs^j, Bütschli*), Schutt^) und Schilling'^, 1) R. S. Bergh: Der Organismus der Cilioflagellaten. Morpholog. Jahrbuch. Bd. VII. 1882. S. 177—288. Taf. XII— XVI. Derselbe: Ueber die systematische Stellung der G?ittuag Anqjhidinmm Clap. u. Lachm. Zoolog. Anzeiger. 1882. S. 693. Derselbe: Neue Untersuchungen über Cilioflagellaten. Kosmos, heraus- gegeben von Vetter. 1884. Bd. I. S. 384-390. Derselbe: Ueber den Theilungsvorgang bei den Dinoflagellaten. Zoolog. Jahrb. (Spengel). Bd. II. 1886. ~) Fr. v. Stein: Der Organismus der Infusionsthiere. III. Ä.bth. I. Hälfte. Leipzig 1878. S. 88—96. OesteiT. botan. Zeitschrift. 3. Heft. 1899. 7 82 erfahren hat. so sind doch unsere Kenntnisse von dieser Gruppe, von den äusseren Gestaltungsverhähnissen abgesehen, noch recht lückenhaft, vorzugsweise hinsichthch ihrer Fortpflanzung, ihrer Ent- wickelungsgeschichte — eine Thatsache. die sich allerdings unschwer begreifen lässt, wenn man berücksichtigt, dass die Peridineen, bekanntlich in weit überwiegender Zahl Bewohner der See'), gegen die nachtheiligen Einflüsse in der Cultur auf dem Object- träger. selbst in der feuchten Kammer, sehr empfindlich sind, und dass sich, wenigstens bei den Süss wasserformen, die Fortpflanzungs- vorgänge vielfach mit ausserordentlicher Geschwindigkeit abspielen. Diese beiden Momente erschweren die Gewinnung durchaus zuver- lässiger Ergebnisse, die doch nur durch möglichst lange und mög- lichst ununterbrochen fortgesetzte Beobachtung des cultivirten Individuums, nicht durch blosse Combination ähnlicher Entwick- lungsformen, gewonnen werden kann, in ganz ungemeiner Weise. Als ich nun im Herbst 1897, sowie im Frühling vorigen Jahres in den Besitz aussergewöhnlich reichen Materiales von Süss- wasser-Peridineen gelangte, benutzte ich daher mit Freuden diese Gelegenheit zu einem Versuch, unsere Kenntnisse über die Ent- wicklungsgeschichte dieser Formen etwas zu erweitern. Derselbe: Der Organismus der Infusionsthiere. III. Abth. II. Hälfte. Die Naturgeschichte der arthrodelen Flagellaten. Einleitung und Erklärung der Abbildungen, mit 25 Tafeln. Leipzig 1883. ■') G. Klebs: Ueber die Organisation einiger Flagellatengruppen und ihre Beziehungen zu Algen und Infusoriengruppen. Untersuch, aus d. bot. Instit. zu Tübingen. Bd. I. 1883. Derselbe: Ein kleiner Beitrag zur Kenntniss der Peridineen. Bot. Zeitg. Jahrgg. 42. 1884. Derselbe: Einige Bemerkungen über gewisse Organisationsverhältnisse der sogenannten Cilioflagellaten und der Noctiluea. Morpholog. Jahrb. Bd. X. 1885. *) 0. Bütschli in H. G. Bronn's Classen und Ordnungen des Thier- reiches. I. Bd. Frotozoa. II. Abth. Mastigophora. 1883—87. 5) F. Schutt: Ueber die Sporenbildung mariner Peridineen. Ber. d. deutsch, hotan. Gesellsch. 1887. Derselbe: Ueber die Organisationsverhältnisse des Plasmaleibes der Peridineen. Sitzgsber. d. k. Preuss. Akad. d. Wiss. zu Berlin, 1892. Derselbe: Analytische Planktonstudien. Derselbe: Das Pflanzenleben der Hochsee. Kiel 1893. Derselbe: Die Peridineen der Planktonexpedition. I. Theil. Studien über die Zelle der Peridineen, in Ergebnisse der Planktonexpedition. Bd. IV. M. a. A. Derselbe: Peridiniales in d. „Natürl. Pflanzenfamilien", herausgegeben von A. Engler. Leipzig 1896. 6) A. J. Schilling: Die Süsswasser-Peridineen. Flora. 1891. S. 220—299. Mit 3 Tafeln. Derselbe: Untersuchungen über die thierische Lebensweise einiger Peridineen. Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch. 1891. S. 199-208. Mit 1 Tafel. Eine ausführliche Literaturzusammenstellung, für welche für mich hier kein Anlass vorliegt, findet sich z. B. bei Bütschli in Bronn's Cl. u. Ord., in der erstgenannten Arbeit von Schilling, und bei Schutt in d. „Natürl. Pflanzenfamilien". — Die von mir benutzte Literatur habe ich am Schlüsse der Arbeit zusammengestellt, und auf dieses Verzeichniss beziehen sich die in meiner Arbfit gemachten kurzen Literaturcitate. 1) Nach Bütschli (in Bronn's Cla.ssen und Ordnungen, S. 1022) und Schilling (Die Süsswasser-Peridineen, S. 273). 83 Von den in unseren süssen Gewässern vorkommenden sechs Gattungen war es mir möglich , je einen Vertreter der Genera Cernthim. Peridinium und Glcnodiniiim. sowie die ihrer Gattungs- zugehörigkeit nach noch immer ziemlich zweifelhaften „zwei- hörnigen Cysten" zu untersuchen, und zwar erstreckten sich meine nachstehend mitgetheilten Beobachtungen an diesen auf den von den Zoologen als „Häutung" bezeichneten, von den Botanikern als „Verjüngung" zu benennenden Vorgang, ferner auf die Copulation und die vegetative Vermehrung durch Zwei- theilung. Ehe ich jedoch zur Mittheilung der Ergebnisse meiner Beob- achtungen schreite, kann ich es mir nicht versagen, an dieser Stelle dankbar der Unterstützung zu gedenken, deren ich mich bei meinen Untersuchungen von mehreren Seiten zu erfreuen hatte. So bin ich Herrn Prof. Dr. .T. Cori. Director der k. k. zoologischen Station in Triest. zu grossem Dank verpflichtet für die gütige mehrfache Zusendung von Material aus der Gegend von Gmunden. sowie den Herren Professoren Dr. R. v. Wettstein und Dr. V. Schiff ner hierselbst für mancherlei praktische Rathschläge und für die liebens- würdige Bereitwilligkeit, mit der sie meine von ihnen mit regem Interesse verfolgten Beobachtungen bestätigten. 1. Ceratium tetraceros SchranU. {C. cornniiim Claparede et Lachraann). Von den in unseren Seen. Teichen und Sümpfen heimischen beiden Vertretern der Gattung Cerdtiiini. C. hirundinella 0. Fr. Müller und C. tetractros Schrank, erhielt ich gegen Mitte October vorigen Jahres von der letzteren Species. dank der Güte des Herrn Prof. Dr. J. Cori, reichliches Material, welches einem kleinen, künstlich angelegten Teiche in der Nähe von Gmunden (Ober- österreich) entstammte. Die Ceratien befanden sich bereits, von wenigen Nachzüglern abgesehen, im winterlichen Cystenzustand, auf welchen jedoch hier näher einzugehen sich erübrigen dürfte, da das Aussehen und die Entstehungsweise dieser Dauerformen schon wiederholt abgebildet bezw. beschrieben worden sind^). Schon in der zweiten Hälfte des Februar merkte ich an dem häufigeren Auftreten leerer Panzer, dass die Ceratien. welche in einem frostfreien Fenster überwintert worden waren, ihre Cysten zu verlassen begannen, und bald gelang es mir auch mehrmals, frisch ausgeschlüpfte Indivi- duen zu finden, die zum Theil noch neben oder auf vermuthlich von ihnen soeben erst abgeworfenen Panzern lagen. Letztere waren fast durchweg wohlerhalten und nur längs des Gürtelbandes auseinander- geklafft, so dass es mir den Eindruck machte, als ob das Ceratinrn beim Ausschwärmen dort die beiden Panzerhälften auseinander- 1) Vgl. Stein, 1. c. II, Taf. XIII, Fig. 10-12. — Bütschli inBronn's Cl. u. Oidn., S. 987. — Schilling, Süsswasser-Peridineen, S. 296 u. Taf. IX. Fig. 21 u. 22. ^ 7* 84 gesprengt und durch den entstandenen Spalt sich hindurchgezwängt habe. Leider war es mir nicht möglieh, den Act des Ausschlüpfens selbst zu beobachten, und ich bin daher auch nicht in der Lage, die interessante Frage zu beantworten, in welcher Weise denn eigenthch der doch noch von der derbwandigen Cyste eng- umschlossene und durch diese vorläufig noch an der freien Bewe- gung gehinderte Plasmakörper aus seiner Panzerhülle frei wird. NFach Schilling (1. c. I, S. 265 u. 296), welchem wir eine schöne zusammenfassende Darstellung unserer Kenntnisse von den Süss- wasser-Peridineen und zahlreiche neue Beobachtungen an diesen interessanten Organismen verdanken, soll „die ursprüngliche Zell- hülle, welche die Cyste noch fest umschlossen hält, früher oder später durch Zerfall der einzelnen Tafeln" (soll wohl heissen „durch Zerfall in ihre einzelnen Tafeln") „abgeworfen" werden. Ich selbst habe jedoch davon niemals etwas wahrgenommen, fand viel- mehr die Panzer in dem eben erwähnten Zustande^) und möchte es daher nicht für ausgeschlossen halten, dass die Zellhülle in den von Schilling beobachteten Fällen beim Auseinanderpräpariren des Magmas, in welchem die encystirten Ceratien auf dem Grunde des Wassers eingebettet liegen, auf dem Objectträger, durch Druck auf's Deckglas u. s. w. zum Zerfall gebracht worden sein mag. Jedenfalls lässt Schilling unaufgeklärt, durch welche Ursachen der Zerfall der Panzerhülle in ihre Tafeln herbeigeführt wird. Man könnte zwar, was diesen Punkt betrifft, vielleicht geneigt sein zu vermuthen, dass die Zersprengung des Panzers durch eine Quellung der möglicherweise wie bei anderen Peridineen (s. u. z. B. Feri- d'uiium cinctum) gallertartigen Cystenmembran zu Stande kommt; allein die Annahme einer derartigen Beschafifenheit dieser Hülle liesse sich mit den im Folgenden mitgetheilten Beobachtungen Schil- ling's über den Zerfall der Cyste kaum in Einklang bringen. üeber die Art, wie sich der Plasraakörper der Cyste entledigt, liegt uns bisher nur eine einzige Angabe, und zwar gleichfalls von Schilling (1. c. I, S. 265) vor. Nach diesem Autor spielt sich der Vorgang folgendermassen ab: „Es werden an den Polen zuerst Theile der Oystenhülle in Form von einzelnen kleinen Fetzen ab- gestossen, bis das Protoplasma freiliegt. An diesen Stellen tritt dasselbe dann als eine helle, stark lichtbrechende Masse hervor und wächst so lange fort, bis das apicale und antapicale Hörn wieder hergestellt ist. (Taf IX, Fig. 23.) Mittlerweile entledigt sich auch der Körper noch der übrigen Reste seiner Umhüllung und tritt dann auch in die Bildung der Furchen und des seithchen 1) Dass die erwähnten wohlerhaltenen, längs des Gürtelbandes auseinander klaffenden leeren Panzer etwa von abgestorbenen Individuen herrühren könnten, halte ich für sehr unwahrscheinlich, da bei letzteren, wie ich oft zu beobachten Gelegenheit hatte, die Reste der sich zersetzenden Plasmakörper lange erhalten zu bleiben pflegen; es war doch auch gewiss kein blosser Zufall, dass sich die soeben ausgeschlüpften und noch fast ganz unbeweglichen Ceratien gerade immer in unmittelbarster Nähe solcher leeren Panzer fanden. : V 85 Hornes ein.^ So empfängt er allmälig seine ursprüngliche Form wieder". Ich selbst war zwar leider nicht in der Lage, aus eigener Anschauung, die Art und Weise des Freiwerdens des Schwärmers aus seiner Oystenhülle kennen zu lernen ; das aber kann ich bestimmt versichern, dass zu meiner Verwunderung an den ziemlich zahlreichen von mir beobachteten Ceratium-Sahwärmern, welche, wie bereits oben erwähnt, zum Theil soeben erst ausgeschlüpft waren und deren Entwicklung ich bis zur Ausbildung ihrer beiden endständigen Hörner und ihrer Panzerhülle zu verfolgen Gelegenheit hatte, von irgend welchen Resten ihrer ehemaligen Oystenhülle auch nicht das Mindeste wahrzunehmen war, obwohl man dies doch nach den Angaben Schilling's hätte erwarten sollen. Auch Stein scheint von diesem stückweisen Abstossen der Cyste nichts gesehen zu haben, wenigstens zeigen die in seinem bekannten In- fusorien-Tafelwerke (1. c. II, Taf. XIII, Fig. 13-15) abgebildeten drei jugendlichen, aus überwinterten Cysten ausgeschlüpften Ceratien durchaus nichts von anhaftenden Theilen dieser Umhüllung, selbst nicht einmal das jüngste, noch nicht bis zur Hörnerbildung vor- geschrittene Exemplar (Fig. 15). Aus diesen Gründen erscheint mir eine erneute Untersuchung sowohl des Freiwerdens der Cysten aus dem Panzer als auch des Vorganges des Ausschlüpfens des Ceratium aus seiner Oystenhülle unbedingt erforderlich. Ich gehe nunmehr an die Mittheilung meiner Beobachtungen über die Entwicklung des Ceratium tetraceros. Im frühesten Sta- dium, in welchem ich diese anscheinend soeben erst aus dem noch daneben liegenden Panzer ausgeschlüpfte Peridinee antraf, stellte sie sich mir immer als ein breit eiförmiger, ziemlich flacher, vom Scheitel gesehen schwach nierenförmig gekrümmter Körper von dunkel-grünlichbrauner Färbung dar, welcher regungslos dalag und weder Hörner noch auch, soweit sich dies ohne Anwendung chemischer Eeagentien beurtheilen Hess, eine Membranumhüllung besass. Die Gürtelfurche war stets schon vorhanden, von der Längsfurche dagegen noch nichts Sicheres zu sehen. Die Chromatophoren waren, wohl in Folge der bei der Cystenbildung erfolgten Zusammenziehung des Plasraakörpers der Peridinee, sehr dicht gelagert, so dass letztere sehr dunkel und undurchscheinend aussah und vom Kern gewöhnlich nichts DeutHches erkennen Hess. Da- gegen waren mehrere rothe Oeltropfen, wie sie ja bei dieser Cem^mm-Species in allen Lebensstadien zu finden sind, ziemlich deutlich sichtbar ; sie lagen, ganz wie bei der normalen beweglichen Sommerform, fast ausschliesslich in der hinteren (spitzigeren) Hälfte des Körpers, während die vordere, deren in der Eegel bloss einen, seltener zwei oder gar keinen enthielt. Aber nur wenige Minuten nach seiner Auffindung pflegte ein solcher „Schwärmer" in ßuhe zu verharren; dann begann er allmälig in meist wagerechter Lage, sich um sich selbst zu drehen und, ohne sich jedoch von seinem früheren Platze erheblich zu entfernen, in eine langsam kreisende Bewegung überzugehen, welche oft ununterbrochen eine Viertel- 86 stunde und länger andauerte. Bisweilen bewegte sich auch ein der- artiger Schwärmer nach längerem Kreisen mit ziemlich ansehn- licher Geschwindigkeit erst eine Strecke vorwärts, um dann seine frühere Bewegung wieder aufzunehmen. So genau ich übrigens auch letztere verfolgte, so gelang es mir doch nicht, von den Geissein, die das Ceraüwn beim Ausschlüpfen nach meiner üeber- zeugung gewiss ebenso wie andere Peridineen besitzt und die von Stein auch in der That bei einem ganz jungen Schwärmer abgebildet werden (Taf. XIII, Fig. 15). etwas wahrzunehmen. An den jungen Ceratien war in diesem Stadium eine recht interessante Eigen- thümlichkeit zu bemerken, auf die meines Wissens noch nirgends hingewiesen worden ist, nämlich eine Art amöboider Beweg- lichkeit des anscheinend noch einer Membranumhüllung ent- behrenden Plasmaleibes. Stiess nämlich dieser bei seinen drehenden oder kreisenden Bewegungen mit seinem breit abgerundeten Vorder- ende an einen festen Gegenstand, einen Algenfaden. Magma- klumpen etc. an, so plattete dieses sich, wie um an dem Hindernisse leichter vorbeizukommen, augenblicklich etwas ab, um jedoch sofort nach dem Aufhören der Berührung, nach Art eines elastischen Körpers, seine frühere Gestalt wieder anzunehmen. Ich gewann bei wiederholter Beobachtung dieses interessanten Vorganges den Ein- druck, dass die Formveränderung nicht auf einer durch mechanischen Druck bewirkten einfachen Abplattung des um diese Zeit offenbar noch ganz nackten oder doch höchstens mit einer äusserst zarten und biegsamen, eng anliegenden Membran umkleideten Plasma- körpers beruhe, sondern durch eine hohe Empfindlichkeit des letz- teren gegen Berührungsreize, verbunden mit der Fähigkeit der Contraction, bedingt sei. Ausser diesen gelegentlichen und nur vorübergehenden, durch äussere Einwirkungen verursachten Gestaltveränderungen, vollziehen sich an den jugendlichen Ceratien während dieser Periode kreisender Bewegung aber auch schon andere, und zwar auf innere Ursachen zurückzuführende Veränderungen, die mit der Erlangung der defini- tiven Gestalt in Zusammenhang stehen. Zunächst bildet sich schon kurze Zeit nach Beginn des Kreisens an dem vorderen, breiten Ende des Plasmakörpers ein ganz schmaler, farbloser Saum heraus, der in der Mitte am breitesten ist, nach beiden Seiten jedoch sich allmälig verliert und höchst wahrscheinlich durch Zurücktreten der Ohromatophoren vom Rande zu Stande kommt. In der Mitte dieser hyahnen, durch ihre EmpfindHchkeit gegen Berührung ausgezeichneten Zone entsteht später, wie wir gleich sehen werden, die Anlage des Vorderhornes. Ehe es jedoch hierzu kommt, bildet sich inzwischen in der Mitte des farblosen Saumes eine ziemlich starke, in der Rich- tung der Längsachse des Körpers verlaufende Einkerbung, zu deren beiden Seiten der Plasmakörper in je einem rundhchen Lappen sich vorwölbt. Schon Stein war diese Einkerbung bekannt, wie aus einer in seinem Peridineen- Atlas enthaltenen Abbildung eines jungen, aus einer Wintercyste hervorgegangenen Ce/a^mm - Schwärmers 87 (Taf. XIII, Fig. 15 a) mit zweifelloser Sicherheit hervorgeht ; er bezeichnet das fragliche Gebilde in dem beigegebenen erläuternden Text einfach als eine Oeflfnung im Scheitel des „Thieres", ohne sich näher darüber auszulassen, welche physiologische Bedeutung der- selben etwa zukomme. Ich muss übrigens bemerken, dass Stein's Abbildung noch einen dritten rundhchen Lappen oder Höcker des Plasmaleibes zeigt, der gerade über dem Einschnitt auf der Dorsal- seite liegt — das Ceratinni ist von der Bauchseite dargestellt — und dass mit der durch Buchstaben a bezeichneten „Oetfnung" des Scheitels möglicherweise auch die zwischen den drei Lappen gelegene Vertiefung gemeint sein kann; ich selbst konnte an den von mir beobachteten jungen Ceratien von einem dritten Scheitel- lappen nichts wahrnehmen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, dass ich noch bei einer zweiten Peridineen-Form, nämlich bei einer der bekannten zweihörnigen Cysten (s. u.) an dem einen Ende des Plasmakörpers eine ganz ähnliche Ausbildung vorfiind, wie sie der „Scheitel" des erwähnten Stein'schen jungen (Jeratium aufweist, also eine von zwei stumpfen rundlichen Lappen begrenzte seichte Einkerbung, hinter welcher der Plasmakörper in seiner ganzen Breite zu einem dritten Höcker sich emporwölbt. Ich betone jedoch ausdrücklich, dass ich aus dieser Uebereinstim- mung der beiden Objecte durchaus nicht etwa die Zugehörigkeit der zweihörnigen Cyste zu Ceratimn tetraceros folgern will, trotz- dem sie beide demselben Fundorte entstammen. Ausser bei Stein habe ich trotz eifriger Nachforschungen nirgends eine Abbildung oder auch nur eine Erwähnung der rätbsel- haften Einbuchtung des jungen Ceratium- Schwärmers auffinden können. Welche Bedeutung ihr für die Entwicklung des letzteren zukommt, darüber wage ich vorläufig noch kein ürtheil abzugeben ; mit der Ausbildung der Längsfurche steht sie gewiss nicht in Zusammenhang, da diese ja bei Ceratium bekanntlich gar nicht so weit nach vorn reicht; dagegen dürfte vielleicht die Annahme nicht von der Hand zu weisen sein, dass das Auftreten der Ein- kerbung zu der Entstehung des Vorderhornes, das ja an seinem Ende eine OefiFnung behält und gerade an der Stelle der Einbuch- tung sich erhebt, in Beziehung steht. Dass dieses Gebilde von so vielen Forschern übersehen wurde, hegt wohl hauptsächhch an seiner, wie ich gleich zeigen werde, nur ganz vorübergehenden Dauer. Bald nach der Ausbildung der Einbuchtung beginnt nämlich der bis dahin eiförmige Körper des immer noch kreisenden Ceratium sich in die Länge zu strecken, namentlich an seinen Enden, so dass er, in der Fläche gesehen, gar bald annähernd rhombische Gestalt annimmt und etwa die Umrisse einer Citrone nachahmt. Von seinen beiden stumpfen, papillenartigen Fortsätzen, den Anlagen des Vorder- und Hinter- hornes, ist der vordere, welcher an seiner Spitze noch die Ein- buchtung zeigt und wahrscheinlich aus der Verbreiterung des färb- 88 losen Saumes hervorgegangen ist, vollständig hyalin, während der übrige Körper der Peridinee einschliesslich seines hinteren Fort- satzes noch dunkel gefärbt erscheint. Im Verlauf von wenigen Viertelstunden bereits — in dem einen besonders genau beobachteten Falle schon nach IV4 Stunden seit der Auffindung des offenbar soeben erst ausgeschlüpften Cerafmm-Schwärmers — sind die an- scheinend immer noch ganz nackten oder doch höchstens erst mit einer äusserst zarten Membran umhüllten') Hornanlagen zu ihrer vollen Grösse herangewachsen. Sie lassen schon sehr deutlich die definitive Gestalt der Hörner erkennen : die hintere Anlage ist ein gerader, spitz-kegelförmiger Zapfen, während die vordere, erheblich längere, die jetzt von ihrer früheren Einkerbung keine Spur mehr aufweist, gekrümmt ist. sich nur wenig verjüngt und eine abgerundete Spitze besitzt.^) Beide sind noch vollkommen glatt, ohne jede Andeutung einer Sculpturirung und ganz hyahn; nur an ihrer Basis finden sich einige ziemlich grosse, gelblich-grüne Chromatophoren. War es nicht schon bis jetzt zu einer Ausscheidung der Membran seitens des Protoplasmakörpers gekommen, so muss diese ganz bestimmt jetzt, nach erfolgter Ausbildung der Hornanlagen, eintreten, denn etwa eine Stunde nach letzterer — in dem oben erwähnten ganz besonders genau untersuchten Falle drei Stunden nach dem Beginne der Beobachtung — konnte man vollkommen deutlich eine freilich noch sehr zarte Sculpturirung wahrnehmen, die in Form eines feinen Maschenwerkes den ganzen Körper, mit Aus- nahme der äussersten Enden der beiden Hörner, bedeckte. An letzteren scheint das Wachsthum des Panzers am längsten fortzu- dauern.^) Das anfangs zarte, netzförmige Leistenwerk tritt nun im Laufe der nächsten Stunden immer schärfer hervor, und damit hat das Ceratiuni im Wesentlichen denjenigen Entwicklungsgrad erreicht, in welchem wir es bei Beginn des Frühjahrs in unseren Gewässern umherschwärmend finden.*) In dem bereits mehrfach erwähnten Falle waren vom Ausschlüpfen des Ceratium aus seiner Winter- cyste bis zur Ausbildung dieser Frühlingsform ungefähr sechs Stunden verflossen. 1) Ob in diesem Stadium eine Membran schon vorhanden ist oder nicht, konnte ich nicht feststellen, weil ich, um die jungen Ceratien zur Beobachtung ihrer Weiterentwicklung möglichst lange am Leben zu erhalten, keine mikro- chemische Reaction vornehmen mochte. 2) Dieses Stadium findet sich bei Schilling (1. c. I., Taf. IX, Fig. 23, recht gut dargestellt ; nur habe ich, wie ich schon oben bemerkte, die hier abgebildeten Reste der Cystenhülle bei meinen jungen Ceratien niemals wahr- genommen. 3) Auch Schilling gelangte zu dieser Ansicht (1. c. I, S. 237). *) Stein hat dieses Stadium in seinem Peridineen-Atlas auf Taf. XIII in den Fig. 13 u. 14 abgebildet. Die endständigen Hörner dieser beiden jungen Ceratien sind hier aber so lang und dünn gezeichnet, wie ich sie bei dieser Altersstufe niemals gefunden habe; auch ist daselbst von der Sculpturirung der Hörner und des übrigen Panzers, die bei so weit vorgeschrittener Ausbildung der Hörner nach meinen Beobachtungen stets schon deutlich zu sehen ist, noch nichts ansyegeben. 89 Ich möchte bei dieser Gelegenheit auf die nicht uninteressante Thatsache hinweisen, dass meine Beobachtungen tiber die Zeit, welche die jungen Ceratien vom Verlassen der Wintercyste bis zur Wiederannahme ihrer definitiven Gestalt und bis zur Wiederaus- scheidung ihres areohrten Panzers brauchten, ziemlich gut mit den diesbezüglichen Angaben übereinstimmen, welche Lauterborn (1. c. II.S. 25) über die Eegeneration getheilter Individuen von Ceratmm hirundinelhi macht. Nach ihm findet bei diesen Peridineen die Zelltheilung unmittelbar nach der (im Juli) in der Regel in den Stunden von Mitternacht bis gegen 8 ühr Morgens erfolgenden Kerntheilung statt, und „oft schon um die Mittagsstunden", sagt er, „findet man vollständig ausgewachsene Individuen, bei denen nur noch die zarteren Conturen eines Theiles des Panzers . . . daran erinnern, dass das betreffende Exemplar erst an diesem Tage aus einer Theilung hervorgegangen ist". (Fortsetzung folgt.) Vergleichende Untersuchungen über die Trichome der Gresneraceen. Von Dr. Karl Rechinger (Wien). (Mit Tafel I.) Ausgehend vom Studium der durch merkwürdige Membran- bildung und Ausfüllungsmasse ausgezeichneten Trichome von Smi- tliidutha cinnaharina 0. K. (Naegelia cinnabarina), habe ich die Haare dieser Pflanze, sowie die einer Reihe anderer Gattungen von Gesneraceen zum Gegenstande einer vergleichenden Darstellung der Trichomformen der Gesneraceen im weiteren Sinne gemacht, speciell mit Rücksicht auf die Frage nach ihrem systematischen Werthe. Es möge also zunächst für SmithiantJia cinnaharina das Vorkommen einer eigenthümUchen Verdickung in Verbindung mit einer Einlagerung von Kalk- und Kieselsalzen näher beleuchtet, ferner die topographische Verbreitung dieser Erscheinung in Ver- bindung mit ihrer Entwicklungsgeschichte, sowie eine Untersuchung der Haarausfüllungsmasse gegeben werden. Eine derartige Untersuchung ist, trotz des Erscheinens von H. Solereder's systemat. Anatomie der Dicotyledonen, nicht über- flüssig, da in diesem Werke die bezüghchen Verhältnisse nur im Allgemeinen berücksichtigt erscheinen und ein Nachweis der Haar- gestalten der einzelnen Gattungen noch nothwendig ist. I. Ueber die Trichome von Smithiantha cinnaharina. a. Morphologie der Trichome. Bei microscopischer Untersuchung von entwickelten Blättern zahlreicher Gesneraceen findet man Haare, deren Endzelle von 90 einer hyalinen Masse vollkommen oder wenigstens zum grössten Theile erfüllt ist. Eines der schönsten Beispiele für diese Gebilde bietet sich in SniHhiantha cinnaharina dar, einer in den Gewächs- häusern häufig cultivirten Pflanze. Diese habe ich deshalb einer eingehenden Untersuchung unterzogen, deren Ergebnisse nun folgen: Fast alle Haargebilde, welche diese, sowie andere Smithianiha- Arten tragen, sind ziemlich gleich gestaltet. Die Zahl der Zellen, aus welchen ein Haar zusammengesetzt ist. schwankt zwischen 10 und 2. Man trifi"t selten auf ein Haar, dessen Endzelle nicht von einer Masse erfüllt ist. Der Grad der Ausfüllung ist ein sehr verschiedener. Von der blossen Ausfüllung oder Verdickung der Spitze der Endzelle bis zur gänzUchen Verdrängung des Zelllumens finden sich alle üebergänge sowohl an einer Pflanze wie auch an dem- selben Blatte. Die Masse ist geschichtet, und zwar in Schalen, welche der Innenwand der Endzelle congruent sind und sich centrisch in einander fügen. Die verschiedene Brechbarkeit der einzelnen Schichten macht sie dem Auge leichter w^ahrnehmbar. Diese Schichtung ist aber ohne weitere Behandlung mit Chemikalien selten deutlich sichtbar, in der Regel erscheint die ganze Füllmasse glänzend weiss und homogen. Sie tritt um so auffälliger hervor, als sehr häufig rothes Anthokyan sowohl im Lumen der Zelle mit Ausfüllungsmasse, als auch in den übrigen Zellen des Haares enthalten ist. Der Farben- unterschied fällt dem Beobachter besonders in die Augen und lenkt dann seine Aufmerksamkeit auf die in ihrer Struktur und Färbung von den anderen Zellen des Haares so wesentlich abweichende Endzelle. Findet sich die Verdickungsmasse auch in den der End- zelle nächsten Zellen, so ist sie gewöhnlich nicht als homogene, die ganze Zelle ausfüllende Masse vorhanden, sondern als apicale, hie und da deutlich geschichtete Kappe entwickelt. Weiter als in die dritte Zelle von der Spitze an gezählt geht nach meinen Beobachtungen die Ausfüllung nicht. Bei mächtigster Entwicklung derselben kann man beobachten, dass die auf die Endzelle unmittel- bar folgende gleich dieser homogene Ausfüllung besitzt, die dritte Zelle jedoch blos eine apicale Kappe, oder in seltenen Fällen, bei mächtiger Anlagerung der Ausfullungsmasse, Eeduction der Lumens bis auf einen kleinen kegel- bis linsenförmigen, stets von Proto- plasma oder Körnchen erfüllten Hohlraum aufweist. In diesem Falle verhält sich die Länge der ausgefüllten Zelle zur Längsachse des Lumens wie 1 : Vis oder 1 : Y^p. Mitunter findet sich in der mit Ausfüllungsmasse versehenen Zelle nicht nur ein Lumen, sondern zwei und mehrere übereinander, jedes von dem nächsten durch einige Schichten der Ausfüllung getrennt. Manchesmal liegen auch die Lumina kappenartig übereinander. Die gleichen Verhältnisse, wie sie hier für die Blatthaare geschildert wurden, finden wir auch bei den Trichomen der übrigen Organe. Es ist bemerkenswerth. dass sogar die Haare des Fruchtknotens sich genau so verhalten.^) 1) Smithiantha besitzt bekanntlich auch unterirdischen Stengel. Es ist jedenfalls interessant, dass sich bei Sinningia (Gloxinia hört), Tydaea, 91 Die abgestorbenen Haare besitzen ebenfalls ein ganz charakteristisches Aussehen.-) Die Ausfüliungsmasse führenden Zellen bleiben, soferne sie vollkommene Ausfüllung besitzen, in ihrer Form vollständig erhalten. Ist die Ausfüllungsmasse kappen- förmig entwickelt, so schnürt sieh unmittelbar darunter die Zellwand ein. Im Allgemeinen ziehen sieh beim Eintrocknen die Zellen an ihrer Spitze unterhalb der Querwände zusammen. h. Entstehung der Ausfüllungsmasse. Die Ausfüllung der Trichome beginnt schon sehr frühzeitig, man findet Haare, bestehend aus 2 — 3 Zellen, welche etwa 6 — 8 Tage alt sind und noch keine Ausfüllungsmasse enthalten. Sehr deutlich sieht man es an den jüngsten Blättern, und selbst erst 10 — 14 Tage alte, 1—2 cm lange Blättchen haben noch ziemlich viele unaus- gefüllte Haare. Aehnliches gilt für die Internodien der oberirdischen Stengel. Anders verhalten sich die unterirdischen Stolonen, welche gestaute Internodien besitzen und schuppenartige, w'eissliche, fleischige, von ßeservesubstanzen (Stärkekörner) dicht erfüllte Blättchen. Auf diesen letzteren finden sich Köpfchenhaare mit einem Stiele, welcher aus 2—4 Zellen besteht (das Köpfchen ist meist aus zwei Zellen gebildet), ferner unverzweigte, mehrzellige Haare mit spitziger Endzelle; beide Formen von Trichomen haben keine Verdickung der Membran und keine Ausfüllungsmasse. Zwischen dem achten und zehnten Tage der Entwicklung eines Blattes beginnt die Ausfüllung der Haarendzelle. Eine im Zustande der Ausfüllung befindliche Zelle von Smith'i- iintha cinnaharina {Naegelia cinnabarina) gibt bei mittlerer bis .stärkerer Vergrösserung folgendes Bild: Das Protoplasma nimmt den unteren Theil der Zelle ein. In demselben sind zahlreiche Körnchen in lebhafter molekularer Bewegung; ausser diesen finden sich Chlorophyllkörner vor. Die Bewegung des Protoplasmas ist eine kreisende, der Zellwand folgend (Rotationsstrom). Der obere Theil der Zelle ist von einer geschichteten, optisch doppelbreehenden und der Zellwand structurähnlichen Substanz erfüllt. Die Körnchen sind im Protoplasma in diesem Stadium der Entwicklung nicht regelmässig vertheilt, sondern bilden an der Begrenzungsfläche der Ausfüllungsmasse kleine Anhäufungen, welche sich bei stärkerer Vergrösserung als allmälig in die Structur der Naegelia und anderen Gesneraceen au den unterirdischen Stengeln keine Aus- füllung der Trichome vorfindet, M'ährend au den Blättern und oberirdischen Stengeln mächtige Austüllung nachgewiesen werden konnte. -) Noch hinfälliger sind die Trichome mancher Begoniaarten, wie z. B. von B. imperialis Lern., obwohl sie eine Aussteifungsvorrichtung besitzen. Diese Drüsenzotten werden nämlich, wie Haberlandt nachgewiesen hat (Mitthei- lungen des naturw. Vereines f. Steieruiark, Jahrg. 1887, S. 117), von Bastzellen ähnlichen Skiereiden durchzogen. Diese Skiereiden habe ich auch bei Begonia smaragdina und zweien von Gärtnern künstlich gezüchteten Hybriden, welche die Gärtnernamen „Gruss aus Erfurt" und „Otto Forster" tragen, nachgewiesen. 92 Ausfiillungsmasse übergehend erweisen. Dieses Bild gewinnt man bei Anwendung des Seibert" sehen Immersions-Objectives VIII. Die Innenhaut hegt zwischen der körnigen Anhäufung und der Haupt- masse des Protoplasma. Es ist also die körnige Masse eine Aus- scheidung aus dem letzteren. An anderen Präparaten ist die Ausfüllungsmasse nicht scharf umschrieben, sondern wie corrodirt. Es entsteht dieses Bild durch die unregelmässige Anreihung und Anhäufung der Körnchen in der Zellspitze. Dieser Art der Entstehung verdankt die Ausfüllung auch die Schichtung. Es ist zweifellos, dass die Körnchen in einer nahen Beziehung zur Bildung der Zeilausfüllungsmasse stehen, und sie befördern durch ihre Anlagerung die Ausfüllung in dem Maasse, als das Trichom älter wird. Etwa 10 — 14 Tage alte. 1 — 2 cm lange Blättchen haben noch ziemlich viele unausgefüllte Trichome. Die Ausfüllung beginnt also schon im jugendlichen Stadium der Zelle, während des raschesten Wachsthums, und sie hält nicht gleichen Schritt mit der Wachsthumsgeschwindigkeit des oberen Theiles der Zellwand. Es nimmt die Wachsthumgeschwindigkeit rasch zu, die Ausfüllungsmasse bleibt in der Ablagerung und Ver- festigung zurück, und es entsteht ein Lumen, zum Theil mit Körnchen erfüllt, das Wachsthum der Zellwand schreitet aber rascher vor als die Ausfüllung; mitunter schliesst sich dieses Lumen nach unten zu wieder durch Ablagerung von neuen Schichten, und es können auf diese Art mehrere Lumina übereinander entstehen, welche gegen die Spitze des Haares zu von einer kappenförmigen Fläche begrenzt sind. Auch diese kleinen Lumina haben oft un- regelmässige Begrenzungen, nämlich verschiedenartige Leisten und Vertiefungen. (Fortsetzung folgt.) Der botanische Grarten und das botanische Institut der k. k. deutschen Universität in Prag. Von R. V. Wettstein (Prag). (Schluss. 1) B. Das botanische Institut. Das botanische Institut, dessen Vorgeschichte im Vorher- gehenden schon kurz berührt wurde, befindet sich in dem Instituts- baue, der die obere, an die Weinbergstrasse anstossende ebene Fläche des Gartens einnimmt. Das Institut nimmt das Souterrain, einen Theil des Parterres und das erste Stockwerk in Anspruch, während ein Theil der Parterreräume, sowie das zweite Stockwerk 1) Vgl. Nr. 2, S. 41. 93 dem in demselben Baue untergebrachten pflanzenphysiologisehen Institute zugewiesen ist. In einem an das Institut anstossenden Parterreanbau befindet sicii die Amtswohnung des Directors des botanischen Gartens und Vorstandes des botanischen Institutes. Das Souterrain des Institutes enthält die Heiz- und Keller- räume, sowie Wohnungen des Assistenten und des Maschinen- wärters. Im Parterre ist die Wohnung des Institutsdieners unter- gebracht und der Hörsaal. Derselbe besitzt einen Fassungsraum für 100 Hörer, ist mit einem Projectionsapparate ausgestattet und kann zu gleicher Zeit zu mikroskopischen Demonstrationen ver- wendet werden, da die sechs Fenster mit entsprechenden Tischen und Beleuchtungsvorrichtungen versehen sind. Ein Aufzug verbindet den Hörsaal mit den darüber befindlichen Arbeits- und Sammlungs- räumen, welcher einen raschen Transport von Demonstrationsobjecten in und aus dem Hörsaale gestattet. An den Hörsaal stossen ein kleines Arbeits- und Vorbereitungs- zimmer für den Professor (Kanzlei) und zwei Räume, welche momentan als Wohnungen für Angestellte des Institutes benützt werden, die aber für Aufnahme der speciell für die Vorlesungen, im Hörsaale bestimmten Sammlungen gewidmet werden sollen. Die Sammlungs- und Arbeitsräume befinden sich im ersten Stockwerke. Dasselbe wird der Länge nach durchzogen von einem lichten Corridore, dessen Fenster zur Anzucht der im Institute für Zwecke der Praktica nöthigen Pflanzen, für Fluss- und See- wasseraquarien verwendet werden, während die Wände 20 grössere Tableaux aufweisen, in denen durch entsprechend ausgewählte und etikettirte Herbarpflanzen die wichtigsten morphologischen und biologischen Eigenthümlichkeiten der Pflanze dargestellt erscheinen. Der vom Eingange links hegende Theil des Oorridors führt in das Arbeitszimmer des Institutsvorstandes, in den Bibliotheks- raum, in den Arbeitssaal der Praktikanten und in einen zur Auf- stellung der morphologischen Sammlungen verwendeten Saal, der rechte Theil des Oorridors führt zu dem Kryptogamenzimmer, zu einem kleinen Laboratorium und zu den beiden Herbariumsälen. Die Bibliothek enthält momentan 2200 Werke, in ihr liegen 30 gegenwärtig erscheinende botanische Zeitschriften auf. Den Grundstock der Bibliothek bildete die von Kosteletzky und W^illkomm angelegte Bibliothek des alten botanischen Gartens, zu demselben kam die Bibliothek Willkomm's, welche 1893 an- gekauft wurde, ein Theil der Bibliothek Kosteletzky's, welcher 1893 von dessen Witwe geschenkt wurde, ferner Ankäufe und Schenkungen der letzten fünf Jahre, unter letzteren sind u. A. ins- besonders grössere Schenkungen des Herrn F. Tempsky in Prag und des Herrn W. Ott in Prag hervorzuheben. Der grosse Arbeitssaal enthält die vollständig ausgerüsteten Arbeitsplätze für 12 Praktikanten. Er wird gegenwärtig von den An- fängern benützt, welche das allgemein morphologisch-systematische Prakticum mitmachen, und für die mikroskopischen Demonstrationen 94 95 verwendet. Der Saal wurde zugleich zur Aufstellung der für das Prakticum und für die Demonstrationen nöthigen Sammlungen be- nützt. Er enthält u. A. in 12 Schaukästen eine morphologische Sammlung derThallophyten und Pteridophyten, eine Droguensamralung. eine Sammlung mikroskopischer Präparate und eine solche von Modellen. Die bei den Arbeiten der Studirenden fortwährend nöthigen Apparate. Waschbecken. Spülvorriehtungen, Reagenzien etc. fanden gleichfalls in diesem Saale entsprechende Aufstellung, während zur Verzierung der Wände, geradeso wie in allen anderen Räumen des Institutes Wandtafeln und botanisch interessante Photographien, von denen das Institut eine reiche Sammlung besitzt, verwendet wurden. Auch einzelne besonders interessante Objecte. wie eine grosse durch R. Marloth erworbene Wdivitschia . grössere Laminarien, Hexenbesen, Lianen u. dgl. konnten in dem Saale auf- gestellt werden. Der an den grossen Arbeitssaal anstossende Sammlungssaal enthält zwei Arbeitsplätze für Vorgeschrittene, ferner einen grossen Theil der morphologischen Sammlung, Gymnospermen und Angio- spermen, welcher in zwölf Schaukästen aufgestellt ist, die in ihren unteren Theilen in Laden die Materialsammlungen beherbergen. Die morphologische Sammlung enthält getrocknete und in Weingeist oder Formol conservirte Objecte. Sie umfasst 4000 Nummern und ist reich an werthvoUen Objeeten, unter denen insbesondere die zahlreichen von V. Schiffner in Java und Sumatra gesammelten und meisterhaft conservirten hervorragen, zahlreiche andere Objecte wurden durch Kauf, durch Aufsammlungen der Institutsangestellten, sowie endhch durch den Verkehr mit anderen Museen und Instituten erworben. Von der Sammlung wurden grundsäehlich schlecht conservirte und der Herkunft nach unsichere Objecte ferngehalten. Besondere Erwähnung verdient die in diese Sammlung auf- genommene reiche CoUection tropischer Nutzpflanzen, jene von Balanophoreen und Rafflesiaceen, von Belegstücken der im Institute ausgeführten Arbeiten u. A. Das sog. Kryptogamen- Zimmer ist zur Aufnahme der die „Kryptogamen" enthaltenden Theile des Herbars, ferner zur Aufstellung der für die Cultur von Pilzen und Algen nöthigen Apparate und zur Durchführung der damit zusammenhängenden Untersuchungen bestimmt. Gegenwärtig wird das Zimmer von Prof. Schiffner als Arbeitszimmer benützt. Das Kryptogamen- herbar umfasst u. A. das Presl'sche Farnherbar und ein grösseres, von J. Brei dl er angelegtes und dem Institute überlassenes Moos- herbar. Von Kryptogamen-Exsiccaten seien insbesondere genannt: Thümen. Mycotbeca universalis. Schneider, Pilze Schlesiens. Krieger, Fungi saxonici, Hauck et Richter. Phycotheca uni- versalis. Hübner, Lebermoose, Thiele, Laubmoose, Fiedler. Laubmoose, Flagey, Lichenes, Rabenhorst, Algae marinae, Opiz, Kryptogaraae, Beck. Kryptogamae exsiccatae, Seh i ff n er! llepaticae tropicae etc. 96 In den beiden Herbarsälen ist in 40 Kästen das grosse Phanerogaraen-Herbarium, ferner in einem grösseren Schaukasten der Schluss der morphologischen Sammlung, enthaltend grössere Objecte, untergebracht. Bei den Fenstern fanden Arbeitstische Auf- stellung, die zum Theile für selbständig arbeitende Botaniker bestimmt sind. Die definitive Aufstellung und Ordnung des grossen Herbariums konnte in Anbetracht der hiezu nöthigen Geldmittel und Arbeits- kräfte bisher noch nicht vollendet werden ; sie ist (in der Reihen- folge Durand"s) von den lianunculaceae bis zu den Melastomaceae gediehen. Das Herbarium geht bezüglich seiner Anlage weit zurück; es ist eines der ältesten und grössten Prager Herbarien und ent- hält zunächst eine grössere Zahl Pflanzen jener böhmischen Botaniker, welche direct oder indirect mit dem Herbarium zu thun hatten, also Pflanzen von Mikan, Schmidt, Opiz, Presl, Tausch, Knaf, Kosteletzky, Willkomm; viele Originalien von Pflanzen, welche diese Botaniker beschrieben, finden sieh in dem Herbarium. Ferner sind zahlreiche Pflanzen von Botanikern enthalten, welche mit den Genannten im Tausche standen, also insbesondere Pflanzen von Ledebour, Hayne, Sieber, Hoppe. Hinterhuber, Rochel. Wierzbicki, Besser, Turczaninow. Noe, Kablik, Pohl, Schleicher, Herbich, Freyer. Sadler, Baumgarten, Tappeiner. Weitz. Salzmann, Kotschy, Helfer, Drege, Knechtl, Parreisz. Poeppig, Funck etc. In neuerer Zeit kamen hinzu insbesondere Pflanzen von Willkomm (Spanien), Baenitz (Herb. Americ), Huter (Spanien, Itahen, Alpen). Hol üb (Afrika), Held reich (Griechenland), Battandier (Algier), Beck (Bosnien), Laube (Grönland), Bornmüll er (Orient), Gallier (Schlesien, Krimm), Wettstein (Oesterreich - Ungarn). Dörfler (Herb, norm.). Ha gl und v. Köllström (Schweden), Halacsy (Griechenland), Baldacei (Albanien), Karo (Dahurien), Bolus (Gap), Oborny (Alpen), Treffer (Alpen), Dörfler (Spitz- bergen), H. Braun (Niederösterreich), Fiala (Bosnien), Schiffner (Java) etc. Einen wesentlichen Bestandtheil bilden drei ganze Herbarien, deren Pflanzen in das Hauptherbarium eingereiht wurden, nämlich das Herbarium Haenke. welches den grössten Theil des auf dessen grossen Reisen erbeuteten Materiales umfasst, das Herbarium Kosteletzky, welches reich an Exsiccaten war und das Herbarium Zahlbruckner, das dadurch sehr werthvoll ist, dass dessen Besitzer mit zahlreichen Botanikern seiner Zeit im Pflanzenaustausch stand und von diesen Original -Exemplare zu erhalten strebte. Von Exsiccaten-Werken, welche getrennt aufgestellt wurden, sind zu nennen: Reichenbach, Herbarium florae germanicae; A. Kerner, Flora exsiccata Austro-Hungarica; Tausch, Plantae bohemicae; Tiselius, Potamogeton-Exsiccatae u. A. Schätzungsweise umfasst das Herbarium 80.000 Exemplare. 97 Wie schon früher bemerkt wurde, fällt die Gründung des botanischen Institutes der k. k. deutschen Universität in Prag in das Jahr 1892, und erst Ende 1898 konnte es nach erfolgter üeber- siedlung in das neue Institutsgebäude entsprechend untergebracht werden ; in mehrfacher Beziehung bedarf daher das Institut heute noch der weiteren Ausgestaltung, um allen Anforderungen zu ent- sprechen. Es sei schhesshch ein Verzeichniss derjenigen Abhandlungen gegeben, welche seit 1892 bis Anfang 1899 unter dem gemeinsamen Titel „Arbeiten des botanischen Institutes der k. k. deutschen Universität in Prag" zum Theil selbständig, zum Theil in ver- schiedenen Zeitschriften erschienen. In dieses Verzeichniss wurden nur jene Arbeiten aufgenommen, welche sich auf Untersuchungen stützen, die in den Räumen und mit den Mittein des Institutes durchgeführt wurden. Dass die Angestellten noch überdies eine wissenschafthche Thätigkeit entfalteten, dass die Mittel auch zu zahl- reichen anderen Arbeiten zur Verfügung gestellt wurden, sei nur zur Vermeidung von Missverständnissen erwähnt. Arbeiten des botanischen Institutes der k. k. deutschen Uni- versität in Prag: 1. Wettstein E. v., Untersuchungen über Pflanzen der österr.-ung. Mon- archie. IL Die Arten der Gattung Euphrasia. (Oest. bot. Zeitschr. 1893.) 2. Schiffner V., Ueber exotische Hepaticae. (Nova acta Leop. Carol. Akad. 1893.) 3. — — , Morphologie und systematische Stellung der Metzgcriopsis pusilla. (Oest. bot. Zeitschr. 1893.) 4. Wettstein E. v.. Ueber das Androeceum von Philadelphus. (Ber. d. deutsch, bot. Ges. 1893.) 5. Czapek Fr., Zur Kenntniss des Milchsaftsystems der Convolvulaceen. (Sitzungsber. d. Wiener Akad. 1894.) 6. MatouschekF., Die Adventivknospen an den Wedeln von Cystopteris hulhifera. (Oest. bot. Zeitschr. 1894.) 7. Sterneck J. v., Beitrag zur Kenntniss der Gattung Alectorolophus. (Oest. bot. Zeitschr. 1895.) 8. Schiff ner V., Eevision der Gattungen Bryopteris, Thysananthus, Ptychanthus und Phragmicoma. (Hedwigia 1894.) 9. Wettstein E. v., Monographie der GAttnng Euphrasia. Leipzig (W. Engel- mann) 1895. 10. Schiffner V., Hepaticae in Engler-Prantl, Nat. Pfl. Farn. 1894. 11. Wettstein E. v., Glohulariaccae in Engler-Prantl. Nat. Pfl. Farn. 1894. 12. Eompel J., Krystalle von Calciumoxalat in der Fruchtwand der Umbelli- feren und ihre Verwerthung für die Systematik. (Sitzungsber. d. Wiener Akad. 1895.) 13. Wettstein E. v., Globulariaceen-Studien. (Bull, de l'herb. Boris. 1895). 14. Maly G. W., Beiträge zur Diatomaceenkunde Böhmens. (Verh. zool.-bot. Ges. 1895.) 15. Wettstein E. v., Äuagosperma, eine neue Gattung aus der Familie der Scrophulariaceen. (Ber. d. deutsch, bot. Ges. 1895.) 16. — — , Der Saison-Dimorphismus als Ausgangspunkt für die Bildung neuer Arten im Pflanzenreiche. (A. a. 0.) 17. Eompel J., Drei Carpelle bei einer Umbellifere. (Oest. bot. Zeitschr. 1895.) 18. Wettstein E. v., Myoporaceae in Engler-Prantl, Nat. Pfl. Farn. 1895. 19. Schiff ner V., Kritische Bemerkungen über Mar chantia Berteroana und M. tabularis. (Oest. bot. Zeitschr. 1896.) Oesterr. botan. Zeitschrift. 3. Hpft. 1899. 8 98 20. , Wiesnerella, eine neue Gattung der Marchantiaceen. (A. a. 0.) 21. Wett stein E. v., Die Gattungszugehörigkeit und systematische Stellung von Gentiana tenella und G. nana. (A. a. 0.) 22. Maly G. W., Untersuchungen über Verwachsungen und Spaltungen von Blumenblättern. (Sitzungsber. d. Wiener Akad. 1896.) 23. Hoffmann J., Beitrag zur vergleichenden Anatomie der Arten der Gattung Sempervivum. (Oest. bot. Zeitschr. 1896.) 24. Kräsa A., Untersuchungen über den Ursprung der Petasites Kahlikianus Tausch. (A. a. 0.) 25. Wett st ein E. v., Die Arten der Gattung Gentiana; Sect. Endotricha und ihr entwicklungsgeschichtlicher Zusammenhang. (Denkschr. d. Wiener Akad. 1896.) 26. — — , Zur Systematik der europäischen Euphrasia- Arten. (Oest. bot. Zeitschr. 1896.) 27. Schiffner V., Bryologische Mittheilungen aus Mittelböhmen. (A. a. 0.) 28. , Revision der Gattungen Omphalantlms und Lejeunea. (Engler's Bot. Jahrb. 1897.) 29. — — , Neue Beiträge zur Bryologie Nordböhmens und des Eiesengebirges. (Sitzungsber. d. naturw.-med. Ver. Lotos 1896.) 30. Hoffmann J., Beitrag zur Kenntniss der Gattung Odontites. (Oest. bot. Zeitschr. 1897.) 31. Schiffner V., Conspectus Hepaticarum Archipelagi Indici. Batavia. Staatsdruckerei 1897. 32. Lühne V., Ueber ein s üb fossiles Vorkommen von Diatomaceen in Böhmen. (Oest. bot. Zeitschr. 1897.) 33. WettsteinE. v., Zur Kenntniss der Ernährungsverhältnisse von JSwfj/irasia- Arten. (A. a. 0.) 34. Wettstein E. v., Die Innovationsverhältnisse von Phaseolus coccineus. (A. a. 0.) 35. Lühne V., Das Sporogon von Anthoceros und dessen Homologieen mit dem Sorus der Farne. (Sitzungsber. d. naturw.-med. Ver. Lotos 1898.) 36. Schiffner V., Espositio plantarum in itinere indico annis 1893/94 sus- cepto collectarum etc. (Denkschr. d. Wiener Akad. 1898.) 37. Eesultate der bryologischen Durchforschung des südlichsten Theiles von Böhmen. (Sitzungsber. d. naturw.-med. Ver. Lotos 1898.) 38. Wettstein E. v., Ueber die Schutzmittel der Blüten geophiler Pflanzen. (Abh. d. naturw.-med. Ver. Lotos 1898.) 39. Schiffner V., Eine neue Pflanzengattung der indo-malayischen Flora. (Ann. d. Jard. bot. de Buitenzorg 1898.) 40. Fuchs A., Untersuchungen über Cytisus Adami. (Sitzungsber. d. Wiener Akad. 1899.) 41. Jakowatz, Die Arten der Gattung Gentiana, Sect. Thylacites und ihr entwicklungsgeschichtlicher Zusammenhang. (A. a. 0.) 42. Folgner V. Beiträge zur Kenntniss der Entwicklungsgeschichte einiger Süsswasser-Peridineen. (Oest. bot. Zeitschr. 1899.) 43. Schiffner V., Beiträge zur Lebermoosflora von Bhutan. (Ost-Indien.) (A. a. 0. 1899.) 44. Hofmann C, Untersuchungen über Scolopendrium hybridum Milde. (A. a. 0.) 46. Wettstein E. V., Des cendenztheoretische Studien I. Der Saison-Dimor- phismus im Pflanzenreiche. 99 Lichenologische Fragmente. Von Dr. F. Arnold (München). 36. Fortsetzung, i) II. Neufundland. Die Beantwortung der Frage, in welchem Umfang die Flechten- floren von Neufundland und Europa übereinstimmen, ist der Zukunft vorzubehalten. Auf Grund der weiteren Zusendungen des Herrn Wag hörne könnten bei nicht wenigen der im Fragment 35 er- wähnten Arten neue Standorte hinzugefügt werden, da aber die europäischen Leser, wie anzunehmen ist, hieran kein Interesse haben, so überlasse ich es Herrn Waghorne, diese für die geographische Verbreitung der einzelnen Arten in Neufundland erheblichen Angaben in einer amerikanischen Zeitschrift bekannt zu geben. Zu berichtigen ist, dass die in Fragment 35 (Nr. 31 — 135) erwähnten Standorte: Snack Oove (Nr. 31); Independant (Nr. 35, 81); Eraily Harbour (Nr. 36, 68); Battle Harbour (Nr. 41, 52, 54, 55, 60, 63, 135); Indian Harbour (Nr. 43, 44, 51, 52); Turners Head (Nr. 49, 57, 66, 111, 130); Holton (Nr. 56); Fox Cove (Nr. 62); Packs Harbour (Nr. 60, 63); Bluff Head (Nr. 60, 98) zu Labrador und nicht zu Neufundland gehören. 29. Usnea barhata L. f. hirta L., an Nadelholzzweigen bei Green Harbour in der Trinity Bay (E. 426). Thallus erectus, paUide stramineus, soredia minuta, verruculosopulverulenta. Die normale f. hirta steril bei Sandy Point in der Bay of S. George, Thallus virenticinereus (859, a). f. dasopoga Ach. : an verschiedenen Standorten kommt eine sterile Form vor: Thallus tenuior pendulus, esorediosus, fibrillis numerosis, bei Shoal Point (207), Wild Oove (404); vermengt mit Älectoria sarmentosa bei Letel Harbour (E. 85); gesellig mit Bamal. pollinariella bei Frenchmans Oove (347); bei Bay Bulls Arm. (E. 17). f. hirtella Arn. exs. 911, Jura Nr. 1, München 1891, p. 8: steril bei Sandy Point in der Bay of S. George (859): planta pendula, esorediosa, ramuli numerosissimi. horizontales, subspinosi et sat breves. 262. Ramalina poUinaria Ach., an Felsen bei Exploits (E. 2.), pl. rupestris, thallus flaccidus, sorediis lateralibus conspersus. 44. Stereocaulon tomentosuni Fr., bei Birchy Oove. 127; bei Olarks Brook in der Bay of Islands. 176: stipites albidotomentosi, apothecia convexa, minora. 17. C. cenotea Ach., bei M' Ivers Cove, 57; bei Middle Arm, 187: planta graciiior, podetia tenuiora, scyphifera. 1) Vergl. Nr. 2, S. 56. 8* 100 18. C. sqiiamosa: bei Cooks Brook, 221, Goal River, 481, vergens ad f. squamosissinKuu Fi. podetia foliolis obtecta, basin versus crassiora, 2 centim. alta. Bei Grand Lacke in der Bay of Islands, 101 : habitu ad f. polychonlam Fl., Wainio Clad. 1 p. 442, Arn. Fragra. 31 p. 4, ic. Arn. exs. 1278, accedens, K — , podetia minute granulosa, decor- ticata, repetite tabulata. Bei Afrey Beach, 68, podetia erecta, squamulosa, apice subu- lata: comp. Arn. Eehm Clad, exs. 1895 p. 11, Nyl. apud Zw. exs. 1020. f. phyllocoma Rabh., Wainio Clad. 1 p. 441, Arn. München Nr. 29; bei Meadows, 65, a; bei Wild Cove, E. 35: podetia cor- ticata, albesc, foliolis maioribus obtecta, apice subulata; bei Afrey Beach, 70; podetia corticata, pallida, repetite scyphifera, scyphi maiores, praeeipue margine valde foliolosi. 20. C. furcata H., bei Lark Harbour, 30, f racemosa fissa Fl. Oomm. p. 151, Wainio Clad. 1 p. 329, podetia hie inde in lougitudinem fissa. m. platystelis Wallr. S. p. 141, 158; ic. Arn. exs. 1314, 1341 (huc pertineat lacera Schaer. En. p. 184, stipitum superficies lacera): bei River Head, 109: podetia jam vetustiora in longitudinem diremta. 23. C. degenerans Fl. : bei Meadovrs, 146, scyphus longitudina- liter scyphulis minutis obsitus (comp, perithetum Wallr. S. p. 76, 83). 24. C. verticillata R. f. phyllophora Fl., bei Goal River, 132: scyphi margine ibliosi. 25. C. fimhriata L., bei Johns Beach, 17, podetia simplicia apice apothecio coronata (fibula Ach.). Bei Sandy Point, 218, scyphuli e stipitum latere proliferi (lateralis Schaer. Enum. p. 185). l pteryqota Fl. Comm. p. 69, Arn. Fragm. 31 p. 3, ic. Arn. exs. 1416; Wainio Clad. 2 p. 220: bei Irishtown, 25. a: Thalii foliola magna, 1 centim. lata, podetia subulata, albidopulverulenta, breviora. 25. C. ochrochlora Fl., planta fructifera, apothecia in eodera specimine pallidiora testacea, rufescentia et fusca, bei Birchy Cove, 42, 97; bei Johns Beach, 125, 126. 263. C. decorticata Fl., Arn. Jura Nr. 41, Wainio Clad. 2 p. 67 : bei Afrey Beach in der Bay of Islands, 67 : planta sterilis, K — , podetia recta, 3 — 4 centim. alta, ascypha, apice non raro sub- ramosa, decorticata, squamulosa, squamulis patentibus. 264. G. pijcnothelim Nyl. Flora 1875 p. 441, Wainio Clad. 2 p. 330, Arn. Jura Nr. 37, f epiphylla Arn. (1864), Arn. Jura 1890 p. 16; ic. Harmand Lieh. Lorraine t. 9 Fig. 28, exs. Ha r man d 2, Nr. 191 bis; 10 Nr. 178; bei Woods Island, 82; bei Lark Har- bour 219 : podetia duplicia, minuta, fructifera, apotheciis nigrofuscis atque in eodem specimine longiora, subulata, apotheciis e latere stipitis proliferis. 101 265. C. subcariosa Nyl. Flora 1876 p. 560, Wainio Clad. 2 p. 38, exs. Arn. 1722, Harmand 169 bis: bei Grand Lake, 104: pl. sterilis, thalli foliola longiora, K. rubesc. 54. Platysma cucullatum Bell, steril vermengt mit Plat. nivale, Clad. rangiferina und uncialis bei Chimney Oove (211). 57. Platysma pinastri Scop., von Waghorne an verschiedenen Standorten an Rinde beobachtet. 61. Parmeliopsis amhigua Wulf; c. ap. in der Trinity Bay, 6. 62. P. hyperopta Ach., c. ap. bei Birchy Cove, 351. 64. J. physodes: vittata Ach., bei Bay BuUs Arm in der Trinity Bay, 26; bei Goose Arm, 278. 79. P. pulv. Dinscigena Ach., steril bei Middle Arm, 513. 81. Peltigera canina L., bei Birchy Cove, 346. f. soreumatica Flot., Arn. München 1891 Nr. 88 p. 38, exs. Arn. Monac. 424: steril bei Clode Sound, E. 46: thallus minor, rotundatus, sorediis cinereis consitus. 266. Pelt. pusilla Fr., Arn. Jura Nr. 93, München Nr. 88 : bei Meadow^s in der Bay of Islands, 136, omnino cum planta enropaea conveniens. 267. Pelt. polydaciyla^Qok., c. ap. in der Bay of Islands, 43, 270. 268. Pelt. malacea Ach., Arn. Jura Nr. 92, bei Bay Bulls Arm, E. 67; bei Middle Arm, 431: thallus subtus spongiosus. 90. Solorina saccata L., c. ap. bei Benoits Oove, 98; bei Johns Beach, 172. 93. Gyrophora vellea L., bei Shoal Point. 285: sporae 0012 mm lg., 0-006 mm lat., octonae. 269. Gyroph. hirsuta Sw., in Neufundland (leg. Despreaux sec. Schaer. Enum. p. 23): bei Exploits in der Notre Dame Bay, 73, 79, thallus tenuior, subtus fuscohirsutus. 95. Gyrophora Muehleribergii Ach., in der Notre Dame Bay, E. 7. 270. Gyroph. deiista L., bei Grand Lake in der Bay of Islands, 288: thallus supra obscure flocculosus, furfuraceus, subtus nudus, lacunulosus. 271. Pannaria lepidiota Somft. Läpp. p. 174, Th. Fries arct. p. 74, Nyl. syn. 2, p. 33, steril bei Eope Cove in der Bay of Islands, 220: squamulae adscendentes, latiores. 272. Pann. triptophylla Ach., an Baumrinden steril bei Eope Cove, 556; Lark Harbour, 557; Wild Cove 473; bei Shoal Point gesellig mit Leptogwm tremelloides L., 213. 109. Amphiloma hypnorum Vahl, Nyl. syn. 2, p. 22: bei Halfway Point, 34: planta normalis, bene fructifera. Bei Summerside, 13: tota planta nigricans, thallus minute squamulosus, gonidia simphcia. luteoviridia, 0012 — 16 mm lat.. apoth. urceolata, margine granulata, sporae oblongae, 0015 mm lg.. 0006 mm lat. 102 114. Physcia scopularis Nyl, Arn. Miquelon Nr. 75: auf Gestein bei Bay of Islands mit Rinodina jjyrina, 596: planta bene fruetifera, sporae polaridyblastae, 0-015 mm lg., 0*006 mm lat. (Fortsetzung folgt.) Ein Beitrag zur Flora von Nordost-Steiermark. Von Dr. August v. Hayek (Wien). Durch einen zweimaligen Aufenthalt während des Hochsommers in Voran war ich in die Lage versetzt, die Flora dieser in bota- nischer Beziehung fast noch unbekannten Gegend kennen zu lernen. Voran liegt am Südfusse des Wechsels, jenes langen Urgebirgs- rückens, der östlich vom Semmering die Grenze zwischen Nieder- österreich und Steiermark bildet. Die weitere Umgegend dieses durch sein altes Chorherrenstift bekannten Marktfleckens umfasst das Quellgebiet der Raab, speciell das ihres Nebenflusses Feistritz und der in sie mündenden Lafnitz. Die geologische Unterlage ist fast durchwegs Gneiss und Glimmerschiefer, nur an der gegen Weiz abfallenden Südseite des „Gschnaid" genannten Sattels findet sich Kalk, als ein Ausläufer von der Lantsch- und Schöckel- gruppe her. Obwohl ziemlich hoch gelegen (Voran hat eine Meereshöhe von 660 m), zeigt die Flora des ganzen Gebietes fast keinen sub- alpinen Charakter, und erst auf den Abhängen des Wechsel kann man mehreren Voralpenpflanzen begegnen. Nichtsdestoweniger sind einige der von mir im Gebiet gemachten Funde interessant genug, um der Allgemeinheit bekannt gegeben zu werden, und so habe ich mich denn entschlossen , meine gemachten Beobachtungen zu veröffentlichen. Es erübrigt mir noch, an dieser Stelle Herrn Anton Tau SS, dem in jedem Fache gründlichsten Kenner des Gebietes von Voran , dem ich manche interessante Angabe über Standorte verdanke, meinen verbindlichsten Dank zu sagen. Ich gebe in Folgendem eine Liste der Mehrzahl der von mir, besonders in Voran und seiner engeren Umgebung gemachten Funde. Leider kann die Liste auch nicht den geringsten Anspruch auf Vollständigkeit machen, da ich nicht Müsse genug hatte, mich eingehender mit dem Studium der dortigen Flora zu beschäftigen. Besonders an Ru busarten dürfte das Gebiet sehr reich sein; vielleicht wird sich später einmal Gelegenheit ergeben, die folgende Liste zu vervollständigen. Asplenium septentrionale Hoflfm. Nicht selten, so am Stifts- berg von Vorau; an der Strasse nach Rohrbach; bei Schloss Pestenburg. Phegopteris dryopteris Fee. Bei Vorau, Pöllau und Friedberg gemein. 103 ÄtJiyrium alpestre Eyl. Am Südabhang des Wechsel bei 1400 m. Onoclea struthiopteris Hoffm. An der Lafnitz bei Beigirtl nächst Vorau; im Festenburger Graben des Wechsel. Botrychium matricariae Spr. Waldblösse am Saurüssel an der Südseite des Wechsel, Lycopodium clavatum L. Bei Vorau, selten. Sparganium erectum L. Am Stiftsteich von Vorau. Veschampsia flexuosa Trin. var. montana Beck. Wiesen am Südabhang des Wechsel. Nardus stricta L. Auf Grasplätzen bis auf den Gipfel des Wechsel sehr häufig. Lolium temulentum L. Auf Aeckern zwischen Vorau und St. Lorenzen am Wechsel. Carex echinata L. An feuchten, moorigen Stellen überall bei Vorau und Pöllau, bis auf den Wechsel. Carex leporina L. Südabhang des Wechsel. Carex caespitosa L. Feuchte Waldstellen am Weg von Vorau zum Strassbauer. EriopJiorum vaginatum L. QueUige Stellen unterhalb der Vorauer Schvraig am Wechsel, 1300 rn. Acorus calamus L. Am Teich im Gemüsegarten des Stiftes bei Vorau. Listera cordata E. Br. Schattige Bergwälder bei St. Jacob am Wechsel. Spiranthes spiralis 0. Koch. Stiftsberg von Vorau ; bei St. Lo- renzen am Wechsel. Salix aurita L. An feuchten Stellen sehr häufig; am Wechsel bis 1350 m. Ähius viridis DC. In Wäldern, an buschigen Stellen bei Hart- berg, Friedberg, Vorau und Pöllau höchst gemein. Polygonum dumetorum L. Stiftsberg von Vorau. Chenopodium rubrum L. Einmal in den Gassen von Vorau. Chenopodium honus Henricus L. Gemeines Unkraut in Vorau, Pöllau und Friedberg. Silene Gallica L. In Haferfeldern zwischen Vorau und St. Lo- renzen. Melandrium rubrum Gareke. In den Schluchten des Wechsel, so bei Demmeldorf. Bianthus deltoides L. Auf Wiesen bei Vorau und Pöllau häufig. Stellaria uliginosa Murr. var. alpicola Beck. An quelligen Stellen bei der Vorauer Schwaig am Wechsel. Scleranthus annuus L. ü eberall auf Aeckern. Sisymbrium officinale L. In den Gassen von Vorau. Drosera rotundifolia L. An moorigen Stelten bei Vorau, so beim Forellenteich des Stiftes; auf der „Hochschwabaussicht". Sedum maximum L. Felsige Abhänge zwischen Brück an der Lafnitz und Demmeldorf. 104 Buhus nesfiensis Hall. Baehufer am Fussweg von Vorau nach Pöllau, unweit vom Strassbauer. Ruhus bifrons Vest. An Hecken und Ackerrändern bei Vorau häufig. Rosa ferruginea Vill. var. livida Host. Bei Vorau nicht selten; so am Stiftsberg; bei der „Hochschwabaussicht"; an der Strasse zum Kreuzwirth. liosa montana Chaix var. Breynimi H. Br. An der Strasse von Vorau nach Wenigzeil. Trifolium arvense L. Am Stiftsberg von Vorau; zwischen Pöllau und Pöllauberg. Geranium pusiUum L. Bei Vorau. Viola saxaülis Schm. Bei Schloss Festenburg am Wechsel. Oenothera muricata L. An der La&itz zwischen Eohrbach und Beigirtl. Epilohium colliiium Gmel. Stiftsberg von Vorau. Epilohium palustre L. Sumpfwiesen am Weg von Vorau zum Strassbauer. Clrcaea intermedia Ehrh. Feuchte, schattige Waldstellen zwischen Vorau und Wenigzeil und zwischen Vorau und Waldbach. Feplis portula L. Feuchte Stellen am Weg von Vorau zur Kreuzkirche. lihododendron ferrugineum L. Ist am Wechsel keineswegs selten, sondern findet sich überall an der Nordseite der den Kamm bedeckenden Felstrümmer in Gesellschaft von Pinus montana, Mill.. Älnus viridis D. C, Empetrum nigrum L. und Vaccinium 'idiginosum L. Erica carnea L. An der Südseite des Gschnaidsattels bei Weiz. Vaccinium myrtillus L. In allen Wäldern des ganzen Gebietes höchst gemein und den Boden weithin bedeckend. Vaccinium vitis Idaea L. Unter der vorigen. Lysimachia punctata L. Bei Demmeldorf am Wechsel; am Fussweg von Vorau nach Hartberg. Cyclamen Europaeum L. Bei Pöllau am Anfang der Strasse zum Kreuzwirth; bei P'riedberg; häufig bei Anger und Weiz; fehlt bei Vorau. Erythraea centaiirium Pers. Häufig bei Vorau. Gentiana ciliata L. An der Südseite des Gschnaidsattels bei Weiz. Gentiana pneumonanthe L. Auf Sumpfwiesen zwischen Hart- berg und Grafen dorf. Gentiana Austriaca A. u. J. Kern. Am Stiftsberg von Vorau. Galeopsis puhescens Bess. In Vorau. Lamium album L. In den Gassen von Vorau und Pöllau häufig. Marruhium vulgare L. In den Gassen von Vorau, 105 Lithospermum arcense L. Vereinzelt: so bei Brück an der Lafnitz. Veronica sciitcllatn L. Feuciite. lehmige Stellen am Wege von Voran zur Kreuzkirche. Veronica Tourncfortii Gmel. Bei Vorau. Eiipliraf^ia stricta Host. Im ganzen Gebiete höchst gemein und am Wechsel bis 1500 ra steigend. Euphrasia Roxtkoviana Heyne. Mit voriger, aber seltener. Lonkerd nigra L. In Wäldern an der Strasse von Vorau nach Pöllau. So.ahiosa ochroleuca L. An der Südseite des Gschnaidsattels bei Weiz. Bryonia alba L. An Zäunen bei Waldbach (ob wild?). Jasione nwntana L. Bei Vorau und Pöllau gemein. Filago Germanica L. Zwischen Pöllau und Pöllauberg. Filago montana L. Auf schlechten Wiesen im gauzen Gebiete gemein. Gnaplialium ullginosum L. Bei Vorau, Friedberg und Pöllau gemeines Ackerunkraut. RudlecTiia laciniata L. Am Ufer des Vorau-Baches unterhalb Vorau. Chrysanthemum vulgare Bernh. Von Aspang über Friedberg bis Dechantskirchen. Fehlt bei Vorau. Chrysanthemum parthenium Pers. In Bauerngärten cultivirt und verwildert. Senecio silvaticus L. üeberall in Holzschlägen. Senecio viscosus L. Mit voriger, seltener. Senecio vulgaris L. Gemeines Unkraut. Arnica montana L. Zwischen Vorau und dem Strassbauer; am Wechsel. Carduus personatus Jaeq. In den Schluchten des Wechsel, so im Festenburger Graben. Centaurea jacea L. Üeberall auf Wiesen. Centaurea pratensis Thuill. Auf Wiesen bei Vorau sehr häufig. Centaurea nigra L. Auf einer Wiese an der Strasse von Vorau zum Kreuzwirth (eingeschleppt?). Centaurea stenolepis Kern. An der Strasse von Vorau nach Eohrbach und zwischen Vorau und St. Lorenzen. Hieracium Trachselianmn Christen. Alpenwiesen am Wechsel. Hieracium vulgatum Fr. var. Knafii Gel. Bei Brück an der Lafnitz. Hieracium tridentatum Fr. var. polycladum Juratzka. Zwischen Brück an der Lafnitz und Demmeldorf. Hieracium umhellatum L. An Waldrändern zerstreut. 106 Beiträge zur Flora des Eisenburger Comitats. Von. Dr. A. Waisbecker (Güns). Fortsetzung.!) Plantago lanceolata L. b) f. silvatica Fers, in Szerdahely, c) f. ramigera m. Die Aehre hat an der Basis 1 — 2 lappige Seitenzweige; in Tömörd fand ich 2 Pflanzen, an denen die Aehren derart gestaltet waren. Bidens tripartita L. b) f. integer C. Koch, c) f. pinnatifida Turez. ; beide in Güns. Achillea Ptarmica L. b) f. suhintegra Heim. ; in Hammer. Änihemis macrantha HeufiF. ; Stoppelfeld in Güns. Chrysanthemum Leucanthemum L. b) var. lanceolatum Pers. in Güns, c) f. hispidum Born; in Ozäk. d) f. chloranthum m. mit grünen Strahlblüten; Bergwiese in Eechnitz. Inula salicina L. b) f. snbhirta 0. A. Mey. ; in Güns. /. hirta L. a) imiflora Spern, b) multiflora Spern; beide in Bozsok. I. salicina X hirta a) I. semicordata Borb. ; Waldrand in Güns. b) I. rigida Dölt; Waldschlag in Güns. Aster Ämellus L. b) f. lauticeps G. Beck, c) f. albißorus m. mit ganz weissen Eandblüten; beide io Güns. Füago montana L. b) var. major m. Der Stengel ist von Grund auf reich verzweigt, die Aeste ausgesperrt, auch smd die Köpfchen grösser als bei der typischen Form, 3 — 4 mm lang und 2 mm dick; überdies in allen Theilen reichlicher wollhaarig. Wald- schlag in Szerdahely. Gnaphalium silvaticum L. b) f. stramenticium G. Beck; in Güns. Erechthites hieracifolia Eafif b) f. minor m. (siehe Oest. botan. Zeitschr. 1895, pag. 109); Waldrand in Rattersdorf (Piers.). Carlina vulgaris L. b) f. nigrescens Form.; c) f. planifolia Schur. ; beide in Güns. C. longifolia Reichb. ; in den Wäldern von Güns. Centaurea Castriferrei Borb. et Waisb. (in Geogr. plant, com. Oastriferrei H vod Prof. Borbas, pag. 506); wächst in den Kastanienhainen von Güns und Rattersdorf. C. nigrescens Willd. ; an Weingartenrainen in Güns. C. Jacea X nigrescens = C. extranea G. Beck; an Wein- gartenrainen in Güns. C. Jacea L. b) f. elata Reichb. ; in Güns. C. Scahiosa L. b) f. dumetorum G. Beck, c) f. spinulosa Roch., d) f. heterophylla G. Beck, e) f. integrifolia Vuk. ; sämmt- lich in Güns. f) f. defimbriata m. Die Anhängsel bloss gezähnt, beinahe ohne Cilien; in Bozsok. 1) Vgl. Nr. 2, S. 60. 107 Clrsium palustre Scop. b) var. Chaülctti Gaud. ; nasse Wiesen in Pilgersdorf, c) var. macropteruni m. Der Stengel ist einfach oder oben verzweigt, bis zur Spitze beblättert, von den herab- laufenden Blättern ununterbrochen und breit geflügelt, trägt er an manchen Stellen 4 — 5 gezähnte Flügelsäume, welche bis 3 mm breit, an den Zähnen aber 10 mm breit sind. Ferner sind die Blütenköpfchen dieser Varietät sehr klein, nur etwa 10—12 mm lang und bilden an der Spitze des Stengels oder der Aeste kleine traubige Knäuel; überdies sind die Dornen sowohl am Stengel als an den Blättern klein und schwach. In Lockenhaus und Geres- dorf, d) f. perarmatum m. Die strohfarbenen Dornen sind so- wohl am Flügelsaum des Stengels als an den Blättern sehr zahl- reich, bis 12 mm lang und sehr kräftig. In den Waldschlägen bei Güns. C. canam All. b) var. multiceps m. Der sehr kräftige Stengel ist oben reich verzweigt, die Zweige tragen unter dem grossen Endköpfchen an kurzen Stielen, hie und da auch fast sitzend, 1 — 3 kleinere ßlütenköpfchen. An Grabenrändern in Güns. C. pannonicum Gaud. b) f auriculatum Schur; in Güns. C. rivulare Link b) var. Salishurgense D. C. ; auf nassen Wiesen in Bozsok und Eohoncz. C. arvense L. b) var. decurrens Wallr. in mehreren Formen, nicht selten auch auf trockenem Boden, somit nicht hydrophil ; in Güns und Tömörd. c) f. grandiceps m. Die Blütenköpfchen, bei den meisten Formen klein, sind bei dieser schon zur Blütezeit 20 — 25 mm lang und 12 mm dick ; im Fruchtzustand aber 35 — 40 mm lang und 15 mm dick; in Güns. d) f. grandiflora m. Die Blüten überragen bei der typischen Form die Hüllblätter nur wenig, bei dieser auf den Aeckern in Güns häufigen Form sind die Blüten grösser, deren Eöhre und linealen Zipfel länger, überragen die Hüllblätter beträchtlich, die randständigen Blüten sind zurück- gebogen und verhüllen so die Hüllblätter zum grossen Theile. C. palustre X rivulare a) C. subalpinum Gaud. ; auf nassen Wiesen in Rattersdorf b) C. Oenanum Treuinf. ; in Rattersdorf und Geresdorf C. palustre X canum a) C. silesiacum Schltz. ; in Weissen- bachl. C. pannonicum X canum a) C. cano-pannonicum Neilr. 1859 (C. austro-pannonicum Simk. in Waisbecker „Köszeg Flor" 1891 ; C. subcanum G. Beck 1893) und b) C. persimile G. Beck; beide im Kastanienhaine in Güns. C. canum X rivulare a) C. Siegertii. Schltz. in Güns und Glas- hütten a./L. b) C. suhrivulare G. Beck ; in Güns. c) C rivulari- forme m. ; weicht vom C. suhrivulare bloss dadurch ab, dass bei diesem am Ende des Stengels 2 — 3 Köpfchen gehäuft sind; auf nassen Wiesen in Güns. C. erisithales X pannonicum b) C. erisithaloides Hut. mit C. LinManum Löhr; im Kastanienhaine in Güns. 108 C. rivnlare X oleraceum a) C. rrncagineum D. C. b) C. prae- morsum Reichb. (non C. iiraemorsum Michl nee. Treuinf.) ; beide aaf nassen Wiesen in Güns und ßattersdorf. C. palustre X oleraceum b) C. hyhridum Koch ; cultivirt Von den Samen der Pflanze, welche ich in Steinbach hart an der österreichischen Grenze 1892 sammelte, erhielt ich 2 Pflanzen, welche auch heute noch in meinem Garten stehen, und wovon die eine den Charakter des C. hyhridiim zeigt, die andere jedoch einen Eücksehlag darstellt und wenig von dem typischen C. oleraceum abweicht. Serratula tinctoria L b) var. lancifolia Gray; in Güns. Trayopogon pratensis L. b) f. revolutns Schweigg; in Güns. Lactiica saligna L. a) f. Biippiana Wallr. ; in Güns. b) f. WaUrothii Spreng; in Liebing. (Schlnss folgt.) Literatur-Üebersicht '). Jänner 1899. Bau er E. Ein bryologischer Ausflug auf den Georgsberg bei ßaudnitz in Böhmen. (Deutsche botan. Monatschr. XVII. Jahrg. Nr. 1. S. 1—4.) 8«. Neu beschrieben wird u. a. : Hypnum chrysophyllum Brid. var. intercedeiis Bauer. Bode G. Zur Eeindarstellung des Chlorophylls. (Botan. Centralbl. Bd. LXXVII. Nr. 3/4. S. 81—87.) 8". Czapek F. Zur Chemie der Holzsubstanz. (Sitzungsber. d. d. naturw. med. Ver. Lotos. 1898. Nr. 7.) 8°. 9 S. Die Abhandlung enthält eine Kritik der bisherigen Anschauungen über die für das pflanzliche Holz charakteristische Substanz und die Mit- theilung über die Darstellung einer neuen, die charakteristischen Reactionen des Holzes aufweisenden Substanz, welche Verf. Had romin nennt. Daila Torre K. W. v. Die Alpenflora der österreichischen Alpen- länder, Südbayerns und der Schweiz. Nach der analytischen Methode , zugleich als Handbuch zu dem vom D.-Oe. Alpen- verein herausgegebenen „Atlas der Alpenflora". München. (Lind- auer.) Kl. 8°. 270 S. Bei Beurtheilung einer Excursionsflora ist es immer nöthig, deren Zweck zu beachten. Das vorliegende Buch hat den Zweck, den Alpenwanderer in die Lage zu versetzen, die in den Alpen vorkommenden Pflanzen zu bestimmen, es hat aber zugleich auch die Aufgabe, dem sammelnden Bota- niker eine Orientirung über die zahlreichen in neuerer Zeit unterschiedenen Formen von geringerer morphologischer Verschiedenheit zu ermöglichen. 1) Die „Literatur-Üebersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksiclit auf jene Abhandlungen an, die entweder in Oesterreich- Ungarn er- scheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direct oder indirect beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung thun- lichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst errucht. Die Redaction. 109 Um beiden Zwecken zu entsprechen, musste das Buch die Mitte zwischen populärer und wissenschaftlicher Darstellung halten, und in der That ist es dem Verfasser gelungen, diese schwierige Aufgabe zu lösen. Er ist durch Hervorhebung auffallender Merkmale, durch Handlichkeit und Kürze den Bedürfnissen der Touristen, durch Aufnahme der im Gebiete beobachteten Formen und Hybriden, durch genaue Verbreitungsangaben und richtige Nomenclatur jenen der Botaniker gerecht worden. Dass er sich in letzterer Hinsicht vielfach an die besten der vorhandenen Floren (P ritsch, Excur- sionsflora, Beck, Flora von Niederösterreich, Gremli, Flora der Schweiz) hielt, kann dem Buche nur zum Vortheile gereichen. Dass manche Formen- kreise (z. B. Hicracium, Campanula. Alchimilla u. a.) nicht vollständig geklärt sind und manchem Botaniker Anlass zu Einwendungen geben könnten, kann nicht dem Verf. zum Vorwurfe gemacht werden; es ist dies durch den Stand der Systematik der betreifenden Gruppen begründet. Das Buch kann allen Freunden der Alpenflora und in den Alpen botanisirenden Fachmännern bestens empfohlen werden. Fritsch K. Nachruf an A. Kerner v. Marilaun. (Yerh. d. zool. botan. Gesellschaft in Wien. XLVIII. Bd. S. 694—700.) 8°. Ha ekel E. Gramina in H. Schinz. Beiträge zur Kenntniss der afrikanischen Flora. Neue Folge. X. (Bull, de l'herb. Boiss Tom. VII. Nr. 1. pag. 23—28.) 8". Haläcsy E. v. Eine neue Statice-Kxi der griechischen Flora. (Allg. botan. Zeitschr. V. Nr. 1. S. 1—2.) 8°. Statice Dörfleri Hai. Cycladen, Insel Makaria und Denusa, leg. Leonis. Haläesj E. v. Beiträge zur Flora von Griechenland. (Verb. d. zool. botan. Gesellsch. in Wien. XLVIII. Bd. S. 700—714). ^\ Bearbeitung einiger Collectionen griechischer Pflanzen von Held- reich, Leonis, Tuntas, Zahn und Eeiser, welche dem Verf. im Laufe des letzten Jahres zugingen. Die Abhandlung enthält ausser zahlreichen neuen Standorten Beschreibungen, resp. ausführliche Besprechungen folgender Pflanzen: Fibigia eriocarpa (DC), Braba rerna L., Alyssum tat/geteiim Heldr., Dianthus glanduloso - pubescens Hai., D. diffusus S. et S. var. euboeus Hai., var. dolopicus Hai., D. chalcidieus Hai., D. epirotus Hai., Onobrychis Halacsyana Heldr., Inula attica Hai, I. parnassica ß. et H., var. eubuea Hai. Hempel G. und Wilhelm K. Die Bäume und Sträucher des Waldes. In botanischer und forstwirthsehaftlieher Hinsicht. 18. Liefrg. (Hölzel.) 4". S. 49-72. Taf. XLVIII, LIII, LIX. - fl. 1-50. Der Text der vorliegenden Lieferung behandelt den Schluss der Äceraceae, die Äquifoliaceae, Staphyleaceae, Gelastraceae, Bhamnaceae, Cornaceae, Araliaceae, Myrthaceae, Thymelaeaeeae, Bibesiaceae, Pomaceae. Die prächtigen Farbentafeln illustriren : Bhamnus Fraugula, Sorbus torini- ualis, Fraxinus excelsior. Horak B. Ergebnisse einer botanischen Reise nach Montenegro. (Sitzungsber. d. k. botan. Ges. d. Wissensch. 1898). 8". 12 S. Janczewski E. de. Etudes morphologiques sur le genre Anemone. IV. (Rev. gen. de bot. Tome X. p. 433.) 8". 4 Taf. Der vorliegende 4. Theil behandelt den Stengel vom vergleichend anatomisch- morphologischen Standpunkte mit Berücksichtigung zahlreicher Kepräsentanten der Gattung. Molisch H. Botanische Beobachtungen auf Java. IL Heber das Ausfliessen des Saftes aus Stammstücken von Lianen. (Sitzungsber. d. math.-naturw. Gl. der k. Akad. d. Wissensch. Wien. Bd. OVII. Abth. I.) 8°. 4 Fig. 110 Verf. hat die von mehreren Reisenden gemachten Angaben über das Ausfliessen wässerigen Saftes aus abgeschnittenen Lianenstämmen während seines Aufenthaltes in Java geprüft und die Frage studirt. Er kam zu dem Resultate, dass dieses Ausfliessen bei zahlreichen tropischen Lianen, in geringerem Maasse auch bei einheimischen Lianen und auch bei anderen Holzpflanzen stattfindet; aus seinen Untersuchungen ergab sich, dass man es dabei nicht mit einem biologischen, sondern einem physikalischen Phänomen zu thun hat, hervorgerufen durch die plötzliche Einwirkung des Luftdruckes auf die mit Wasser theilweise oder vielleicht ganz erfüllten aufgeschnittenen Gefässe. Murr J. Beiträge zur Flora von Tirol und Vorarlberg. XL (Deutsche botan. Monatsschr. XVIL Jahrg. Nr. 1. S. 12—14). 8". Murr J. Eine neue Ophrys- Kreuzung. 0. aranifera X Bertolonü. (Deutsche botan. Monatsschr. XYl. Jahrg. Heft 12. S. 217 bis 218). 8°. Verf. unterscheidet drei Formen dieser bei Trient beobachteten Hybriden: 0. pseudoaranifera, 0. pseudo- Bertolonü und 0. Gelmü. Schreiber H. Wiesen der Eandgebirge Böhmens und ihre Ver- besserung. Staab. (Selbstverlag.) 8^ 249 S. 1 Tab. Solla E. F. In Itahen im Jahre 1897 aufgetretene Krankheits- erscheinungen. (Zeitschr. f. Pflanzenkrankh. Bd. VIII. Heft 5. S. 273—277.) 80. Vogl A. Die wichtigsten vegetabilischen Nahrungs- und Genuss- mittel. Wien und Leipzig. (Urban und Schv^arzenberg.) 8°. 111. Weinzierl Th. ß. v. Ueber die Zusammenstellung und den Anbau der Grassamen-Mischungen. 2. Aufl. gr. 8°. 45 S. 1 Tab. Wien. Wiesner J. üeber die Formen der Anpassung des Laubblattes an die Lichtstärke. (Biolog. Centralbl. Bd. XIX. Nr. 1.) 8". 16 S. Verf. unterschied in einer früheren Abhandlung bereits mit Bezug auf das Verhalten assimilirender Laubblätter zum Lichte zwei Typen: photo- metrische Blätter und aphotometrische. Erstere sind jene Laubblätter, welche im Lichte und durch dasselbe eine bestimmte Lage zum Lichte annehmen. In der vorliegenden Abhandlung werden nun die verschiedensten Typen der photometrischen Blätter behandelt. Hierbei unterscheidet Verf. weiterhin zwei Typen derselben, nämlich das euphotometrische Blatt, welches sich dem Lichte so orientirt, dass es das Maximum des difi'usen Lichtes empfängt und das panphotometrische Blatt, das sowohl Sonnen- als diftuses Licht geniesst, ersteres aber ± abwehrt, letzteres in minderem Maasse, als das euphotometrische, sich aneignet. Zawodny J. F. Die Entwicklung der Znaimer Gurke. (Botan. Centralbl. Bd. LXXVIL Nr. 5. S. 150—155, 185-189.) 8°. Abromeit J., Jentzsch A. und Vogel G. Flora von Ost- und Westpreussen, herausgeg. vom preuss. botan. Verein in Königs- berg. 1. Hälfte. Berlin. (Friedländer u. S.) Kl. 8^ 410 S. Der Beginn einer Landesflora, welche den Abschluss einer seit Jahr- zehnten fortgeführten planmässigen Durchforschung des Gebietes darstellt. Dieselbe bringt in der Anordnung der letzten Auflagen der Garcke'schen Flora die Pflanzen des Gebietes mit ausführlichen Standortsangaben. Von Diagnosen, Literaturnachweisen etc. wurde abgesehen. Die Bestimmung der Pflanzen wurde in zweifelhaften Fällen früher von Caspary, dann durch Abromeit vorgenommen. Letzterer hat auch zu vielen Arten kritische Anmerkungen geschrieben, die das Buch auch für andere Florengebiete wichtig machen werden. 111 Ascherson P. Gedenkrede auf A. v. Kern er (Verh, d. botan. Ver. d. Prov. Brandenbg. 40. Jahrg. S. CII) 8«. Ascherson P. und Graebner P. Synopsis der mitteleuropäischen Flora. IL Bd. 7. Lieferung. Leipzig. (Engelraann.) 8^ S. 65 bis 144. 8". Mit Freude begrüssen wir wieder ein Heft des werthvollen Werkes. Dasselbe enthält die Bearbeitung der Paniceae (Schluss) und den Beginn der Poeoideae, nämlich die Chlorideae, Stupeae, Nardeae, Agrostideae, letztere nur z. Th. — Wie alle Yorhergehenden Hefte ist das vorliegende reich an werthvollen Beobachtungen, neuen Entdeckungen, Aufklärungen u. s. w. Baur Erw. Zur Frage der Sexualität der OoUemaceen. (Ber. d. deutschen botan. Ges. XVI. Bd. Heft 10. S. 363—367.) 8°. 1 Taf. Verf. bestätigt die von Stahl beobachtete Sexualität von Collema. Er beobachtete Carpogone und Copulation von Spermatien mit den Trichogynen. ßornmüUer J. Drei neue Dionysien aus dem südlichen Persien. (Bull, de l'herb. Boiss. Tome VIL Nr. 1. p. 66—74.) 8°. D. oreodoxa Bornm., D. ianthina Bornm. etWinkl., D. heterochroa Bornm. Bornraüller J. Ein Beitrag zur Kenntniss der Flora von Syrien und Palästina. (Verh. d. k. k. zool. botan. Gesellsch. in Wien. 1898. ) 8". 111 S. Ein reicher Beitrag zur Flora des Orientes. Aus dem im Titel genannten Florengebiete werden neu beschrieben: Nigella arveiisis L. var. mutica Bornm., Palästina. — Barbarea minor C. Koch ß. Libanotica Bornm., Libanon. — Brdba oxycarpa Boiss. var. brevistyla Bornm., Antilibanon. — Erucaria Aleppica Gärtn. var. subintegrifolia Bornm., Jordanthal. — Bapistrum rugosum (L.) var. confertum Bornm., Jordanthal. — Helianthemum Lippii (L.) var. macran- thum Bornm., Palästina. — Helianthemum Lippii var. Philisteum Bornm., Philistäa. — Viola ebracteolata Fenzl. var. variegata Bornm., Libanon. — Fagonia grandiflora Boiss. var. sparse-glandulosa Bornm., Jordanthal. — Saplophyllum longifolium var. ciliosum Bornm., Philistäa. — Haplo- phyllum, longifolium var. erioccdycinum Bornm., Philistäa. — Lupinus Palaestinus Boiss. var. caeruleus Bornm., Palästina. — Ononis hirta Desf. var. glandulosa Bornm., Galiläa. — Ononis phyllocephala Boiss. var. glandulifera Bornm., Libanon. — Trifolium tomentosum. L, var. Orientale Bornm., Jaffa. — Trifolium xerocephalum Fenzl var. cruentum Bornm., Libanon. — Astragalus angulosusDQ,. var. elong atus ^orwax., Libanon. — Epilobium Tournefortii Mich. var. canescens Hausskn. et Bornm., Libanon. — Eryngium Heldreichi Boiss. var. fallax Bornm., Libanon. — Scaligeria multijuga Bornm., Libanon. — Scandix piniiatifida Vent. ß. decipiens Bornm., Libanon. — Sherardia arvensis L. var. coriacea Bornm., Libanon. — Crucianella herbacea Forsk. var. strictior Bornm., Palästina. — Galium hierochuntieum Bornm. , Jordanthal. — Scabiosa Ucranica L. var. atroaristata Bornm., Libanon. — Echinops Gaillardoti Boiss. ß. concolor Bornm., Libanon. — Carlina involucrata Poir. var. Joppensis Bornm., Jaffa. — Aegialophila pumila (L.) var. integrifolia Bornm., Palästina. — Scorzonera Jaequiniana (Koch) var. iutegerrima Bornm., Antilibanon. — Lactuea Cretica Dsf. var. violacea Bornm., Libanon. — ZoUikoferia mucronata Forsk. var. latisecta Bornm. Verbascum Tiberiadis Boiss. ß. stenosepalum Bornm., Antilibanon. — Linaria Joppensis Bornm., Palä- stina. — Veronica glaberrima Boiss. et Bai. var. glanduligera Bornm., Libanon. — Lippia nodiflora (L.) var. subsessilis Bornm., Jaffa. — Ori- ganum Barbar ae Bornm., Libanon. — Melissa inodora Bornm., Libanon. — Salvia grandiflora Ettl. var. vestita Bornm., Libanon. — Ballota nigra L. var. ampliata Hausskn. et Bornm., Philistäa. — Quercus Syriaca Ky. var. erioclada Bornm., Libanon. — Salix Safsaf Forsk. var. hierochuntica 112 Bornm., Jordanthal. — Orchis punctulata Stev. var. Galüaea Bornm. et M. Schulze, Galiläa. — Asparagus acutifolius L. ß. brachyclados Bornm., Libanon. — Corynejihorus deschampsioides Bornm., Libanon. — Trisetum koelerioides Bornm. et Hackel a. mucronatum, Palästina. — Trisetum koelerioides Bornm. et Hackel ß. aristatum, Palästina. — Cynusurus calli- trichus W. Barb. var. viridis Bornm., Nazareth. — Ueberdies werden in der Abhandlung folgende Arten und Varietäten aus der Flora Persiens, Kurdistans und von Griechenland neuheschriehen : Papaver acrochuetum Bornm. ex äff. P. tauricoli Boiss. — Erysimum Iranicum Bornm. ex äff. I£. sisymhrioides C. A. M. — Sisymhrium Pattnonicum Jacq. var. maeraii- thum Bornm. et var. glaberrimum Bornm. — Draba longisiliqua Bornm. — Draba Cappadocica Boiss. et Bai. f. brevicaulis et f. calycosa (= D. calycosa Boiss., Anatolien). — Acer Creticum L. var. trichocladum Bornm. (Enboca). — Acer citierascens Boiss. ß. stibglabrum Bornm. et f. lungipes Bornm. — Trigonella radiata L. var. longefimbriata Bornm. — Leoittodon hispidulum Del. var. major Bornm. — Podono^ma Si)iteiiisii Bornm. — Hyoscyamus Kurdicus Bornm. — Salcia grandiflora Ettl. var. Aegaea Bornm. (Thasos). — Teucrium procerum Boiss. var leiocalycina Bornm.; var. glabresceiis Hsskn. — Teucrium divaricatum Sieb. var. glaiiduluso- vtllosum Hsskn. et Bornm. — Salix zygostemon hört. — Allium hirtifulium Boiss. ß. oligaHtlium Bornm. pro spec. — Danthottia Forskahlei iVahl) subsp. D. Persica Bornm. — Aegilaps triuncialis L. var. leptostachya Bornm., var. anatliera Hausskn. et Bornm. Busse W.. Studien über die Vanille. Berlin (J. Springer). 8". 113 S. 2 Taf. Guerin P. Apropos de la presence dnn Champignon dans l'ivraie. (Lolium temidciiUim) (Journ. de Bot. 12 Ann. Nr. 23 — 24. p. 384—385.) 8". Verf. reclamirt für sich die Priorität der Entdeckung des Pilzes in Lolium temideiitum, da über seine Entdeckung schon vor Vogl eine Notiz erschien. (Journ. de Pharm, et de Chimie. 6. Ser. tom. VIII. p. 209. 1. Sept. 1898.) Gurke M. Plantae Europaeae. Enumeratio sjstematica et synony- mica plantarum phanerogamicarum in Europa sponte erescentium vel mere inquilinarum. Tomus IL Fase. 2. Leipzig (Engelraann). S. 161—320. 8^ Die > erliegende Fortsetzung des von C. Ei cht er begonnenen, von M. Gurke fortgesetzten und für die systematische Botanik so überaus werthvoUen Werkes umfasst die choripetalen Dicotylen von den Cheuo- podiaceae bis zu den Caryophyllaceae [Silene]. Höck F. Studien über die geographische Verbreitung der Wald- pflanzen Brandenburgs. IV. (Verh. d. bot. Ver. d. Prov. Branden- burg. XL. Jahrg. S. 80-96.) 8°. H nag er W. üeber die Function der oberflächlichen Schleim- bildungen im Pflanzenreiche. Jenenser Dissertation. Leiden (Brill). 8". 75 S. Die wichtigsten Resultate der Arbeit gehen aus folgendem Schluss- satze derselben hervor: „Ich hoffe, durch die vorliegende Untersuchung den Nachweis erbracht zu haben, dass man auch für die Pflanzen berechtigt ist, in vielen Fällen, wo Bewegungen sich abspielen, seien es active Locomotionen, seien es Bewegungen des Wachsthums, beziehungsweise der Entfaltung, Einrichtungen anzunehmen, die diese Bewegungen unterstützen und erleichtern, und dass man, unbeschadet zahlreicher, im Verlaufe dieser Arbeit besprochener Nebenfunctionen, der oberflächlichen Schleimbildung in grossen Gruppen des Pflanzenreiches die Bedeutung eines Gleitmechanismus und eines mechanischen Schutzmittels zuschreiben muss". 113 Hirase S. Etudes sur la fecondation et rembryogenie de Ginkgo biloba. (Journ. of the College of Science. Tokyo. Vol. XII. Pt IL) 8". p. 103—149. 3 Taf. Ikeno S. Untersuchung über die Entwicklung der Geschlechts- organe und den Vorgang der Befruchtung bei Cycas revoluta. (A. a. 0. Pt. III.) 8°. p. 151-214. 7 Taf. Em OHH 's O Q. "i, ■< — In die Pollen- kammer hin- einhängen- der Theil des Pollen- schlauches. In das Ge- webe des Nucellus eingedrun- gener Theil des Pollen- schlauches. Der wesentlichste Inhalt der beiden erwähnten Arbeiten ist durch vorläufige Mittheilungen der Autoren schon allgemein bekannt geworden und hat nicht verfehlt, durch den Nachweis von Spermatozoiden bei siphonogamen Pflanzen Aufsehen zu erregen. Erst die vorliegenden ausführlichen Arbeiten lassen deren Bedeutung ganz erkennen. Der Befruchtungsvorgang bei Cycas und Ginkgo ist so ähnlich, dass wir hier beide Arbeiten zugleich referiren können. Der wesentlichste Inhalt derselben ist folgender: Das Pollenkorn ist Anfangs dreizellig. Von diesen drei Zellen wird, sobald das Pollenkorn OeBterr. botan. Zeitsclir. 2. Heft. 1899. q 114 in die Pollenkammer der Samenanlage gelangt ist, die eine zu einer schlauch- artigen Verlängerung (vgl. nebenstehende Abb. p 3), welche in das Gewebe des Nucellus eindringt und zur Befestigung des Pollenkornes während der nächsten Phasen der Entwicklung dient ^). Von den beiden übrigen Zellen des Pollenkornes theilt sich die innere (p 2) in zwei, von denen eine (Stiel- zelle s) der unverändert gebliebenen ursprünglichen Zelle (p 1) sich nähert, während die zweite bedeutend sich vergrössert und nach längerer Zeit in zwei mit schraubenförmigen Wimpernkränzen versehene Spermatozoiden sich theilt. Bei der Ausbildung der Wimpernkränze ist das bei diesem Theilungs- processe auftretende Centrosoma wesentlich betheiligt. Jeffrey E. The Gametophite of Botrychium virginianum. (üni- versity of Toronto Studies. Biolog. Ser. Nr. 1.) 8°. 32 p. 4 Taf. Untersuchungen über die geschlechtliche Generation von B. v., welche auffallende Analogien mit den von Bruchmann in jüngster Zeit studirten Prothallien der Lycopodiaceen aufweist. Kihlman A. 0. Havainnoita Suomen Eaphrasia-hieista.. (Acta soc. pro. fauna et flora Penn. XIII.) 8°. 68 p. Kny J. Ueber den Ort der Nährstoff-Aufnahme durch die Wurzel. (Ber. d. deutsch, bot. Ges. Jahrg. 1898. Bd. XVI. Heft 8. S. 216—236.) 8". Lemmermann E. Beiträge zur Kenntniss der Planktonalgen. I. Golenkinia Chod., Richteriella Lemm., Franceia nov. gen., Phythelios Frenzel, Lagerheimia Chod., Chodatella nov. gen.. Schroederia nov. gen. (Hedwigia XXXVII. Heft 6. S. 303—315.) 8°. 1 Taf. und 4 Fig. Monographische Bearbeitung der mit langen Schwimmborsten ver- sehenen Planktonalgen, darunter ist: Franceia ovalis (France) Lemm. EUeiner Balatonsee, Napagedl in Mähren. Loew 0. Die chemische Energie der lebenden Zellen. München (E. Wolff). 8". 75 S. Magnus P. üeber die Beziehungen zweier auf Stachys auf- tretender Puccinien zu einander. (Ber. d. deutsch, bot. Ges. Bd. XVI. Heft 10. S. 377—385.) 8°. 1 Taf. Mela A. J. Nymphaea fennica. Eine neue europäische Seerose. (Acta soc. pro fauna et flora fenn. XIV.) 8°. 8 S. 2 Taf. 4 Textfig. Mez C. Das Mikroskop und seine Anwendung. Ein Leitfaden bei mikroskopischen Untersuchungen. Berlin (J. Springer). 8". 326 Abb. — fl. 4-20. Achte, stark vermehrte Auflage des H. Hager'schen Buches. Nawaschin S. Resultate einer Revision der Befruchtungsvorgänge bei Lilium Martagon und Fritillaria tenella. (Bull, de l'Acad. imp. des Sciences de St. Petersbourg. 1898. Tom. IX, Nr. 4. p. 377—382.) 8». Kurze vorläufige Mittheilung über den im Titel genannten Gegenstand. Dieselbe enthält einige Beobachtungen von grosser Tragweite. Verf. beob- achtete, dass von den beiden Seiualkernen, welche er regelmässig im PoUen- 1) Ref. möchte bei diesem Anlasse darauf aufmerksam machen, dass, während einerseits die Cycadeen mit ihren Spermatozoiden wesentlich an die Pteridophyten erinnern, anderseits dieser Schlauch eine Bildung darstellt, aus dem sich der Pollenschlauch der Siphonogamen entwickelt haben kann. Einen Uebergang stellt die Chalazogamie dar 115 schlauch fand, bei dem Eintritte in den Embryosack der eine mit dem Ei- kerne, der andere jedoch mit dem einen Polkerne verschmilzt. Das Resultat der letzteren Vereinigung wandert dem anderen Polkerne entgegen und trifft mit diesem zusammen, um nach vollzogenen Prophasen der Thei- lung mit ihm zu verschmelzen. Nihoul E. ContributioD a l'etude anatomiqae des Benonculacees. Ranunculus arvensis L. Bruxelles (Acad. royal de Belg.) 4". 38 p. 4 Taf. Eosen F. Anatomische Wandtafeln der vegetabilischen Nahrungs- und Genussmittel. Breslau (J. ü. Kern). — Mk. 75. 30 farbige Wandtafeln im Formate 73 X 100 cm und Textband. Solms-Laubach H. Graf zu. Weizen und Tulpen und deren Geschichte. Leipzig (A. Felix). 8«. 120 S. 1 Taf. Ein ebenso in descendenztheoretischer wie culturhistorischer Hinsicht sehr bemerkenswerthes Buch. Dasselbe behandelt in überaus gründlicher Weise in zwei getrennten Theilen die Geschichte unserer Weizenarten und der Garten- tulpen. Bezüglich des Weizens kommt Verf. nach Betrachtung der Morphologie und der sexuellen Affinität der Formen zur Unterscheidung folgender Typen : T. monococcum — T. dicoccum — T. spelta — T. vulgare, durum, turgi- dum, polonicum. Die vier letzterwähnten Typen bilden einen Formenkreis. Von diesen Typen ist nur eine, nämlich T. monococcum, heute wildwachsend bekannt, nämlich aus dem östlichen Mediterrangebiet. Es spricht aber viel dafür, dass auch dies nicht seine ursprüngliche Heimat ist, sondern dass dieselbe, geradeso wie für die anderen Typen, anderwärts zu suchen ist. Auf Grund culturhistorischer und pflanzengeographischer Ueberlegungen kommt Verf. zu der Annahme, dass Centralasien die Heimat aller genannten Weizentypen sei. — Der den Tulpen gewidmete Theil des Buches gibt zunächst eine Gliederung der europäischen Tulpen. Wir haben zu unter- scheiden zwischen den in Süd- und Mitteleuropa ursprünglich heimischen Tulpen (Gruppe der T. silvestris) und den später eingeführten und verwil- derten. Unter den letzteren sind wieder ursprünglich eingeführte und in jüngster Zeit local entstandene (Neotulpen) zu unterscheiden. Ein zweites Capitel gibt eine ungemein genaue Darstellung der Einführung (1559 in Augsburg, ungefähr gleichzeitig in Wien und Mecheln), der Cultur der Gartentulpen, sowie der Tulpomanie im 17. Jahrhundert. Zum Schlüsse erörtert Verf. die Art der Entstehung der zahlreichen Gartentulpen und gelangt zu der Annahme, sie seien aus einigen, noch festzustellenden Stamm- arten, durch Hybridisation hervorgegangen. Tieghem Ph. van. Avicenniacees et Symphoremacees, place de ces deux nouvelles familles dans la Classification. (Journal de Bot. 12. Ann. Nr. 22—24.) 8^ Verf. kommt zu dem Resultate, dass die beiden Familien in die Gruppe seiner „Innucellees" gehören neben die Harmandiaceae und Aptandraceae. Timm 0. T. Ein paar Frühlingstage am Gardasee. (Deutsche botan. Monatsschr. XVI. Jahrg. Heft 12. S. 223-228.) 8". Wainio E. Monographia Cladoniarum universahs III. (Acta soc. pro fauna et flora fenn. XIV. p. 1—268.) 8". Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Congresse etc. I. Kais. Akademie der Wissenschaften in Wien. Mathem.-naturw. Classe. Sitzung am 19. Jänner 1899. — Herr Prof Dr. Karl Pritsch legt eine Abhandlung vor unter dem Titel: „Beitrag 116 zur Flora von Constantinopel. Bearbeitung der von J. Nemetz in den Jahren 1894—1897 in den Umgebungen von Constantinopel gesammelten Pflanzen. ErsterTheil: Kryptogamen. (Mit einer Farbentafel.)" Die Abhandlung enthält die Bearbeitung der Thallophyten, Bryophyten und Pteridophyten , welche von J. Nemetz zum grösseren Theil in den näheren Umgebungen von Constantinopel, zum kleineren Theil in dem benachbarten Kleinasien, so am bithyni- schen Olymp bei Brussa, gesammelt wurden. An dieser Bearbeitung haben sich ausser dem Verfasser die Herren Prof Steiner (Flecliten), Th. Reinbold (Algen), Dr. K. v. Keissler (Pilze) und Prof. F. Matouschek (Moose) betheiligt. Von besonderem wissenschaftlichen Interesse sind die Ergeb- nisse, welche die Bearbeitung der Flechten gehefert hat. Die Untersuchung derselben ergab eine ganze Reihe von neuen Arten: Bamalina nuda Steiner, Rinodina subrufa Steiner, Caloplaca ochro-nigra Steiner, Lecanora luteo-rufa Steiner, Lecanora comiedens Steiner, Haematomma Nemetzi Steiner, Buellia Scutariensis Steiner, Secoliga denlgrata Steiner, Arthonia Turcica Steiner, Pharcidia teptaleae Steiner und Mycoporum erodens Steiner. Ausserdem ist der Nachweis von 132 Flechten- arten in einem lichenologisch noch nahezu gar nicht durchforschten Gebiete an sich schon von Interesse. Bezüglich der Meer esaigen mag darauf aufmerksam gemacht werden, dass der östliche Theil des Mittelmeeres in Bezug auf seine Algenflora keineswegs genau durchforscht ist, und dass speciell über die in der Umgebung von Constantinopel vorkommen- den Meeresalgen keine PubUcation existirt. In der vorUegenden Abhandlung sind 63 Algen verzeichnet, von welchen nur zwei (Chara-Arten) dem süssen Wasser angehören. Es stellt sich her- aus, dass die bei Constantinopel vorkommenden Meeresalgen im Allgemeinen mit denen aus dem westUchen Theile des Mittelmeeres übereinstimmen. Die Bearbeitung der Pilze, Moose und Farne ist zwar in pflanzengeographischer Hinsicht von etwas geringerer Bedeutung, bot aber Gelegenheit zu verschiedenen kritischen Bemerkungen, die sich namentlich in dem den Farnen gewidmeten Theile der vorliegenden Abhandlung vorfinden. Die beigegebene Tafel bringt farbige Abbildungen von einigen neuen oder weniger bekannten Flechten und ausserdem einige Analysen dazu. Die von W. Liepoldt gemalten Habitus- bilder dürften einen Fortschritt in der Darstellung von Krusten- flechten bedeuten, da sowohl die photographische Reproduction, als auch andere Methoden bisher wohl nicht zu so brauchbaren Ab- bildungen geführt haben. 117 Sitzung am 15. December 1898. Das c. M. Herr Prof. Dr. G. Ha b er 1 an dt in Graz über- sendet eine Arbeit: „Ueber den Entleerungsapparat der inneren Drüsen einiger Rutaceen." Einrichtungen zur Entleerung des Secretes der „inneren Drüsen" (Secretbehälter) sind bisher noch nicht bekannt geworden. In der vorliegenden Arbeit wird nun gezeigt, dass bei allen darauf- hin untersuchten ßutaceen, vor Allem bei Ruta graveolens die subepidermalen Drüsen bei Biegungen des Blattes entleert werden. Man kann sich davon leicht überzeugen , wenn man ein Flieder- blättchen von Fuäa biegt und gleichzeitig mit der Lupe die Convex- seite des Blättchens betrachtet; die zahlreichen Grübchen in der Epidermis, unter denen die Drüsen liegen, füllen sich bei der Biegung plötzlich mit dem entleerten Secrete. Der Entleerungsapparat besteht aus zwei Bestandtheilen : dem Drüsendeckel und der Drüsenwand. Ersterer setzt sich aus meist vier Deckzellen zusammen, welche metamorphosirte Epidermis- zellen vorstellen. Durch ihre Gestalt, vor Allem durch den Bau und die chemische Beschaffenheit ihrer Zellwände unterscheiden sie sich auffallend von den gewöhnlichen Epidermiszellen. Ihre Seitenwände, die „Spaltwände", weisen eine zarte oder verdickte weiche Mittelschicht auf. die morphologisch als eine bis zu den Innenwänden vorspringende Cuticularleiste aufzufassen ist. Diese Mittelschicht enthält, wie Tiuctionsversuche lehren, reichlich Pectinstoffe und bei Buta auch Oallose; bei der eben genannten Pflanze sind auch die „Cuticularschichten" der Aussenwände des Deckels bis auf eine schmale Leiste über den Spaltwänden nicht cuticularisirt, sondern pectinisirt und auch callosehältig. Die Trennung der Spaltwände, respective die Bildung der „Ausführungsspalte" erfolgt in einer die Mittelschicht bis zur Outicula durchsetzenden, sehr zarten Mittellamelle. Das Auseinanderweichen der Deckzellen wird also durch ähn- liche Einrichtungen vorbereitet und ermögUcht, wie bei der Tren- nung der Schliesszellen des jungen Spaltöffnungsapparates. Die Aufgaben der flachen, meist mehr minder dickwandigen Zellen der Drüsenwand besteht darin, durch ihren starken Turgor auf den Drüseninhalt einen Druck auszuüben. Wird dieser Druck durch eine Biegung des Blattes gesteigert, so erfolgt die Bildung der Ausführungsspalte und die plötzliche Entleerung des Secretes. Begünstigt wird dieser Vorgang durch die Zugspannung, der die Zellen auf der Convexseite des gebogenen Blattes unterworfen sind. Herr Dr. Max Sostaric legt eine im pflanzenphjsiologischen Institute der k. k. Universität in Wien ausgeführte Arbeit, betitelt: „Anatomische Untersuchungen über den Bau des Stammes der Salicineen" vor. Es wurde bis jetzt angenommen, dass man auf Grund ana- tomischer Merkmale des Stammes die beiden Gattungen Salix und 118 Popolus der Famile der Salicineen nicht mit Sicherheit von einander trennen könne. Unter Berücksichtigung der anatomischen Verhältnisse des Markes und der Rinde gelang es dem Verfasser, folgende sichere Unterscheidungsmerkmale zwischen den oben erwähnten Gattungen aufzufinden : 1. In der Markscheide , respective im Marke sämmtlicher von mir untersuchten Popuhis- Arten (P. alba L., P. tremula L., P. euphratica L., P. iiyramidalis Roz., P. monüifera Ait, P. balsamifera L., P. nigra L.) treten Skelerenchymfaserbündel auf, während dieselben den verschiedenen Salix- Arten [Salix fragilis L., S. pentandra L., S. alba L., S. babylonica L., S. nigra Marsh., S. purpurea L., S. incana L., S. viminalis L., S. prui- nosa Wen dl., S. oapreah., S. aurita L,, S. nigricans h., S. ros- marinifolia L., S. herbacea L., S. retusa L., S. polaris Wahlemb., S. reticulata L. (Chamitea reticulata Kern.)] durchaus fehlen. 2. Die Einde der oben erwähnten Fopuliis-Arten unterscheidet sich von der der Salix- Arten dadurch, dass in ersterer massen- haft Sklerenchymeleraente vorkommen, wogegen letztere dieser durchaus entbehrt. II. K. k. Zoologisch-botanische Gresellschaft in Wien. Section für Botanik. Sitzung am 18. November 1898. Herr Dr. E. v. Haläcsy überreichte eine Arbeit: „Beiträge zur Flora von Griechenland"; (vgl. S. 109) und besprach mehrere in derselben behandelte Pflanzen. — Herr Dr. A. v. Hayek theilte unter Vorlage der betreffenden Exemplare für die Flora von Niederösterreich und Steiermark neue Standorte mit. — Herr Dr. C. v. Keissler besprach einige terato- logische Objecte. — Schliesslich demonstrirte Herr F. Vierhapper interessante Pflanzen des Lungau, die Herren E. K. Blümml und M. Rassmann übersendeten Verzeichnisse neuer Standorte aus Niederösterreich. Section für Kryptogamenkunde. Sitzung am 25. November 1898. Herr Dr. Friedr. Krasser hielt einen Vortrag: „Zur Kenntniss des Lycopodium cermium", in welchem er den Reichthum der unter diesem Namen bisher zumeist zusammengefassten Formen darlegt. — Herr F. Pfeiffer v. Well- heim demonstrirte mikroskopische Präparate, darunter Diatomeen- Testpräparate mit neuen Einsehlussmedien. Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Die botanischen Sammlungen der Universität Genf, welche unter der Leitung Prof Ohodat's stehen, sowie dessen Privat- sammlung wurden am 23. November 1898 durch einen Brand arg geschädigt. Der Missionär Manoog Kharadj in Aintab (Armenien) ist bereit, für Botaniker Materiale zu sammeln. 119 Personal-Nachrichten. Geheimrath Prof. Dr. S. Schwendener (Berlin) feierte am 10. Februar seinen 70. Geburtstag. Hofrath Prof. Dr. A. Vogl in Wien wurde in den Eitter- stand erhoben. Der Director der Boy. Gardens in Kew, W. T. Thiselton Dyer, wurde zum Commandeur des Ordens von S. Michel und S. George ernannt. Als Nachfolger 0. Brefeld's wurde Prof. Dr. W. Zopf aus Halle nach Münster berufen. Die Akademie der Wissenschaften in BerHn hat zu corresp. Mitgliedern gewählt: Prof. Dr. Pfitzer (Heidelberg), Prof Dr. Brefeld (Breslau), Prof. Dr. War min g (Kopenhagen). Der deutsche naturw.-med. Verein für Böhmen „Lotos" hat Herrn Prof. Dr. J. Wiesner zum Ehrenmitgliede gewählt. Dr. Hugo Fischer hat sich an der Universität Bonn habihtirt. Gestorben sind: Der bekannte Bryologe und langjährige Herausgeber der „Natur", Prof. Dr. K. Müller in Halle, am 10. Februar im Alter von 80 Jahren. George Vestal, Professor am New Mexiko Agricultural- College. Prof. Dr. Teodoro Caruel am 4. December 1898 in Florenz. Prof. Dr. Giuseppe Gib eil i am 17. September 1898 in Turin. Der Botaniker Franz Woenig in Leipzig. Der frühere Garteninspector Berthold Stein in Breslau am 27. Februar im 53. Lebensjahre. Preisausschreibung. Der Prix Decandolle für die beste Monographie einer Gattung oder Famihe kommt Anfang 1900 neuerdings zur Ver- leihung. Einsendung der Manuscripte vor dem 15. Jänner 1900 an den Präsidenten der „Societe de physique et d'histoire naturelle" in Genf. Inhalt der März-Nninmer : Folgner V., Beiträge zur Kenntniss der Entwicklungsgeschichte einiger Süsswasser-Peridineen. S. 81. — Rechinger K, Vergl. Untersuchungen über die Trichome der Gesneriaceen. '^. 89. — Wettstein E. v.. Der botan. Garten und das botan. Institut der k. k. deutschen Universität in Prag. (Schluss.) .-5. 92. — Arnold F., Lichenolog. Fragmente 36. (Forts.) S. 99. — Hayek A. v , Ein Beitrag zur Flora von Nordost-Steiermark. 8. 102. — Waisbecker A., Beiträge zur Flora des Eisenburger Comitats. (Forts.) S. 106. Literatur-Uebersicht. S. 108. — Akademien, Botan. Gesellschaften, Vereine etc. S. 115. — Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. S. 118. — Personal-Nachrichten. S. 119. — Preisausschreibung. S. 119. Redactenr: Prof. Dr. B. r. Wettstein, Prag, Smichow, Ferdinandsqnai 14. Verantwortlicher Eedacteur : J. Dorfler, Wien, III., Barichgasse 36. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. Die „Oesterreichische botanische Zeitsohrift" erscheint am Ersten eines jeden Monat« und kostet ganzjährig 16 Mark. Zu herabgesetzten Preisen find noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben: II und III ä 2 Mark, X— XII und XIV— XXX ä 4 Mark, XXXI— XLI ä 10 Mark. Exemplare, die frei durch die Post expedirt werden sollen, sind mittelst Postanweisung direct bei der Administration in Wien, I., Barbaragasse 2 (Firma Carl Gerold's :4ohn), zu pränumeriren. Einzelne Nummern, soweit noch vorräthig, ä 8 Hark. Ank&ndignngen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. 120 INSERATE. Soeben erschienen: 1. Die Moor- und Alpenpflanzen (Eiszeit-Flora) des National-Arboretum u. Alpengartens Zoeschen (bei Merseburg) und ihre Cultur, ein handbuchartiges, beschreibendes Verzeichniss von ca. 2900 Formen, welches gegen Einsendung von einer Mark (auch in Briefmarken aller Länder) Jedermann zu Diensten steht. 2. Die Neuheiten - Liste des National -Arborets für 1899 mit sehr hervorragenden Einführungen. Letztere Liste v^ird gleich der Engros-Preisliste gratis versendet. in den nächsten Tagen erscheint PöRFLER'S Tausch - Katalog. Gegen Zuadressirung von 2 Postkarten mit Ansichten erhältlich ! Wien, III., Barichgasse 36. Wir kaufen die Jahrgänge 1851, 1854, 1855. 1856, 1857, 1858, 1859, 1863 der ,,Oesterreichischen botanischen Zeitschrift" und erbitten Anträge. Carl Gerold's Sohn Wien, I., Barbaragasse 2. •-t-* »^h* »-l^* »"t^ ^-f^ »^t-* »-t-* »-T-« ^--f-m *-f^ »-f-» »-t--« »--t-« »--t-* »-t-« »-f-* •■^t-* »-1-* »-t--« »^t^-» »--t--« »^1--« •--t'^ NB. Dieser Nummer liegt Tafel I (Rechinger) bei! ÖSTERREICHISCHE Herausgegeben und redigirt von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. XLIX. Jahrgang, N«- 4. Wien, April 1899. Bemerkungen über einige orientalische Pflanzenarten. Von Dr. A. von De^en (Budapest). XXXVI. Hheum Rhaponticum L. in Europa. „En botanique nous consultons encore de vieiix et bons descripteurs, tels que Prosper Alpinus . . . qui ont decrit quelquefois aussi bien et meine mieux, que les modernes." Alph. de Candolle, Phytogr., p. 56. Aus Europa war bisher ein einziges Rheum als einheimisch hekannt, nämlich das Rheum tartaricwn L. fil (Rh. caspicum Pall.) von den Steppen der südlichen Wolga und den Ufern des Kaspischen Meeres. In Nyman's Compectus fehlt, sowie viele andere, welche das südliche und südöstliche Eussland betreffen, auch diese Angabe, sie wurde jedoch von Gurke in seinen „Plantae Europaeae" berück- sichtigt. Das Rheum tartaricum ist eine kleine, chenopodium-ähn- liche Staude der Gruppe „Deserticolae'^, welche sehr wenig der Vorstellung entspricht, die wir uns nach den in unseren Gärten cultivirteu Rheuni-Arten von den Repräsentanten dieser Gattung machen, ümsomehr muss es alle mit der älteren Literatur über diese Gattung weniger Bewanderte überraschen, dass in Europa, und zwar auf dem Rilo-Gebirge in Bulgarien, in jüngster Zeit ein Vertreter der grossen Rheum-Avten entdeckt worden ist. Der durch seine vielen bemerkenswerthen Entdeckungen bekannte bulgarische Botaniker V. Stribfny fand diese auffallende Pflanze gelegentlich einer im Frühjahre 1894 ausgeführten Besteigung des Rilo's in der Nähe des Rilo-Klosters, wo sie den Mönchen unter dem Namen „Raven" wohl bekannt, nach ihrer Angabe jedoch jetzt schon sehr selten geworden sei. da ihre Wurzel zur Bereitung eines gelben, angenehm schmeckenden Branntweines fleissig gegraben wird. Velenovsky hat diese Angabe Stribi-ny's in den Sitzungs- berichten der kön. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften 1894 in seinem „IV. Nachtrag zur Flora von Bulgarien" mit Fragezeichen Oesterr. botan. Zeitsclir. 4. Heft. 1899. 10 122 auf RJieiDu Rihes L. bezogen : er erwähnt a. a. 0., dass die Mönche des Biloklosters Herrn Stribfny den , Elenin vrh" als einen Stand- ort bezeichneten, wo die Pflanze noch sehr häufig wachsen soll, und dass sie Herr Stribfny im weiteren Verlaufe seiner Reise bei dem ,Suho jezero" (Kotylno Braniste) in der That in Menge beobachtet habe. Velenovsky, dem die Pflanze nur in Fragmenten vorgelegen ist, wagt nicht zu entscheiden, ob sie an den angeführten Standorten ursprünglich wild oder, wie er sich ausdrückt, „durch die Cultur verwildert" vorkomme, und scheint aus diesem Grunde der Angabe keine besondere Wichtigkeit zuzulegen, da er sie in sein letztes „Supplementum ad Floram bulgaricam" (1898) gar nicht aufgenommen hat. Nun entspricht aber der soeben erwähnte Standort genau dem classischen Staudorte der liheum Rhaponticnm L.. denn ich glaube im Folgenden den Nachweis bringen zu können, dass mit diesem Funde jene oder eine jener Stellen wieder entdeckt worden ist. von wo das dort ursprünglich wildwachsende liheum Bhaponticum um das Jahr 1608 zuerst in botanische Gärten gelangte, nach deren cultivirten Exemplare die Pflanze zuerst beschrieben und abgebildet worden ist; dass es sich hier also um eine in pflanzen- geographischer Beziehung höchst wichtige und von den neueren Pflanzengeographen übersehene Thatsache handelt, dass im Herzen der Balkanhalbinsel eine grosse Bheum- Art ursprünglich indigen ist. Prosper Alpinus „Marosticensis" war derjenige Botaniker, welcher in seiner in Padua zuerst im Jahre 1612 erschienenen „Disputatio de Rhapontico" die erste Beschreibung des Bheum Bhaponticum veröä"entlicht hat. Leider ist mir die Originalausgabe dieses überaus seltenen Heftes nicht zugänglich^). Die zweite Auflage (Lugduni Batavorum 1718, 25 p. p. u. 1. Tafel) befindet sich in meiner Bibliothek.^) Aus diesem ersehe ich, dass ein gewisser Franciscus Crassus. ehe- maliger Student der Padovaner Universität, später Arzt in Ragusa, sich das Bheum Bhaponticum schon vor dem Jahre 1608 mehrere Male vom Rhodope-Gebirge, und zw^ar ,e planitie apud fontem Hebri flurainis posita", also von den Quellen der Maritza kommen Hess, w^o es nach Angabe Alpini's schon früher wildwachsend beobachtet worden sei. Während des langen Transportes gingen die Pflanzen einige Male ein, schliesslich gelang es ihm dennoch, der lebenden Pflanze habhaft zu werden, welche er zuerst in seinen Garten in Ragusa versetzte, und im Jahre 1608 seinem Freund Prosper Alpine nach Padua sandte, der sie „in secretiori suo hortulo* cultivirte, wo sie alsdann, um seine eigenen Worte zu citiren, ,a multis hactenus ^) Ich suchte sie vergeblich in den Bibliotheken de Candolle's, Boissier's, Bnrnat's, im Herb. Delessert, auch fehlt sie in jener des St. Petersburger und selbst des Wiener botanischen Gartens. 2) Auch sah ich ein Exemplar bei de CandoUe in Genf. 123 herbariae cognitionis studiosis atque ab innumeris fere aliis viribus Dobilibus illustrissimisque plurimum admirata fuerit, multisque lau- dibus celebrata". Indem ich auf den Inhalt der einzelnen Capitel dieser Dispu- tation, welche die Ermittelung dessen, was die älteren Autoren für Rhapoiiticum hielten, ob thatsächlich das Rhaponticunt, der alten Autoreu vorliege, ob die Alten das Rhaponticum gekannt haben, und von wo sie es angeben, dass das thrakische Rhaponticum zur Gattung der „Lapatha" gehöre, und welche schliesslich die Beschrei- bung seiner Kraft und Wirkung behandeln — nicht weiter eingehe, erwähne ich nur, dass Alpinus in seiner Disputation eine gute Beschreibung und eine etwas rohe, doch für jene Zeit nicht zu schlechte Abbildung der thrakischen Pflanze liefert. Sie kann sich allerdings nicht mit der prächtigen und schwungvollen Abbildung des Rhdbarharum rotundtfolium verum in Abraham Munting's „Nauwkerige Beschryvung der Aartgewassen" (Leyden 1696) Fol. 962 messen, welche ebenfalls nach einer von Samen aus Alpinus' Hand erzogenen Pflanze angefertigt wurde (vgl. Text. 1. c, p. 690). Alpinus erbringt des Weiteren den Beweis, dass die Wurzel des thrakischen Rhaponticums alle jene Eigenschaften besitze, welche Dioskorides seinem Rha (Rheum) zuschreibt, ja dass schon in Dioskoridis Lib. IV. de materia medica folgender Standort erwähnt sei: „Rha, aliqui Rheon, aliqui Rhlam, latini Rhaponticum vocant, provenit in iis, quae suptra Bosphornm sunt regionibus, ex quibus aflfertur". Es sei hier nebenbei bemerkt, dass auch Caspar Bauhin (Pinax ed. IL 1671, p. 116) die Identität des Rhaponticum thraci- cum Alpini mit dem „Rha'^ des Dioskorides anerkennt. Alpinus unterscheidet schon ganz richtig vom Rhaponticum die über die indischen Häfen aus China eingeführte Rhabarber, er erwähnt, dass Manardus von Ferrara^) 7ii/?a/)on^icMm -Wurzel zuerst in einer Venezianer Apotheke sah, wohin sie von Constantinopel kam; eine Angabe, auf die ich nochmals zurückkommen will. Alpino, und vor ihm auch anderen, waren auch skythische Standorte des Rhaponticum bekannt, die Angabe stammt von einem gewissen Joannes Quirinus Cinglerus, Philosophen und Arzt, der sie in Skythien „in campis" gesehen hat, auch soll ein dort an- sässiger italienischer Arzt damit lucrativen Handel getrieben haben. Die bekanntlich von Ammianus Marcellinus aus dem 4. Jahr- hundert stammende etymologische Deutung von „Rha" oder „Rheon" j= Wolgafluss („Rhaponticum" = pontische Wurzel, „Rha barbarum" — barbarische Wurzel, welche später über indische Häfen aus China eingeführt wurde) wird von Alpino acceptirt, bekanntlich ist diese auch (entgegen der Linnö'schen Erklärung 1) t iii Ferrara 1536; berühmter Arzt, s. Z. Leibarzt Königs Ladislaus von Ungarn. 10* 124 von QELv = fliessen) von Wittstein (Etymol. bot. Handwörterbuch) angenommen. Merkwürdigerweise erwähnt schon Alpinus, dass die Türken die Wurzel des Hhaponticums „Rhavend"' nennen, dasselbe Wort, mit welchem fast 300 Jahre später die Mönche des Rilo- Klosters Herrn Stribfny die Pflanze bezeichneten. Das Wort ,Rha- vend", „Rhevend" steht übrigens zweifellos mit „Rheum" in ety- mologischer Beziehung. Die Standortsangabe „Thracien" fm Rheum Rhapontlcum finden wir in allen systematischen Werken Linne's und auch anderer späterer Autoren wieder; indem ich jene, welche der Durchführung der binären Nomenclatur vorangingen (Hortus üpsalensis 1748, Materia medica ed. I. 1749 'i, übergehe, nenne ich als Beispiele: L. Spec. plant, ed. I. (1753) „Habitat in Thracia, Scythia"; Amoen. acad. III. (17.Ö6); L. Spec. plant, ed. II. (17ß2); Spec. plant, ed. III. (1764); Mater medica ed. II. (1772); Syst. plant, ed. Reichhard (1779); Materia medica ed. V. (1787); Spec. plant, ed. IV. cur. Willdenow II. (1799); Syst. veget. ed. Sprengel II. (1825); wir finden den thrakischen Standort noch in Plenck's Prachtwerke: Jcones plant, medic", cent IV. (1791), p. 27, „Planta. . . spontanea in Thracia. . . praecipue in monte Rhodope" (die zugehörige schöne Tafel scheint jedoch der untenseits ungerieften Blattstiele etc. wegen nicht das echte Rh. Rhaponticiim darzustellen); in Lamarck's Encyklopädie, vol. VI. (1804); in Persoon's Synopsis (1805); in Winden. Enum. horti Berolin. (1809); in Hornemann's Hort. Hafn. (1815); Dierbach's Handbuch der med. pharm. Botanik (1819); Nees, Beschreibung officin. Pflanzen (1829); SteudePs und Heyn- hold'sNomenclatoren; er entfällt jedoch später in Roem. et Schult. Syst. veget. (VII. 2. 1830) und in fast allen nach Meisner's Mono- graphie der Polygonaceen in de CandoUe's Prodromus (XTV. 1857) erschienenen Werken. Noch ein Jahr vor dem Erscheinen des XIV. Bandes des Prodromus, wo der thrakische Standort weggelassen ist, finden wir in Hayne's Darstellung und Beschreibung der Arzneipflanzen (XII. Bd., Leipzig 1856) bei Rheum Rhaponticum folgende Angabe: „Prosper Alpin und Andere sind der Meinung, dass diese Art das „pa" oder Qtjov des Dioscorides und der Alten sei, und auch Caspar Bauhin meint, dass Dioscorides unter seinem Rha das RhapontirAim. nicht unser Rhabarber, wie Mesue gedächte, verstanden habe. Sie wurde früher Rha ponticum genannt, und zwar Rha nach dem früheren Nanien der Wolga, an deren ufern sie vorkommt, wenn nicht ihr dieser Fluss seinen ersten oder früheren Namen zu verdanken hat, da es wohl sein kann, dass dort ihr ursprüngliches Vaterland ist; ... Rheum Rhaponticum ist also anfangs für 1) Ich sah dieses Werk aus der Bibliothek C. v. Flatt, welches an Liunae- anis überaus reich ist. 125 die echte Rhabarber gehalten worden, wurde aber in Europa dennoch erst nach 1610 allgemein durch Prosper Alpin bekannt, der es aus Thracien kommen Hess". Die Priorität der binären Benennung des Eheum Rhaponü- C'ums datirt von Linne Spec. plant, ed. I. (1753, p. 371), und das Citiren von Mater, med. ed. II. (1772! nicht 1773, wie Pritzel schreibt) als erste Quelle (z. B. Ledeb. Flor. Ross. III., p. 496, Meisner' ap. DC. Prodr. XIV., p. 33) ist unrichtig. Vom Jahre 1762 an (Linne Spec. plant, ed. II.) bis 1799 (Willd. Spec.) finden wir noch die Standortsangabe „in Monte Aureo" angeführt, welche aber von DC. und Lam. (Flore de France 1815, vol. V., p. 367) als irrthümlich nachgewiesen wird. Nach den genannten Autoren soll sich nämlich das von Delarbre in seiner „Flore de TAuvergne" vom Mont d'Or angeführte Bhenm Ehapouticunt als Rumex alpinus L. („Rhaponticum Monachorum" der älteren Autoren) erwiesen haben. Indem ich diese Angabe des weiteren übergehe, will ich nur nebenbei bemerken, dass den Irrthum ursprünglich wohl kaum Delarbre in seinem im Jahre 1795 erschienenen Werke begangen haben kann, da die Angabe schon in Linne's Spec. pl. ed. II. 170^ enthalten ist; sie stammt eher von Boissier de la Croix de Sauvages (Plantae Monspeliens. 1751), einem mir momentan nicht zugänglichen Autor her, welcher bei Campdera Mon. des Rumex bei dem „Rhapontic du Mont d'Or" citirt ist. Es ist nicht zu wundern, dass einem so gewissenhaften Bota- niker, wie Maximovicz, zur Zeit, als er sich mit dem Plane einer i?/ punc- tata) Monte Roen, dazu eine Erörterung von K. Ronninger über die ein- schlägigen Bastardformen, wobei (p. 257) auch G. Thumasii {punctata > lutea) für obigen Standort erwähnt wird. 3710, 3716, 3725, 3726, 3728, 3754 G. solstitialis Wettst., Ahrn; 3757 und 3758 G. Kerneri Dörfler und Wettst., Ahrn; 3759, 3779, 3781, 3791 Soldanella hybrida, Ahrn; 3798; gesammelt von Bornmüller, Hellwege r, Huter, Murr, Porta, Schönach, Treffer. Freyn J., Zur Flora von Ober-Steiermark. Diese Zeitschr. XLVIII. 1898, p. 178—182, 224—226, 247—251, 307—313. p. 181 Banunculus parnassifolius, Tirol auf Kalk (Kern.). Fritsch K., Zur Systematik der Gattung Sorbus. Diese Zeitschr. XLVIII. 1898. p. 1—4, 47—49 (I); 167-171 (II). p. 169 und 170 Notizen über S. aucuparia aus Tirol. Gemboeck R., Das Hallthal bei Innsbruck, in: Natur 1898, p. 283 bis 284; vergl. auch (Berichtigungen) p. 323 (v. Dalla Torre). Mit Notizen über die Mora. Gemboeck, R.. Ein Vegetationsbild von der tirolischen Sprach- grenze, in: Tiroler Tagblatt, 33. Jahrg. 1898, Nr. 225, p. 2. Einige Notizen über die Flora von Margreid im Etschthale. Gelmi E., Aggiunte alla flora del Trentino, in: Nuovo Giorn. Bot. Ital. V. 1898, p. 304—321. Bringt viele neue Standorte, sowie eine Reihe für Tirol oder den italie- nischen Landestheil neuer Arten, Formen und Bastarde, deren Aufzählung hier zu weit führen würde. Goiran A., luglandaceae et SalicaceaeVeronenses, in: Bull. Soc. bot. Ital. Anno 1898, p. 18—24. Goiran A., BetulaceaeVeronenses, in: Bull. Soc. bot. Ital. Anno 1898, p. 65—68. Mit Notizen aus dem südlichsten Tirol. Hayek A., v., Gymnadenia Abelii nov. hybr., G. rubra X odora- tissima. Diese Zeitschr. XLVIII. 1898, p. 423—424. Dürrenstein (0. Grosser). Heeg M., Mittheilungen über einige Arten der Gattung Riccia II., in: Botaniska Notiser 1898, p. 107—116. Riccia Lescuriana Aust. Bruneck (Wett stein). Jack J.B., Lebermoose Tirols, in: Verh. zooL bot. Ges. Wien XLVIII. 1898, p. 173—191. Bearbeitung eines umfangreichen, vonFriedr. Stolz zusammengebrachten Materials unter Hinzufügung weiterer, vom Verfasser und anderen (Arnold, Bausch, Brugger, Lohse, Solms-Laubach, Venturi) in Tirol und Vorarlberg gesammelten Beiträgen. S. diese Zeitschr. 1898, p. 229. Keissler K., v., Die Arten der Gattung Daphne aus der Section Daphnanthes, in: Engler's Jahrb. XXV. 1898, p. 29—125, 4 Taf., 2 Fig. p. 47: D. alpina L., Dürrenstein, Val Vestino, Riva, Vallarsa als neue Standorte; 81: D. Cneorum; 84: D. striata; 88: D. petraea. Largaiolli V.. Le Diatomee del Trentino. I. Lago di Terlago. In: Bull. Soc. Veneto-Trent. Sc. Nat. VI, No. 3. 1898, p. 124—127. II. Lago di Madrano. In: XX Annuario Alpinisti Trident. 1898, p III. Lago della Valle di Fornace. In: Trentinum I. 1898, p. 211—213. IV. Lago di Santa Massenza m. 250 s. \. m. In: Annuario Studenti Trident IV. 1898, p. 167—169. 155 V. Lago di Serraja. In: Rivista italiana di Scienze nat. Siena XVIII. 1898, p. 69-71. I 36, II .., III 29, IV 18, V 41: Arten mit Angaben sonstiger Fund- stellen in Südtirol. Limpricht K. G., Die Laubmoose. Neubearbeitung von Raben- horst's Kryptogamenfiora. IV. Bd., 3 Abth. 32. u. 33. Lief., p. 321—448. Originalnotizen von Breidler, Gander etc. Magnus P., üeber einen in Siidtirol aufgetretenen Mehlthau des Apfels, in: ßer. deutsch, bot. Ges. XVI. 1898, p. 331—334, Taf. XXI. Sphaerotheca Mali (Duby) Burrill bei San Michele. Maiwald P., v., Ein Innsbrucker Herbar aus dem Jahre 1748 nebst einer üebersicht über die ältesten, in Oesterreich ange- legten Herbare, in: Jahresber. Obergymnas. Braunau 1898. 8^ 116 p., 1 Taf. Das Herbar, angelegt im Jahre 1748 von Georg Philipp Sauerwein, „Kräuterklaubern", in Innsbruck, umfasst auf 91 Folioblättern 312 Arten, worunter viele Gartenpflanzen. Ausser den letzteren gehören die meisten der näheren Flora von Innsbruck an; doch finden sich auch solche, welche offenbar nicht im Bereiche derselben gesammelt wurden, wie : Nr. 80 Euphorbia lathyris, Nr. 92 Bupleurum rotundifoUum, Nr. 137 Potentilla procumbens, Nr. 141 Oxytropis triflora, Nr. 261 Helleborus niger, Nr. 225 Spartium junceum, Nr. 219 Parietaria officinalis, Nr. 208 Astrantia minor, Nr. 183 eine Strand-C/iewojJodee. Fundort wird bei einer einzigen Pflanze angegeben: fol. 75, Nr. 213, Ophrys aranifera: „wachset zu weyerburg" (heute aus der Innsbrucker Flora bloss von Arzl und Thaur bekannt, wobei zu bemerken ist, dass die vom Verfasser citirte Stelle bei Schöpfer, Flora Oenipontana, p. 311 nach dessen Exemplaren zu 0. muscifera gehört). Statt Nr. 43 Pedicularis silvatica, welche in Tirol nicht vorkommt, dürfte wohl P. palustris zu setzen sein. Murr J., Beiträge und Bemerkungen zu den Archieracien von Tirol und Vorarlberg; in: Deutsch, bot. Monatsschr. XVI. 1898, p.4 — 7. Behandelt: Hieracium Murrianuni A. T. mit fünf Subspecies und H. cirritum A. T. Murr J., üeber Farbenspielarten bei den heimischen Beeren fruchten, in: Deutsch, bot. Monatsschr. XVI. 1898, p. 161-163. Mehrere neue Angaben aus Tirol. ' Murr J., Eine neue O^/jrt/s-Kreuzung. 0. aranifera'Rn&s.'XO.Berto- lonii Mor., in: Deutsch, bot. Monatsschr. XVL 1898, p. 217—218. Ophrys pseudaranifera, 0- pseudo-Bertolonünnd 0. Gelmii von Vigolo Vattaro bei Trient. Murr J., Beiträge zur Flora von Tirol und Vorarlberg X., in: Deutsch, bot. Monatsschr. XVI. 1898, p. 61—66, 110—112, 145—147. Enthält ausser vielen neuen Standorten zahlreiche neuaufgestellte Formen; ferner Ausführungen über Galeopsis Murriana Borb. et Wettst. und G. Eversiana Murr. S. diese Zeitschr. 1898, p. 229, 355. Murr J., Dicht behaarte Formen bei den heimischen Campanu- laceen, in: AUg. bot. Zeitschr. IV. 1898, p. 7. Zwei neue Standorte aus dem Geb. Murr J., Nachtrag zur Flora von Ober- und Niederösterreich, in: AUg. bot. Zeitschr. IV. 1898, p. 80—81, 96-97. p. 81 Notizen über das Vorkommen rosenrother Spielarten von UmbeUi- feren in Tirol. .o* 156 Murr J., Glacialrelicte in der Flora \^on Süd- und Nordtirol, in: Allg. bot. Zeitschr. IV. 1898, p. 175—177, 195-196. Pflanzengeographische Skizze aus der Gegend von Trient und Zirl im Innthale als Illustrirung des Krasan'schen Satzes, dass „alpine Arten oft gerade an solchen Stellen der unteren Eegionen auftreten, welche gleich- zeitig Ueberbleibsel aus einer anscheinend klimatisch entgegengesetzten wärmeren Erdperiode aufweisen". Murr J., Die Piloselloiden Oberösterreicbs. Diese Zeitschr. XL VIII. 1898, p. 258—265, 343—346, 397-404. Enthält gelegentlich auch Angaben aus Tirol. Pens Giovanni. Saggio di una rivista critica delle specie italiane del genere Eanunculus L., in: Nuov. Giorn. Bot. Ital. Nuova Serie, Vol. V. 1898, p. 210—254, 353—392. Mit Standorten aus Südtirol nach Herharbefunden. Eichen G., Nachträge zur Flora von Vorarlberg und Liechtenstein. Diese Zeitschr. XLVIIL 1898, p. 131-184, 171—178. Ergänzungen zu den früheren Arbeiten des Verfassers, insbesondere mit Beiträgen von J. Bornmüller. Kick J., Zur Pilzkunde Vorarlbergs. Diese Zeitschr. XLVIIL 1898, p. 17—22, 59—63 (L), 134—139 (II), 339—343, 394—397 (III), 1 Fig. Ergebniss von mycologischen Forschungen in Vorarlberg, namentlich um Feldkirch durch den Verfasser, P. Zurhausen und P. Kiene S. J. Eottenbach H., Zur Flora des bayrischen Hochlandes. IL Die Flora des Füssener Hochlandes, in : Deutsch, bot. Monatsschr. XVI. 189«, p. 124—127, 151—153. Bezieht sich auch auf das angrenzende Gebiet von Tirol, insbesondere nach- stehende Oertlichkeiten : Vils, Unterpinswang, Musau , Reinthal, KöUe- spitze 2236 m. Schoenach H., Tabelle zum Bestimmen der Holzgewächse Vorarl- bergs nach den Laubblättern, in: Jahresber. k. k. Eeal- und Ober-Gymnas. Feldkirch, 1898, p. 1—40. p. 33 Standorte für Viscum album; sonst keine näheren Verbreitungs- angaben. Siegfried K., Exsiccatae Potentillarum etc. Ed. 1898. VergL diese Zeitschr. XLVIIL 1898, p. 155—157. Tirol: Nr. 326 P. Ämthoris Huter Hühnerspiel, 1064 P. aureaeformis Gelmi = P. tridentina X aurea und 1065 P. Vasonensis Gelmi = P. trid. X glandulifera Krasan Monte Vasone bei Trient; letztere beiden cultivirt. Sündermann F., Neue Primelformen, in: Allg. bot. Zeitschr. IV. 1898, p. 53—55, 69—71. Neu: P. minima X viscosa, forma, Bilekii und /'. pseiido-Forsteri vom Rosenjoch, dann P minima var. multidentata vom Pinniserjoche. Timm C. T., Ein paar Frühlingstage am Gardasee, in: Deutsch, bot. Monatsschr. XVI. 1898, p. 223—228. p. 223 einige Pflanzen aus Riva. Torges E., Zur Gattung Calamagrostis Ädans., in: Mittheil, thüring. bot. Ver. N.-F. XL 1897, p. 78-93. p. 82 C villosa var. subgeniculata Laas (Tappeiner), Ahm (Treflfer), Val fonda bei Schluderbach (Bornmüller); p. 83 var. brachytricha Laas (Tappeiner), Brixen, Kais (Bornmüller); p. 92 C. epigejos X Utorea Telfs (Prahl 1895), Bozen (dto.), Tione (Boni), Gardasee (P recht); p. 93 C. epigejos X varia? Ritten (Hsm.), C.litorea X varia Prags (Born- müller). S. diese Zeitschr. 1898, p. 229. 157 ügolini N., Contributo allo Studio della Flora Bresciana, in: Com- mentari deir Ateneo di Brescia per 1' anno 1897. Brescia F. Apollonio 1898. 8", 62 p., 1 Tab. Flora des weiteren Gebietes von Brescia; umfasst auch ludicarien, Val di Ledro, das Gardaseebecken und den Monte Baldo ; die Tiroler Angaben nach Gelmi Prospetto della flora Trentina. Vierhapper Fr., Beitrag zur Gefässpflanzenflora des Lungau, in: Verb. zool. bot. Ges. Wien. XLVIII. 1898. p. 101—118. p. 110 eine Bemerkung über Saxifraga Seguieri und p. 113 eine solche über Äretia alpina aus Tirol. Wainio E., Monographia Cladoniarum universalis. Pars III. Acta soc. pro fauna et flora fennica 268 p. Wolf von GlanvellDr. Victor, Dolomitenfübrer, Wien, C. Gerold's Sohn, 1898. 8», 373 p., 1 Karte. Botanische Notizen p. 35 (Paneveggio), 89 (Pragser See), 234 (Schiern), 289 (Fedajapass) , 295 (Monte Castellazzo und Cavallazzo) , 330 (Monte Pavione). Woloszczak Eu., Salices hybridae. Diese Zeitschr. XLVIII. 1898, p. 220—224. p. 223 : Salix Khekii n. hybr. {S. grandifoUa X helvetica von Ahm und S. Murrii n. hybr. {S. aurita < purpurea) aus der Zirler Klamm bei Innsbruck. Zopf W., Untersuchungen über die durch parasitische Pilze hervor- gerufenen Krankheiten der Flechten, II., in : Nova Acta Leopold. Carol. Akad. Naturf. LXX. No. 4, 1898, p. 243 — 288 mit 44 Autotypien. p. 243 Eehinothecium reticulatum n. sp. Mendel; p. 259 Merismatium Lopadii (Arnold) Pitzthal; 268, 281 Phaeospora Catolechiae St. Anton am Arlberg; p. 273, 276, 277 Formen von Ph. rimosicola auf Ehizo- carponarten über Dolomit und Porphyr, Tirol; p. 281, 2%^ Ph. parasitica (Lönnr.) Zopf = Xenosphaeria rimosicola Arnold, Tirol; p. 282. 283 var. media Zopf Gröden, 283 Ph. rimosicola Zopf, Tirol; z. Th. von Arnold gesammelt. J. K., I principali alheri, arbusti e frutici indigeni dei nostri boschi (Schluss), in: Almanacco agrario per l'anno 1898, p. 200 bis 213. Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Congresse etc. Kais. Akademie der Wissenschaften in Wien. Sitzung der mathem.-naturw. Classe vom 3. Februar 1899. — Das c. M. Herr Director Prof. Dr. E. v. Wettstein übersendet eine im botanischen Institute der k. k. deutschen Uni- versität in Prag ausgeführte Arbeit des cand. phil. A. Jakowatz, betitelt: „Die Arten der Gattung Gentiana, Sect. Thyla- cites Een. und ihr entwicklungsgeschichtlicher Zu- sammenhang". In der Abhandlung wird der Versuch gemacht, in Fortführung der von Wettstein ausgeführten und im LXIV. Bande der Denk- schriften veröffentlichten Untersuchungen über die Section Endo- tricha der Gattung Gentiana, die Arten der im Titel genannten 158 Section mit Anwendung der morphologisch-geographischen Methode bezüglich ihres entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhanges auf- zuklären. Die systematische Verarbeitung des umfangreichen Materiales ergibt zunächst die Feststellung folgender Arten : Gentiana latifolia (Gren. et Godr.) Jakow., G. vulgaris (^eilr.) Beck, G. alpina Yill, G. angiistifolia Vi IL, G. Dinarica Beck, G. occidentalis Jakow. spec. nov. und G. exctsa Presl, ferner eines Bastardes: G. difjenea Jakow. (= G. latifolia X vulgaris). Der morphologische Vergleich in Verbindung mit detaillirter Beachtung der geographischen Verhältnisse liess den Verfasser zu einer vollkommen ungezwungenen Aulfassung der phylogenetischen Beziehungen der Arten zu einander gelangen. Darnach stellte sieh die ganze Artengruppe als ein relativ alter, in Europa sicher bis zur Tertiärzeit zurückreichender Typus dar, der sich in jüngster Zeit in sechs ziemlich gleichwerthige Arten gespalten hat, die in Anpassung an bestimmte klimatische und Bodenverhältnisse ent- standen. Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Herbarium Craillardot. Es dürfte gewiss für weitere Kreise von Interesse sein, dass das bedeutende Herbarium Gaillardot, bisher in Kairo befindlich, durch Ankauf in Besitz des Herrn Hofrath 0. Haussknecht (Weimar) übergegangen ist. Dasselbe wurde von Dr. J. A. C. Gaillardot gegründet und von seinem Sohne Dr. Charles Gaillardot, bekannt durch seine botanischen und geologischen Forschungen in Vorderasien und Aegypten, zu einer seltenen Voll- ständigkeit fortgeführt. Nach den Angaben des Kataloges enthält es gegen 30.000 Nummern, von denen ein grosser Theil als Originale zuBoissier's Flora Orientalis gedient haben. Das Herbar ist vorzüglich durch- gearbeitet und mit vielen kritischen Bemerkungen versehen. Es sind darin enthalten aus der Flora Orientalis über 10.000 Exem- plare, und zwar ausser den Sammlungen Gaillardot's diejenigen von Boissier, Kotschy, Balansa, Bourgeau, Blanche. Huet, Calvert, Szowitz, Hohenacker. Loftus, Schimper. Schimper und Kotschy, Heldreich. Despreaux u. A. m. Aus der indischen Flora sind die Collectionen von Metz hervor- zuheben, aus der Flora von Algier sind diejenigen von Clauson, Colonel Paris, Cosson, von den Canaren jene von Bourgeau, Mandon, und von Madagascar diejenige von Garnier zu erwähnen. Eeich vertreten ist die Flora Spaniens und Portugals durch die Collectionen Bourgeau's (Cosson) und Welwitsch's. Aus der übrigen Flora Europas finden wir vor Allem die häufig citirten Exsiccaten von F. Schultz, Billot, Bordere. Mabille, Pesta- lozza, ferner die Namen auch Anderer, wie Mougeot, Soyer- Willemet, van Heurck. 159 Ziehen wir in Betracht, welche umfangreichen Sammlungen sieh im Herbar Haussknecht bereits zusammengefunden haben, ganz abgesehen von den von Haussknecht selbst aufgebrachten Sammlungen in Vorderasien und Europa, so gestaltet sich das Herbar Haussknecht zu einer der reichhaltigsten Sammlungen der europäisch-asiatischen Flora. B — r. Notiz. Nachdem der Gefertigte am 1. April seine Stellung als Professor und Director des botanischen Gartens und Museums an der Universität Wien angetreten hat, bittet er, fortan alle für ihn und die Redaction der „Oesterr. botanischen Zeitschrift" bestimmten Sendungen nach Wien, 3/3, Eennweg 14, zu adressiren. Prof. Dr. R. v. Wettstein. Personal-Nachrichten. Prof. Dr. Günther Ritter Beck von Mannagetta wurde zum Professor und Director des botan. Gartens der deutschen Universität Prag ernannt. Dr. Aladar Richter wurde als suppl. Professor der Botanik an die Universität Kolozsvär (Klausenburg) berufen. J. G. Baker trat von der Leitung des Kew Herbarium zurück. An seine Stelle trat W. B. Hemsley. Prof. Dr. T. Mac Dougal wurde zum Director des botani- schen Laboratoriums und des botanischen Gartens in New-York ernannt. Dr. R. Lauterborn hat sich als Privatdocent für Botanik an der Universität Heidelberg habilitirt. Dr. G. Venturi ist gestorben. Inhalt der April-Nummer: Degen A. v., Bemerkungen über einige orientalische Pflanzenarter. XXXVI. Hheum Rhaponticum L. in Europa. S. 121. — Schiffner V., Beiträge zur Leber- moosflora von Bhutan. S. 127. — Hacke 1 E., Ueber die Gramineen-Gattung Stapfia. S. 133. — Bubäk Fr., Ein kleiner Beitrag zur Pilzflora von Tirol. S. 134. — Folgner V., Beiträge zur Kenntniss der Entwicklungsgeschichte einiger Süsswasser-Peridineen. S. 136. — Rechinger K., Vergleichende Untersuchungen über die Trichome der Gesneraceen. S. 142. — Arnold F., Lichenologische Fragmente. S. 146. — Keisslpr K. v., Einige neue Missbildungen. S. 150. — Sarnthein Graf L., Berichte über die Aorist. Durchforschung von Tirol etc. S. 153 — Akademien, Botan. Gesellschaften, Vereine etc. S. 157. — Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. S. 158. — Personal-Nachrichten. S. 159. Redacteur: Prof. Dr. R. t. Wettstein, Wien, 3/3, Rennweg 14. Verantwortlicher Redacteur: J. Dörfler, Wien, III., Barichgasse 36. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. Die „Oesterreichische botanische Zeitschrift" erscheint am Ersten eines jeden Monats und kostet ganzjährig 16 Mark Zu herabgesetzten Preisen ^ind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben: II und III ä 2 Mark, X— XII und XIV— XXX ä 4 Mark, XXXI— XLI ä 10 Mark. Exemplare, die frei durch die Post eipedirt werden sollen, sind mittelst Postanweisung direct bei der Administration in Wien, I., Barbaragasse 2 (Firma Carl Gerold's Sohn), zu pränumeriren. Einzelne Nummern, soweit noch von'äthig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. 160 INSERATE. Verlag von Arthur Felix in Leipzig. und deren Gesehielite von H. Grx*a±ex3_ ztx SoXhicls - ZUja-nTDacii. Professor der Botanik an der Universität Strassbnrg. In gr. 8». IV u. 116 S. 1898, mit einer colorirten Tafel. Brosch. Preis: 6 Mk. 50 Pf. iiiiiiiiiiiiiiiiiiyiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ Im Verlage von Carl Gerold's Sohn, Wien, I., Barbaragasse 2, ist er- schienen und durcli alle Buchhandlungen zu beziehen: Alpenblumen des Semmeringgebietes. (Schneeberg, Rax-, Schnee- und Veitsctialpe, Schieferalpen, llVechsel, Stuhleck etc.) Colorirte Abbildungen von 188 der schönsten, auf den niederösterreichischen und nordsteierischen Alpen verbreiteten Alpenpflanzen. Gemalt und mit kurzem, erläuterndem Texte versehen von Professor Dr. G. Beck von Mannagetta. Preis in elegantem Leinwandband M. 6" — . Jede Blume ist: 1. botanisch correct gezeichnet, 2. in prachtvollem Farbendruck möglichst naturgetreu ausgeführt. -- Ji"riii!i!iiir!!i'mii'iii[iiiiiiiiii!iiiMiii!!imiiiiii;ij[ii _^ NB. Dieser Nummer ist beigegeben: Tafel II (Schiffner) und Tafel III (Folgner). ÖSTERREICHISCHE Herausgegeben und redigirt von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. TJniTersität in Wien. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. XLIX. Jalirgang, N»- 5. Wien, Mai 1899. Arbeiten des botanischen Institutes der k. k. deutschen Universität in Prag. Nr. XLIV. Untersuchungen über Scolopendrium hyhridum Milde. Von C. Hofmann (Prag). (Mit 1 Tafel und 4 Textabbildungen.) Gelegentlich von Untersuchungen über Farne, welche den Zweck verfolgten, den Einfluss der Hybridisation auf Formneubildung zu studiren, fand ich Gelegenheit, mich auch mit Scolopendrium liyhridum Milde zu beschäftigen. Schon eine vorläufige Prüfung dieser Pflanze ergab Resultate, welche von jenen der Botaniker, die sich zuletzt mit der interessanten Pflanze beschäftigten, wesent- lich abwichen, weshalb ich die Untersuchungen fortsetzte und deren Ergebnisse hier mittheile. Das Materiale, das ich untersuchte, wurde von Herrn Prof A. Haracic, der bekanntlich in den letzten Jahren die Pflanze wieder auffand und wiederholt sammelte, in bereit- wiUigster Weise zur Verfügung gestellt, wofür ich hiemit an dieser Stelle danke. Scolopendrium hyhridum M. wurde 1862 zum ersten Male von H. W. ßeichardt^) „in einem einzigen Exemplare an einer alten Mauer beim Porto Oigale nächst Lussinpiccolo" gefunden; es kam unter normalem Ceterach vor. Eeichardt betont a. a. 0., es gleiche, was seinen Habitus anbelangt, im Wesentlichen Ceterach officinartim; er gab aber auch Unterschiede an, bestehend in einem verschiedenen Bau der Spreuschuppen, einer etwas abweichenden Form der zwei Gefässbündel im Wedelstiele, sowie in einer anderen Gruppirung und Form der Sori. Diese Unterschiede gestatteten ihm nicht, die Pflanze bloss für eine „kahle Varietät" von Ceterach zu halten. Da er eine Hybridisation nicht annehmen konnte, so gestand er am Schlüsse seiner Anzeige, dass er trotz eingehender und mehrfach wiederholter Untersuchungen zu keinem bestimmten Resultate habe kommen können. 1) Eeichardt, Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. in Wien XIII. 1863. S. 477. Oesterr. botan. Zeitschr. 5. Heft. 1899. 13 162 J. Milde^j, dem dieses Exemplar von dem Entdecker über- lassen wurde, erklärt den merkwürdigen Farn, dessen Betrachtung ihn in Erstaunen setzte, für einen Bastard aus Scolopendrium vulgare Sm. und Ceterach offic. Willd. : „Proles hybrida orta ex Scolopendrio vulgari Sm. et Ceterach ofßcinariim Willd.". Wie sehr Milde von der Bastarduatur dieses Farnes überzeugt war, geht daraus hervor, dass er am Schlüsse seiner augeführten Abhandlung schreibt : „Wenn auf den quarnerischen Inseln Scolopendrium vulgare bisher noch nicht beobachtet worden ist, so möchte ich aus dem Vor- kommen dieses Bastardes auch mit Sicherheit auf das Vorkommen von Scolopendrium vulgare schliessen." Luerssen^). der die Pflanze nicht gesehen hatte, stützte sich auf die Angaben von Milde, knüpfte daran kritische Bemerkungen und meinte, an der Bastardnatur noch zweifeln zu können ; jedenfalls aber nahm er S. Hemionitis als mit mehr Wahrscheinlichkeit an der eventuellen Bastardbildung betheiligt an. Nach vielen Jahren, u. zw. zum ersten Male 1889. wurde S. hyhridum von Prof. A. Haraßic^) wiedergefunden, u. zw. nicht bloss an dem Eeichardt'schen Standorte, sondern auch an mehreren anderen ; er glaubte Anfangs . eine neue Species von Ceterach vor sieh zu haben *), was mit Rücksicht auf die Ceterach- Aehnlichkeit der Pflanze nicht ohne Interesse ist. A. Heinz^) untersuchte hierauf eingehend die Pflanze und erklärte sie am Ende seiner Abhandlung für eine „distincte. dem südeuropäischen S. Hemionitis zunächst verwandte, nicht durch Kreuzung entstandene Scolopendrium- K r t" . P. Ascher so n*^) schhesslich glaubte aus den Ausführungen von Prof. Heinz den Sehluss ziehen zu müssen, S. hyhridum vor- läufig „als Unterart zu S. Hemionitis stellen zu sollen". Damit schien die Frage des S. hyhridum eine Erledigung gefunden zu haben. Ich will nun gleich bemerken, dass ich nach meinen Untersuchungen, die auf Grund reichlichen Materiales aus- geführt werden konnten, die Frage als durchaus nicht erledigt betrachten kann, da ich insbesonders zu wesentlich anderen Ergeb- nissen als Heinz kam. Es sollen nun zunächst die Eesultate meiner vergleichenden Untersuchungen, die sich auf den Gefässbündel- verlauf, auf den Bau des Blattes, des Sorus, der bporangien, Sporen und Spreuschuppen beziehen, kurz mitgetheilt werden. Was den Gefässbündelverlauf (Taf. V, Fig. 2) in einem Wedel- lappen von S. hyhridum anbelangt, so entspringen durch Vermitte- lung eines ganz kurzen, basalen Theiles unter verschiedeneu spitzen 1) Milde, Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. in Wien XIV. 1864. S. 235. 2) Luerssen, Farnpfl. S. 126 ff. 3) Haraöic, Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. in Wien XLIII. 1893. S. 208. ■*) Glasnik der Soc. hist. nat. croat. VII. 1892. p. 320. s) Heinz, Ber. d. deutsch, bot. Gesellsch. X. 1892. S. 413. *') Ascherson, Synopsis d. mitteleurop. Flora. S. 52. — Verh. d. bot. Ver. der Prov. Brandenburg XXXVII. p. XLVI. 163 Winkeln aus der Mittelrippe zumeist drei, anscheinend gleichwertige Verzweigungen eines Secundärbündels darstellende Aeste, welche, ihre convexe Seite der Costa zukehrend und mehrfach sich dichotom theilend, an den Eand ziehen; zahlreiche Anastomosen, u. zw. un- mittelbar in der Nähe des Blattrandes, finden sich. Die Schleier der zumeist einzelstehenden, nicht wie bei Scolopendrium sonst paarigen Sori wenden ihre unangeheftete Seite meist der Mediane des Blattlappens zu; allerdings kommen ab und zu auch anders geöffnete Indusien vor (vgl. Fig. 2 links oben). Dieser Verlauf der Gefässbündel in dem Blattlappen von S. liißridum gleicht im Wesentlichen genau dem von Ceterach; auch hier (Fig. 1) gehen vermittelst eines kurzen Fusstheiles drei, anscheinend gleichwerthige Secundärnerven in Bogen, die ihre offene Seite nach aussen kehren, an den Eand, indem sie sich dabei mehrfach gabeln. Anastomosen kommen häufig vor: sie sind beim gezeichneten Fiederchen etwas weiter weggerückt vom Bande ; dies kann aber auch anders sein, wie überhaupt die Nervatur in dieser Hinsicht ziemlich variirt; dasselbe wäre aber auch für S. liyhridum zu erwähnen. Die Sori sind einzeln und wenden ihre offene Seite der Mediane des Fiederchens zu. Der basale Lappen von S. Hemionitis zeigt im Allgemeinen den analogen Gefässbündelverlauf. nur ist hier vielfach ein Mittel- strang deutlicher ausgebildet (Fig. 3). Die Sori sind wie bei Scolopendrium überhaupt gepaart. Es sei aber auch bemerkt, dass auf dem Lappen von S. Hemionitis mitunter einzelne Sori auftreten, deren Schleier dann ihr freies Ende der Mittelrippe zuneigen (vgl. Fig. 3). Was denVerlauf der Gefässbündel im ungelappten Theile des Wedels von S. hyhridum betrifft (Fig. 4), so stimmt er im Wesent- hchen überein mit jenem von S. Hemionitis (Fig. 5). Unter spitzem Winkel tritt ein basaler Theil aus der Costa aus, der sich reich verzweigt; die Nerven ziehen in gleicher schiefer Eichtung, an- nähernd parallel. Anastomosen sind häufig. Einzelne Sori treten nicht selten auf. Die Doppelsori sind häufig gegeneinander im Sinne der Längslinie etwas verschoben. Wenn Heinz diesen ungelappten Theil des Wedels von S. hyhridnm mit einem Fiederchen von Ceterach, vergleicht, so ist er im Irrthum und gewinnt dadurch nicht zutreffende Ergebnisse; es liegt doch sicherlich näher, ein Fiederchen von Ceterach einem ähnlichen, analogen Theil von 8. hyhridum, d. i. einem Lappen gegenüberzustellen, und dann kann es aber keinem Zweifel unter- liegen, dass eine ganz wesentliche Aehnhchkeit zwischen S. hyhridum und Ceterach besteht. Ungefähr das gleiche Bild wie S. hyhridum bietet uns, wie schon bemerkt, ein Ausschnitt aus dem nicht gelappten Wedeltheile von S. Hemionitis (Fig. 5). Nur ist hier die Nervenverzweigung nicht so reich; Anastomosen kommen weniger vor. Die paarigen Sori sind gegeneinander meist nicht verschoben, sogar einzelne 13* 164 Sori treten, vvenü auch selten, auf. Zum Vergleiche sei auch S. Scolopendrium (=: S. vulgare) herangezogen. Hier gehen (Fig. 6) die Secundärnerven (den basalen Theil nicht mitgerechnet) fast unter einem rechten Winkel vom Mittelstrange aus. Anastomosen finden sich wohl bei unserem gewöhnlichen Scolopendrium sehr selten. Die Sori sind einander paarweise gegenübergestellt und stehen in gleicher Höhe. Hinsichtlich des Gefässbündelverlaufes im Wedel und der Stellung der Sori würde also S. Scolopendrium das eine Extrem, Ceterach ofßc. das andere darstellen; sie sind verbunden durch Uebergänge, die sich uns in S. HemioniUs und S. hybridum dar- bieten; vielleicht existirt noch ein oder das andere Zwischenglied^); Jieinesfalls kann man sagen, dass in dieser Hinsicht S. hybridum den anderen Scolopendrium- Arien wesentlich näher steht als Ceterach. (Fortsetzung folgt.) Nachträge zu „Die Orchidaceen Deutschlands, Deutsch ■ Oesterreichs und der Schweiz '^ (III). Von Max Schulze (Jena). (Mit einer Abbildung.) Für die zahlreichen Zusendungen und Mittheilungen, die mir seit Erscheinen der letzten Nachträge (in dieser Zeitschrift, Jahrg. 1898) gemacht wurden, spreche ich auch an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank aus. Die in diesen Nachträgen genannten Herren sind: Artzt, F. F. A., Kgl. Sachs. Vermessungs- Ingenieur in Plauen im Vogtlande; Becker, Wilhelm, Lehrer in Wettelroda bei Sangerhausen am Harz; Chenevard, P. , in Genf; Dutoit- Haller, Eugen, Dr. med. in Bern; Haläcsy, Eugen von, Dr. med. und Kaiserl. Rath in Wien; Hayek, August Edler von, Dr. med. in Wien; I ssler, E., Lehrer in Colmar im Elsass; Landauer, Robert, Apothekenbesitzer in Würzburg; Lutze, Günther, Collabora- rator in Sondershansen; Neuberger J., Professor in Freiburg im Breisgau; Petry, Hermann, Referendar in Strassburg im Elsass; Pinkwart, H., Lehrer in Goldberg in Schlesien; Rettig, Ernst, Inspector des Grossherzogl. botan. Gartens in Jena; Ruppert, Josef. Apotheker, z. Z. in Kahla in Thüringen; Ruthe, Rudolf, Kreisthierarzt in Swinemünde; Schmidt, Justus, Lehrer der Natur- wissenschaften in Hamburg; Scholz, Josef, Oberlandesgerichts- Secretär in Marien werder in West-Preussen; Wetschky, Max, Apotheker in Gnadenfeld in Schlesien; Winkler, Willy, Privat- gelehrter in Jena; Wirtgen, Ferdinand in Bonn, 1) Vgl. P ranze E. in Termeszetrajzi füzetek. 1894. p. 162—164. {S. vul- gare var. hemionitiforme Franzi). 165 Cypvipediuni Calceolus Huds. Sehr kräftige, bis 70 em hohe, öfters dreiblütige Pflanzen bei Isny im Württembergischen Allgäu Ruppert! var. viridiflora M. Seh. Ein Stock mit zwölf blüten- tragenden Stengeln über Ammerbach bei Jena; hier auch nicht ganz rein ausgebildete Formen mit namentlich nach dem Grunde hin leicht bräunlich überlaufenen Perigonblättern ! ! Orchis Morio L. In kleiner, rein weiss blühender Form von 8 — 11 cm Höhe mit wenigblütiger Aehre (f. nana Ohenev. in sched.) bei Champlan unweit Sitten im WalUs Ohenevard! — Aeussere Perigonblätter 5, 5 — 7 mm lang; Lippe 4, 5 — 6 mm lang, 7, 5—9 mm breit; Sporn nicht gaoz so lang als der Fruchtknoten (8 — 9 mm lang) ; Tracht durchaus der 0. Morio. O. Morio ^ palustris^) nennt Ohenevard: O. Gene- vensis ^). O. coriophora L. b. fragrans Gren. u. Godr. Stoppelberg bei Wetzlar (leg. Apoth. Schumann) Herb. Euppertl Freiburg i. Breisgau Euppert! O. tridentata Scop. Eine Pflanze mit kürzeren Spornen und Deckblättern (halb so lang als der Fruchtknoten) bei Lengefeld in Thüringen Ruppert! O. Siinia Latn. Weissblühend im Kaiserstuhl in Baden Ruppert! Morgone bei Trient Gelmi^). O. miJitaris L. fl. suec. Eine Pflanze, deren sämmtliche Lippen mit ziemlich breiten und verlängerten Seitenlappen, sowie mit ein wenig breiteren, etwas längeren, durchaus ungetheilten, vom Grunde bis gut drei Viertel seiner Länge ziemlich gleichbreiten, dann plötzlich zugespitzten Mittellappen versehen sind, im Mord- thal bei Kosen in Thüringen Ruppert! — Seitenlappen 1 — 2mm breit, 6 — 7 mm lang; Mittellappen 1-5 — 2*5 mm breit, 7 — 8 '5 mm lang. O. militaris X Simia. In der Form der Lippe mehr zu 0. militaris hinneigend im Brüderholz bei Genf Dutoit- Hai 1er! O. pu7'purea Huds. Die Haarpinsel auf der Lippe fliessen zuweilen völlig ineinander und bilden dann auf jedem Lappen einen einzelnen, grossen, dunkelpurpurnen Fleck, so beobachtet in Thüringen bei Eisenberg Rechtsanwalt Lud ewig (briefl.), Eckartsberga und Jena!! Colmar im Elsass Issler! — Eine Abänderung mit sehr verkürztem Mittellappen aller Lippen (höchstens halb so lang als die Seitenlappen) am Dreispitz bei Mutzig im Elsass H. Petry!^) — Eine andere mit sehr verlängerten Deckblättern (7 — 8 mm, das unterste 12 mm lang), etwa der 0. militaris f. perplexa G. Beck entsprechend, bei Kosen in Thüringen Ruppert! — Weissblühend 1) Vergl. „Nachtr. zu d. Orchid." in Mitth. d. Thüring. bot. Ver. 1897. S. 67. 2) Bullet, des travaux d. 1. Soc. bot. d. Geneve IX. 1898, Sep. Abdr. S. 2. ^) Enrico Gelmi, Prospetto della flora Trent., S. 157. *) Eine Annäberiing an eine in den 80er Jahren von H. Petry auf- gefundene Pflanze, bei der der Mittellappen der Lippen total verkümmert oder kaum sichtbar war (briefl. Mitth.). 166 bei Mesiano bei Trient Gelmi^); am Dreispitz bei Mutzig im Elsass H. Petry (briefl.). Mit weissen, unpunktirten Perigonen und grün- lich gestreiftem, nur an der Spitze ein wenig geröthetem Helm bei Jena Frl. E. Roenius! &. moravica Mchh, fil. Dreispitz bei Mutzig im Elsass H. Petry! O. purpurea X Sitnia. Bay und ßrüderholz bei Genf Dutoit-Haller! — Die Pflanze vom ersteren Fundorte zeigt eine eiförmig -längliehe, aber gedrängte Aehre. bei der letzteren ist die Aehre mehr kugelig, dabei lockerer; in ihren Perigonen halten beide Pflanzen die Mitte zwischen den Stammarten. — Auch zwischen Ravina und Margone bei Trient Gelrni-). O. niascula L. b. speciosa Koch. In Thüringen auch bei Rossbach a. d. Saale Ruppert! und bei Lehesten (leg. Dr. Klinghammer-Rudolstadt) Herb. Ruppert! Plauen im Vogtlande Artzt! c. obtusiflora Koch. Oranves bei Genf Chenevard^)! O. niascula X Morio. Haltingen in Baden (leg. Sandoz, t 1869} Herb. Dutoit-Haller! — Perigonblätter stumpf hch, viel länger als bei 0. Morio, einen nicht ganz geschlossenen Helm bildend; Lippe mehr nach 0. niascula hin, aber mit breiteren Seitenlappen; Sporn lang und dick, keulenförmig; Blätter schmal. O. mascula X pallens. In Thüringen auch bei Rossbach a. d. Saale und bei Kosen Ruppert! O. pallens Zi. Val Vestino in Süd-Tirol Facchini*). O. palustris Jacq. Weissblühend bei Berlin (leg. Apotheker Schumann) Herb. Ruppert! Strassburg im Elsass H. Petry (briefl. j. O. incarnata L. Mit fast durchgängig tief dunklen Blättern in Menge bei Usedom Ruthe (briefl.). - Mit fleischfarbigen Blüten, aber mit nach der Mitte hin gelblich gefärbten Lippen bei Gumliu auf Usedom Ruthe! — Weissblühend im Aldekerker Bruch bei Orefeld Ruppert, bei Strassburg im Elsass H. Petry (briefl. Mitth.j. 3. brevicalcarata, b. triloba retusa Itchb. fil. und c, tvifarca Mchb. fil. am Schlosse bei Heringsdorf in Pommern mit der gewöhnlichen Form Ruthe! O. incarnata X latifolia. Gross-Glogau , Sprottebruch südlich der Quaritzer Haide Piukwart^j! Calcar bei Münstereifel in Rheinpreussen F. Wirtgen! Gourze bei Chextris im Canton Waadt (leg. Dutoitpat., y 1847) Herb. Dutoit-Haller! Bellerive und Perly bei Genf Chenevard*^). 1) 1. c. -) E. Gelmi, Aggiunte alla Flor. Trent., Estr. dal Nuov. Giorn. bot., Vol. V, 1898, S. 318. 3) 1. c. S. 2. *) E. Gelmi, Prospetto della Flora Trent., S. 158. 5) Herr H. PI nk wart schreibt mir, dass er an dieser Stelle 0. incarnata zwar nicht gesehen, dass dieselbe aber dort vorkommen solle. «) 1. c, S. 3. 167 O. incarnata X Tr aunst einer i. Stengel ziemlich hohl, 4 — 5 blätterig. Blätter aufgerichteter als bei 0. Tniunsteineri, schmal- lanzettlich, bald über der Basis am breitesten und von hier ziemlich allmälig in die Spitze verschmälert, spitz, sehr selten das unterste stumpflich, etwas gefleckt, das oberste gewöhnlich den Grund der Aehre etwas überragend, die untersten ziemlich lockerscheidig; das zweite (von unten gerechnet) am grössten. es folgt in der Grösse das unterste, bei einer Pflanze erst das dritte von unten und dann das unterste. Deckblätter gross, die untersten länger als die Blüten. Blüten ziemhch dicht stehend, gross, ihre Farbe blasser als bei 0. Traiinsteineri. Perigonblätter stumpflieh. Lippe so breit oder etwas breiter als lang, grösste Breite etwa in der Mitte, undeutlich dreilappig oder ganzrandig mit aufgesetzter, kleiner, abgerundeter Spitze ; ihre Zeichnung (nach den vorliegenden getrockneten Exem- plaren) mehr wie bei 0. incarnata — Ahlbeck bei Swinemünde ßuthe! O. Iraunsteineri Saut. Hildener Heide um den Jaberg bei Haau in Eheinpreussen F. Wirtgen! Hinter Oaliso und bei Vigolo Vattoro in Süd-Tirol Gelmi^). Belpmoos bei Bern Dutoit- H aller! Divonne bei Genf Ghenevard'-). O. latifoUa L. var. angustifolia JBecker, Wiesen beim Bahnhof Walkenried im Harz W. Becker! „Wuchs schlank wie bei 0. Traunsteineri. Blätter 5 — 6, schmal -lanzettlich; die mittleren 8 — 18 cm lang. 7 — 12 mm breit, die oberen viel kürzer und schmäler. Aehre kurz, mit wenigen Blüten. Sporn so lang oder länger als der Fruchtknoten. Deckblätter schmal -lanzettlich; die oberen sehr schmal." ^) — Die vorliegende Pflanze erinnert ungemein an ü. Traunsteineri. Neben der Tracht und der kurzen, wenig blutigen Aehre deuten auch die schmäleren Blätter, von denen das über dem untersten stehende das grösste ist. dem in der Grösse zunächst das unterste, dann die nach der Aehre hin allmälig kleiner werdenden drei obersten folgen, sehr auf diese Art. Die kleineren Blüten aber, sowie die frühe Blütezeit bedingen schon, sie zur 0. latifolia zu stellen. Uebergangsformen zur 0. maculata (nicht immer als primäre Bastarde aufzufassen, da sie auch an Stellen, wo die beiden Arten nicht zusammen wachsen, auftreten) scheinen verbreitet zu sein. In neuerer Zeit sah ich solche Formen aus verschiedenen Gegenden, z. B. : Simmern im Hunsrück leg. Buppert! Calcar bei Münster- eifel leg. F. Wirtgeu! Krummhübel im Eiesengebirge leg. J. Scholz! Känzeli bei Gurnigelbad im Canton Bern leg. Dutoit- H aller! Alpen von Youvrj unter la Suche leg. Ghenevard!*) 1) E. Gelmi, Aggiunte .... S. 318. ^) 1. c. 3) Vergl. W. Becker in Deutsch, bot. Mon.-Schr., 1898, S. 68. •*! Durch die Güte des Kaiserl. Käthes Herrn Dr. E. von Haläcsy konnte ich auch die Originalexemplare der 0. latifol. X macul. (U. Braunii Hol.) ein- sehen. Dieselben bilden eine entschiedene , mehr der O. macul. zuneigende Zwischenform. G. von Beck zieht sie in seiner Flora v. Nied.-Oesterr. zur 0. latifolia. (Fortsetzung folgt.) 168 Beiträge zur Kenntniss der Gattung Capsella. Von Dr. Jos. Murr iTrientj. (Mit Tafel IV.) Bei der Zusammenstellung meiner heurigen Beiträge für Tirol ergaben sich gerade innerhalb der verhältnissmässig sehr artenarmen Gattung Caj)sella ziemlich zahlreiche Neufunde, die zu einer separaten Veröffentlichung einluden. Ein guter Theil des Verdienstes fällt bei diesen Funden und Beobachtungen meinem verehrten Freunde E. (jelmi zu. der mich auch bei meinen Studien auf das Bereit- willigste mit seinem Herbare und seiner Bibliothek unterstützte. Folgende Formen mögen hier vorgeführt und besprochen werden. Capsella Bursa pastoris Moench nov. var, (monstv.) drabifortnis mh. (s. Taf. IV, Abb. I). Habitus an Draba muralis erinnernd. Sehötchen eiförmig bis lanzett- lich, kürzer oder länger zugespitzt, die schmälsten obersten den Schoten des Nasturtium silvestre ähnlich. Gelmi fand diese höchst merkwürdige Abnormität 1879 in wenigen Exemplaren bei Trient auf den „Alle Ghiaje" genannten Feldern an der Mündung des Fersina-Wildbaches in die Etseh. G. erwähnte den Fund zuerst in seiner ßevisione della flora del bacino di Trento 1884 [p. 4] „ne rinvenni alle Ghiaie pochi semplari forniti di sili- quette ovali", sodann 1893 in seinem Prospetto [p. 19] „Alle Ghiaje presso Trento trovai cinque esemplari della var. inteyrifolia forniti di siliquette ovali con pochissimi semi. Che sia una mostro- sitä od un ibrido?" (Gelmi dachte an einen Bastard mit Eropliila.) Capsella Bursa pastoris JMoeneh nov. var, (monstr.) caineliniformis mh. (s. Taf. IV, Abb. II). Sehöt- chen rundlich-verkehrt eiförmig, nicht ausgerandet, von der V^ (— Vs) der Schötchenlänge erreichenden Griffel- säule gekrönt, daher vollkommen die Sehötchen und den Habitus der Cuniellna microcarpa Andrz. nachahmend. Traube wie bei dieser (und bei Capsella gracilis G. G.) verlängert, schmal, ebenso die Blätter steif haarig-borstig. Von Gelmi 1898 an der gleichen Stelle wie die vorige entdeckt. Die Form steht jedenfalls in naher Beziehung zur var. „?/3 microcarpa Lose." in Willkomm et Lange Prodr. Fl. Hisp. III, p. 779 von Oalaceite in Süd-Aragonien („siliculis multo minoribus. apice vix emarginatis quasi orbi- cularibus (?), dense hispido pubescens"). Willkomm und Lange haben die Form augenscheinUch selbst nicht gesehen; eine Identi- ficirung unserer Pflanze mit der spanischen Form ist trotz der auffallenden üebereinstimmung bezüglich der Schötchenform und des Indumentes der Blätter nicht möghch. da in der kurzen Be- schreibung von Los cos das für unsere Form am meisten charakteri- stische Merkmal, die verhältnissmässig lange, starre und dickliche, nicht eingesenkte Griffelsäule, nicht erwähnt wird. 169 Capsella ruhella Eeut. (s. Taf. IV, Abb. VI). Für Tirol zuerst von Hell weg er in Zams, doch wohl nur verschleppt, ge- funden (s. Deutsche bot. Monatsschrift 1894. S. 18). Ich entdeckte die Art für das Trentino zuerst an der Fersinabrücke und in Muralta Dächst Trient; in der Folge wurde sie von mir auf der Piazza del Vö in Trient, ferner in Boveredo und Ala, von Gelmi bei Bavina und Villazano nächst Trient. wie gleichfalls in Roveredo, von He 11 weg er bei Nago-Torbole am Gardasee gefunden. Die var. runcinata Freyn, Fl. v. Süd-Istrien [S. 277], welche dortselbst seltener vorkommt, ist hier die fast ausschhesshch dominirende; doch findet sich auch die Form mit fast gaozrandigen Blättern vereinzelt, z. B. bei Villazano. Wenn Garcke (El. Flora von Deutschland, 18. Aufl., S. 66) der „var. b) ruhella Beuter" neben den kleinen Kronenblättern „meist kürzere Schötchen*' zuschreibt, so ist dies entweder zu wenig genau, da das Charakteristische der Schötchen von C. ruhella Beuter in den concaven Seiten wänden besteht, oder die echte südUche C. ruhella Beut, kommt eben in Deutschland gar nicht vor (wenn dies der Fall ist, jedenfalls, etwa Elsass-Lothringen ausgenommen, nur verschleppt). Wahrscheinlich handelt es sich hiebei um eine einfache Form mit kürzeren, breiteren, im ümriss gleichseitig dreieckigen, Schötchen (vgl. C. Bursa pastoris Mch. var. hra- cJiycarpa Heldr., von der ich momentan noch keine Exemplare besitze) und mehr weniger roth überlaufenen Kelchen, wie sie Gelmi auch um Trient sammelte, nur dass bei dieser Pflanze die Petalen fast ihre normale Länge erreichen. Eine selbständige, vielleicht monströse Form dürfte dagegen C. Bursa 2^ttstoris Moench. var. pseiidoruhella mh., AUg. bot. Zeitschrift 1898, S. 97, von der Strasser-Insel in Linz, darsteUen (s. Abb. V), zu der ich a. a. 0. als fragliches Synonym die C. ruhella Garcke non Beuter stellte. Dieselbe zeigte durchwegs roth überlaufene Kelche und kleine, den Kelch wenig überragende, gleichfalls manchmal etwas rosafarbene Petalen wie die echte C. ruhella Beuter, charakterisirt sich aber insbesondere durch eine fast krankhaft dichte und reiche Verästelung und unregelmässig gestaute Trauben, sowie durch meist tief herzförmige (s. Taf. IV, Abb. V), theilweise aber auch verlängert dreieckig-keilige, vorne wenig ausgerandete Schötchen, wie sie sich öfter auch an der typischen C. Bursa pastoris finden (s. Taf IV, Abb. VII), z. B. an Exemplaren, die ich heuer an der Franz Senn-Hütte in Alpein (Stubaithal, c. 2200 m) sammelte. Auch verkümmerte, rund- lich herzförmige Schötchen nach Art der C. gracilis G. G. finden sich zahlreich eingestreut, so dass man an eine eigenthümhche Form der Oombination C. Bursa > ruhella denken könnte; doch war es mir unmöglich, in Linz C. ruhella Beuter zu finden. Capsella gracilis G. G. Heuer zuerst von Gelmi bei Villazano. dann auch vereinzelt von mir und ihm an mehreren Punkten des Weichbildes von Trient, besonders zahlreich auf der 170 Piazza del V6, endlich mit der vorigen von Hell weger zwischen Nago und Torbole gesammelt. C. gracilis G. G. zeigt, wie schon Grenier (Flore de la ehaine jm-assique I, p. 68 f.)^) richtig hervor- hebt, stets verkümmerte (s. Taf. IV, Abb. III), taube Schötchen und ist hiemit ein unzweifelhafter Bastard, der wohl überall dort, manchmal in grosser Menge — ich legte heuer bei 100 Bogen der Pflanze ein — aber auch nie weit entfernt von solchen Plätzen zu finden ist, wo Capsella Bursa und C. riibeUa zusammen vorkommen. Dabei ist C. gravilis G. G. nicht nur eine der all ersichersten Hybriden, welche gleichzeitig für das vielfach angezweifelte Artrecht der C. ruhella Reuter ein unanfechtbares Zeugniss ablegt, sondern auch eine der merkwürdigsten und interessantesten aller Kreuzungs- formen, indem sie in mehrfacher Hinsicht, wenigstens scheinbar, Merkmale aufweist, die keiner der beiden Stammeltern zukommen. Capsella gracilis G. G. besitzt nämlich meist weit längere und dichtblütige (Dolden-) Trauben als ihre Staramarten (nämlich c. 15—40 Blüten, resp. Schötchen auf einer Seite gegenüber c. 10 — 30 bei C. Bursa und c. 10 — 15, selten 20 bei C. ruhella) und merkUch kürzere Sehötchenstiele (von c. 6 — 8 mm Länge gegen- über c. 6 — 10 mm Länge bei C. ruhella und c. 8 — 12 mm Länge bei C. Bursa), so dass der Blütenstand meist überaus schlank und zierlich erscheint und dem Namen der Pflanze afle Ehre macht. Ausserdem sind die, wie bereits erwähnt, stets verkümmerten Schötchen von gewöhnhch nur 2-5 mm, selten bis 4 mm Länge durchaus herzförmig, d. h. sie besitzen entschieden convexe und nicht schwach concave Seitenwände, wie man bei einer Hybride erwarten müsste, die aus einer Art mit geradlinigen und einer solchen mit concaven Seitenwänden der Schötchen hervorgegangen. Uebrigens dürfte die gerundete Form der Schötchen bei C. gracilis G. G. ganz wohl aus der in dem Verkümmerungsprocesse begründeten Oontraction , die Verlängerung der Traube aber in dem aus der gehemmten Entwicklung der Schötchen resultirenden Kraftüber- schusse ihre Erklärung finden. Eine weitere Verkümmerung scheint eine Form der echten C. gracilis G. G. zu zeigen, von der Gelmi einen mächtigen Rasen nächst S. Lorenzo in Trient vorfand. Die Schötchen sind hier an den Seitenwänden abgeflacht und auch vorne nur schwach aus- gerandet, fast gestutzt, daher manchmal etwas keilförmig. Möglieher- weise war in diesem Falle eine besonders schmalfrüchtige Form der C. Bursa an der Kreuzung betheiligt. 1) Nachträglich finde ich eine treffliche Beschreibung der C gracilis G. G. bei Gremli, Neue Beiträge zur Flora der Schweiz, 1. Heft (1880), S. 5; nur passt die Angabe „Schötchen zum T heile steril" nicht genau auf die hiesige Pflanze. Ein mir vorliegendes Exemplar der O. gracilis von Carascon, Ppt. Ariege (leg Mailho 1890) zeigt grösstentheils gar nur leere Fruchtstiele, während die vorhandenen embryonalen Schötchen in Folge der geringen Aus- randung und des frei aufsitzenden Griffels zum Theile an die var. camelini- formis mh. erinnern. 171 C. Gelmii rah. Mit diesem Namen bezeichne ich die mir nur in zwei Exemplaren von der Piazza del V6 in Trient vorliegende goniokliuische Form C. Bursa pastoris Moench > rubella ßeuter. Dieselbe besitzt merklich grössere Fetalen und neben mehr weniger zahlreichen verkümmerten, rundlich-herzförmigen auch viele voll- kommen entwickelte, fruchtende Schötchen, die in ibrerForm bereits denen von C. Bursa nahe kommen, aber insbesondere durch deren vorne beiderseits bogenartig gekrümmte Ausbauchung (s. Taf. IV, Abb. IV) ganz deutlich den Autheil der C. rubella zum Ausdruck bringen, üeberdies ist die Form gleich meiner var. pseudoruhella durch ihre unregelmässig hiel' verdichtete, dort ge- lockerte Traube ausgezeichnet. Der zweite Theil unserer Beiträge betrifft den südtirolischen Formenkreis der Capsella procitmhens Fries, richtiger Hutchinsia procumhens (L.) Desv. Auch diese Art wurde zuerst von G e 1 m i in seinem Prospetto (1893) p. 20 für das Gebiet publicirt, nämlich von den Felsen der Yalsugana-Strasse zwischen Ponte alto bei Trient und der unteren Strassensperre des Fort Civezzano. Doch hatte bereits 1890 Evers durch Hut er subtypische C. procumhens von der Nord(west)-Seite des Doss Trento (auf dem zeitweilig befeuchteten Grunde einer kleinen Höhle) ausgegeben, während alle älteren Autoren (Perini. Facchini, Porta u. s. w.), einschhesslich Gelmi, von dieser Localität nur C. pnuciflora angaben. Dieser Umstand bewog mich, der Sache näher nachzugehen, und das Eesultat meiner Untersuchung war, dass die Trientner „C. pauciflora"' wie ein grosser Theil der unter diesem Namen aus Wälschtirol bekannten Angaben der C. procumhens F. angehört. Doch trifft diese Autoren an ihrem Irrthum wahrlich nur geringe Schuld. Es ergab sich nämUch, dass die subtypische Form der C. procumhens, wie sie Evers und ich vereinzelt am Doss dl Trento sammelten — die typische C. procumhens sah ich nicht aus Tirol —, die seltenste von allen ist, und dass die Art in unserer Gegend zumeist, besonders in trockenen Jahren, in Formen auftritt, die habituell der C. pauciflora recht nahe stehen, ja zum Theil in solchen, die nur durch die etwas kleineren, schmäleren Schötchen von derselben verschieden sind, so zwar, dass sich, indem die sehr verlängerte Doldentraube ganz unmerkhch in eine wenigblütige Trugdolde übergeht, eine Grenze zwischen beiden Arten über- haupt nicht ziehen las st. ^) C. pauciflora ist augenscheinhch nichts Anderes als die Alpen-, resp. Glacialform der C. procumhens, einer Art von weitester Verbreitung und Anpassungsfähigkeit'-), und 1) Nach Gremli Neue Beiträge zur Flora der Schweiz, IV. Heft (1887), S. 68, bezeichnet auch schon Brügger die C. pauciflora Koch bald als Hutclmisia procumhens v?iv. jjciucitlora Brügg. bald als var. alpieola Brügg. ined. '^) Nach Hock Allerweltspflanzen in unserer heimischen Phanerogamen- flora (Deutsche bot. Monatsschr. 1898, S. 144j erstreckt sich die Verbreitung der C. procumhens bis Nord-Afrika, West-Tibet, Britisch-Columbia, Chile und Australien. 172 wo C. 2)auciflora in warmer Lage typisch auftritt, wie z. B. am Castell Lodron in ludicarien (leg. Facchini), ist sie höcht wahr- scheinlich als Glaeialrelict zu betrachten. (Schluss folgt.) Einige neue Missbildungen. Von Dr. Karl von Keissler (Wien). (Mit Tafel VI.) Fortsetzung, i) Lilium candiduni L. In der Achsel des adossirten Blüten- vorblattes axillär Blüten (theils von normaler Grösse, theils ver- kümmert) entwickelt (hört. hot. Vinci.). An der Basis der von der Inflorescenz-Axe ausgehenden Blüten sind in normaler Weise die Deckblätter vorhanden, die Yor- blätter jedoch, welche bekanntlich meist etwas ober dem Deck- blatte inserirt sind, rücken bis an die Basis der Blüten hinauf und tragen, was ja sonst nicht der Fall ist, axillär je eine Blüte. Für diese letztere wird natürlich das frühere Vorblatt zum Deckblatt, und es kann daher nicht wundern, wenn nunmehr an dieser zweiten Blüte auch wieder ein Vorblatt entwickelt ist. Dasselbe ist fädlich und steht in gleicher Höhe, wie das Deckblatt, nimmt aber keine mediane, dem Deckblatt opponirte, sondern eine seithche Stellung ein. Was nun diese zweiten Blüten selbst anbelangt, so sind die- selben in dem einen Fall lang gestielt und von normaler Grösse, in dem anderen Fall aber fast sitzend und verkümmert (von letzteren zwei Blüten beobachtet, die ganze Blüte kaum 1 cm lang). Die eine der verkümmerten Blüten wies 6 Perianth- und 6 Staubblätter auf, während das Gynoeceum ganz abortirt war, die andere 6 Perianth-, aber nur drei Staubblätter, wobei das Gynoeceum auch wieder fehlte. Ueber kleine, abortive Blüten, auf 3 Petala reducirt, in der Achsel von Laubblättern auftretend, vgl. bei MiquePj. Polygonatum itnultiflorum M\. Pentamer gebaute Blüten in Verbindung mit Dedoublement im Bereiche des Perianths und Androeceums {cult. hört. hot. Vind.). Die Blüten wie flachgedrückt aussehend. Die eine mit 10 Perianthzipfeln von ganz gleicher Ausbildung (und zwar deutlich fünf äussere und fünf innere), mit 10 Stamina und einem äusser- lich deutlich aus 5 Fruchtblättern zusammengesetzten Fruchtknoten. Macht man einen Querschnitt durch denselben, so sieht man, dass derselbe nicht vollkommen gefächert ist, sondern dass nur Leisten gegen das Innere vorspringen, die nicht miteinander in 1) Vgl. 4, S. 150. 2) Commentatio de orgau. vegetab. ortu et metamorph. (Lugdun. Batav. 1833, p. 64, t. 2, Fig. 4) 173 Berührung kommen. Man könnte, da nur vier solcher Leisten vor- handen sind, den Fruchtknoten für tetramer gebaut halten ; es ist jedoch offenbar die 5. Leiste nur verkümmert, da derselbe, wie gesagt, äusserlich deutlich aus fünf Fruchtblättern zusammengesetzt erscheint und von zwei, nur an der Basis leicht verwachsenen, oben freien Griffeln gekrönt ist, von denen der eine sich an der Spitze in zwei, der andere in drei Theile (zusammen also, dem peutameren Typus entsprechend, fünf) auflöst. Die zweite Blüte mit 11 Perianthzipfeln und 11 Stamina; das 11. Glied ist ein überzähliges, da dasselbe ausserhalb des zuge- hörigen äusseren Perianth-, beziehungsweise Staminalkreises zu stehen kommt; das Gynoeceum, aus zwei Fruchtknoten bestehend, hie von der eine vollkommen drei fächerig, der andere voll- kommen zweifächerig (zusammen also fünf Fächer, dem penta- meren BlUtenaufbau entsprechend). In den vorliegenden zwei Fällen an eine Verwachsung von je zwei Blüten von pentamerem Typus zu denken, wäre, glaube ich, unrichtig ; dagegen spricht der Bau des Blütenstieles, der nicht den Eindruck macht, als ob er aus der Verwachsung zweier Stiele hervor- gegangen wäre, und die Beschaffenheit des Gynoeceums, das ja sonst zehnfächerig sein müsste. Salix Medemii Boiss, Heterogamie, und zwar ein eigentlich männHcher Strauch mit einer Eeihe weibhcher Kätzchen, ferner Androgynismus (männliche und weibliche Blüten neben ein- ander in ein und demselben Kätzchen), Metamorphose der Stamina in Carpelle und umgekehrt {liort. bot. Vind.). Was mich eigentlich bewogen hat, diese Missbildung, welche bei den verwandten Arten schon mehrfach beschrieben worden ist, in die vorhegende Arbeit aufzunehmen, das ist der Umstand, dass ich im Wiener botanischen Garten, wo sich nämlich der betreffende (eigentlich männüche) Strauch befindet, an dem ich die oben ange- führten Abnormitäten gesammelt habe, Gelegenheit hatte, über die Art und Weise, wie sich an den Zweigen die männlichen und weiblichen Kätzchen vertheilen, ebenso darüber, wo innerhalb der androgynen Kätzchen männliche und weibüche Blüten auftreten, einige Beobachtungen anzustellen, welche den Ansehein erwecken, als ob hier eine gewisse Gesetzmässigkeit platzgreifen würde. Um etwas allgemeiner Giltiges sagen zu können, müsste man allerdings eine Reihe von Sträuchern derselben Species und auch von anderen Arten diesbezüglich untersuchen ; in dem vorliegenden Falle wenigstens stellte sich heraus, dass erstens rücksichtlich des Auftretens von weiblichen neben den männlichen Kätzchen die Tendenz, weibliche Kätzchen zu entwickeln, an der Spitze der Zweige am grössten ist und von da gegen die unteren Theile der Zweige zu rasch abnimmt, dass zweitens, wenn in den unteren Theilen der Zweige weibliche Kätzchen überhaupt auftreten, dieselben nie aus einer Hauptknospe, sondern nur aus links und rechts neben der Haupt- 174 knospe befindlichenNebenknospen hervorgehen, dass drittens innerhalb der androgynen Kätzchen die männlichen Blüten stets in den oberen, die weiblichen in den unteren Theilenderbetreffenden Kätzchen sich befinden. Interessant wäre es nun, festzustellen, welche Ursachen diese Art der Vertheilung hervorrufen. ViscUin alhutn L. Verwachsung von je zwei Aesten und zweier Laubblätter an denselben. Fission (Spaltung) eines Laubblattes Qiort. hot. Vind.). Es sind je zwei Aeste miteinander verwachsen, hiebei an der Spitze ein Laubblatt des einen mit einem Laubblatte des anderen Astes zusammenstossend und gegenwärtig miteinander verwachsend (und zwar an den mittleren Partien der Blätter, die Seitenränder stehen frei ab). An einem anderen Aste ein Blatt fast bis zum Grunde ge- spalten, so dass man bei flüchtiger Betrachtung einen dreigliederigen Wirtel vor sich zu haben glaubt; man hat es auch wenigstens mit einer Uebergangsform zu einem solchen zu thun ; denn an anderen Stellen desselben Astes sind bereits typisch dreigliederige Wirtel entwickelt^). Interessant ist es, dass in dem früher citirten Fall auch die Knospenanlage die Mitte zwischen einer decussirt- und (dreigliederig-) quirlig gebauten hält. Sie besitzt nämlich zwar einerseits so wie an dreigliederig gebauten Sprossen ausser der apicalen Blütenanlage drei seitliche Blütenanlagen, anderseits aber hat sie so wie an decussirt gebauten Sprossen nur zwei (und nicht drei) Laubsprossanlagen ^). Eranthis hiemalis Salisb. Uebergangsformen der Perianth- blätter in Blätter der Blütenhülle {hört, hot Vind.). Diese Uebergangsformen zeigen in verschiedener Stärke die Tendenz zur Lappung und Grössenzunahme und nehmen ausserdem an Stelle der rein gelben Farbe eine gelblichgrüne an; daneben kommen auch solche vor, die keine Mischfärbung aufweisen, bei denen vielmehr ein Theil rein gelb, ein anderer rein grün gefärbt erscheint. Diese Uebergangsformen wären an die Uebergänge der „flachen Sepala in röhrige Petala" anzureihen, die Masters in seiner „Pflanzenteratologie", p. 40, für Eranthis beschreibt und abbildet. Actaea spicata L. Zwei apocarpe Fruchtblätter in einer Blüte {pl. spont.). Dieser Fall erscheint mit Rücksicht auf das normale Auftreten von zwei und mehr Fruchtblättern bei der nahe verwandten Gattung Cimicifuga L. begreiflich. Mibes rubrum L. Zwillingsfrucht (entstanden durch Ver- wachsung zweier Blüten) (hört.). 1) Also auch wieder einer jener Fälle, in denen die Spaltung eines Organs schliesslich zu einem Dedoublement führt, wie früher bei Lilium auratum Lindl. schon besprochen wurde. 2) üeber drei- und viergliederige Sprosse vgl. Sehönland in Annais of Botany II, p. 283. 175 Pelargonium roseutn Ait. Adventive Blastomanie ') {cult.). Die Erscheinung trat am Grunde des Stengels an drei Stellen auf. Prunus Arineniaca L. Fission (Spaltung) der Laubblätter {liort). Die Mittelnerven theileu sich gegen die Spitze des Blattes zu gabelig; die Laubblätter werden auf diese Weise zweispitzig. Prunus domestica L. Frucht mit quergestelltem Steinkern (Jiort.). Diese Bildung dürfte sich vielleicht dahin erklären lassen, dass die anatrope, gewöhnlich hängende Samenknospe sich wagrecht, also mit ihrem Längsdurchmesser senkrecht auf denjenigen des Fruchtknotens, entwickelte, und dass bei dem nachherigen Wachs- thum des Samens das Endocarp diesen Verhältnissen sich anpasste und dessen Längsdurchmesser senkrecht auf denjenigen des Exocarps zu stehen kam. Jjythrum Salicaria L. Blüten an der Spitze des Stengels zu einem kugeligen Knäuel zusammengedrängt (|>/. spont.). Anethuni graveolens L. Verwachsung zweier Dolden- strahlen (hört.). Pastinaca sativa L. Cohäsion zweier Doldenstiele {pJ. spont.). Da die Cohäsion zwischen dem Stiele einer der äusseren lang gestielten Dolden und demjenigen der centralen, kürzer gestielten Dolde -) stattfindet , so macht es bei tlüchtiger Betrachtung den Eindruck, als ob die centrale Dolde durchwachsen wäre, gleichsam als ob ein Strahl derselben sich abnorm verlängert hätte und an der Spitze wieder eine zusammengesetzte Dolde trüge. (ScWuss folgt.) Lichenologische Fragmente. Von Dr. F. Arnold (München). 36. Fortsetzung. 3) 286. Secoligu Friesii Flot., Koerb. par. p. 110; über abge- storbenen Pflanzenresten auf Erde bei Johns Beach. 171: thallus subnuUus, leprosulus, apothecia dispersa, urceolata, demum maiora. 1 millimet. lat., carneotestacea, margine concolore, epith. lutesc, paraph. discretae, non articulatae, sporae fusiformes. 3 septatae, 0*015 — 18 mm lg., 0-003 — 4 mm lat., octonae. 1) Man versteht darunter bekanntlich nach A. Braun die Tendenz, eine abnorm grosse Zahl von Laubsprossen entweder axillär oder adventiv zu bilden. 2) Bekanntlich entspringen an der Spitze des Stengels gewöhnlich drei bis vier Dolden in gleicher Höhe. 3) Vergl. Nr. 2, S. 56; Nr. 3, S. 99; Nr. 4, S. 146. 176 157. Pertusaria lejoplaca Ach., f. laevigata Th. Fries Sc. p. 316, Arn. München 1897 p. 20, Nr. 187; an Rinde bei River Head, 36: pl. albescens, K =, sporae 0' 060 mm lg., 0*030 mm lat., 6 — 8 uniseriatae in asco; — ebenso bei Sparrible Cove in der Notre Dame Bay, E. 18: sporae 0-060—75 mm lg., 0-025—30 mm lat.. 4—6 in asco; — bei Middle Arm mit Buellia parasema, Graphis scripta, Arthopyrenia cinereopruinosay 508 : sporae uni- seriatae, octonae, 0-045 — 60 mm lg., 0-020 — 30 mm lat. 287. Pert. Variolaria Waghornei Hulting, Nyl. Paris 1896 p. 71, Darbishire Pertus. 1897 p. 628 ; gesellig mit Pertus. laevi- gata Nyl. an Rinde bei Whitbourne, 2: thallus K rubese. 288. Peri. Variolaria ladea Wulf., Arn. Tirol XXX. Nr. 343, München 1892 Nr. 453, Jura Nr. 239, Darbishire Pertus. 1897 p. 626; steril auf Gestein bei Shoal Point, 320: thallus lacteus, rimulosus, hie inde sorediis obsitus, margine zonatus, K — , C purpurasc. 289. Toninia syncomista Fl., Th. Fries Scand. p. 335, Arn. Jura Nr. 255, Tirol XXX. Nr. 362 : auf steinigem Boden bei Goose Arm, 292: thallus albescens, crassus, contiguus, K — , apoth. atra, convexa, hie inde confluentia, epith. viridulum , hyp. rufescens. sporae subfusiformes , simplices et dyblastae, 0-018 mm lg., vel 3 septat., 0-024 mm lg., 0-005 mm lat. 290. Urophora funerea Somft. (1826), Th. Fries Scand. p. 388, Kplhbr. Geschichte 2 p. 594, L. luguhris Somft. (1826) p. p. sec. Nyl. Scand. p. 293, Th. Fries arct. p. 173, L. caudata Nyl. (1852); an Felsen bei Shoal Point, 310 a; 314; 323: thallus cinerascens, coccolatocinereus, areolatorimulosus, K — , C — , epith. fusc, nigro- fusc, clava paraphysium longa, fusca (coraparetur Lopacl. pezizoid.), hym. jodo caerul., hyp. fusc, sporae aciculares, uno apice clavatae, altero caudatoattenuatae, 9 — 11 septat., 0-045—54 mm lg., 0004 mm lat. ; auch an Felsen bei Rope Cove, 241. 291. Megalospora sanguinaria L. : an Rinde bei Goal River, 357; Wild Cove, 406: hypothec. sanguineum, sporae singulae, 0-075 mm lg., 0-033 mm lat. 292. Biatora rupestris Scop., auf Gestein bei Middle Arm, 453; 1011, a; bei Goal River, 595, 639, b, und neben Thelidium papulare Fr., 595, a: thallus albescens, areolatorimulosus, apoth. speciei; bei Goose Arm, 733, Irish Town, 771, b. 167. Biatora vernalis L., planta normalis muscicola, über veralteten Moosen bei Shoal Point, 294: sporae simphces, 0-015 — rarius 21 mm lg., 0*004 mm lat.; — ebenso bei Ohimney Cove, 683; Lark Harbour, 77. 293. B. Nylanderi Anzi, Arn. Jura Nr. 269, München Nr. 209. an altem Bretterholze bei Frenchmans Cove, 461 : thallus subnuUus. apoth. sat parva, nigrofusca, epith. sordide fuscesc, K — , hyp. incolor, sporae eüipsoideae, fere globosae, marginatae, 0-004 — 5 mm lat., octonae, saepe biseriatae in ascis oblongis, 0-036 mm lg.. 0-010—12 mm lat. 177 294. B. ohscurella Somft., Th. Fries Seaud. p. 467, Nyl. Hue ^dd. p. 147, exs. Arn. 1765; an Rinde bei Siles Point, 526: thallus macula albescente indicatus, K — , apoth. minora, dispersa, rufofusca, leviter convexula, epithee. fiiscum, granuiatum, K — , hym. hyp. incol., jodo caerul., paraph. laxiusculae, sporae oblongae, 0' 015 mm lg., 0*003 — 4 mm lat., octonae. Neben dieser Flechte wächst Biatora meiocarpa Nyl. (comp. Paris. 1896 p. 81): apoth. parva, paUida, pallide viridula, intus incoloria, hym. jodo caerul. sporae 0-009 — 12 mm lg., 0-0025— 3 mm lat. An glatter Binde bei Little Harbour, 578, gleichfalls mit Biatora meiocarpa Nyl. 295. B. fuliginea Ach., Arn. München Nr. 216, Nyl. Flora 1879 p. 206, Hedlund Micaraea 1892 p. 72, auf morscher Baumrinde bei Woods Island, 846, b: thallus macula nigricante indicatus, apoth. parva, dispersa, plana, nigricantia, ep. hyp. luteola, sporae ovales, 0*015 mm lg., 0*007 — 9 mm lat., octonae; sporis latioribus a typo nonnihil differt. 296. B. holomicra Anzi anal. 1868 p. 14; auf altem Holze bei Meadows, 1013, a: thallus macula sordide albescente indicatus, apoth. sat minuta, nigricantia, plana, demum convexula, numerosa, epith. sordide atroviride, ac. nitr. coloratum, K nonnihil decolor et olivascens, hym. jodo caerul., hyp. incolor, sporae tenues, 0-007 mm lg., 0-0025 mm lat. Speeies habitu affines sunt: a) B. huxariensis Lahm Westf. 1885 p. 162, exs. Arn. 1050; h) B. microstigma Nyl. Flora 1880 p. 390, Zw. Heidelb. 1883 p. 45, exs. Arn. 850, Zw. 598 (pl. saxicola); c) B. carniolica Arn. in Glowacki Flechten aus Krain, 1870 p. 453, t. 8 Fig. 3. 297. Biatora — an Binde bei Woods Island, 846: thallus macula fuscidula indicatus, apoth. minuta nigricantia, epithee. et hypothec. fuligin., nigric. fusca, K oHvacea, ac. nitr. nou mutata, paraph. conglutinatae, sporae oblongae, 0-006 — 8 mm lg., 0*002 —25 mm lat. — Diese von B. holomicra durch das dunkle Hypo- thecium verschiedene Art besitzt kleinere Sporen als B. hotryosa Fr., Th. Fries Sc. p. 454 und B. verrucula Norm., Th. Fries Scand. p. 523. 298. B. atroftisca Flot., Arn. München Nr. 220, über alternden Moosen an morscher Binde bei Frenchmans Cove, 435: thallus subnuUus, apoth. atrofusca, epithee. lutescens, hymenium incolor granula caerulea fovens, hypoth. fuscescens, sporae oblongae, 015— 18 mm lg., 0*005 mm lat. 299. B. sanguineoatra Wulf., Arn. München Nr. 221, auf abgedorrten Pflanzenresten bei Middle Arm, 512: thallus sordide albescens, rainute granulosus, apoth. rufofusca, atrorufa, epith. et hypoth. fusc, sporae 0*012 — 15 mm lg., 0*004 — 5 mm lat. 300. B. fuscorubens Nyl., Arn. Jura Nr. 287, München Nr. 222 , geseUig mit Biatora rupestris bei Middle Arm , 453 : Oesterr. botan. Zeitschr. 5. Heft. 1899. 14 178 thallus subnuUus, apoth. parva, plana, nigricantia, epith. et hypoth. fusc, K — . paraph. conglutinatae, hym. jodo caerul., sporae ovales, 0-007—8 mm lg., 004 mm lat., octonae. Planta variat sporis maioribus an Felsen bei Birchy Cove, 755. crusta sat tenuis, obscura, apotheeia numerosa. parva, subplana. nigrofusca, ep. hyp. fusc, sporae oblong., 0-012 mm lg., 0-005 — 6 mm lat. — Ferner auf Gestein bei Little Harbour. 428: thallus tenuis, effusus, leviter rimulosus, apoth. nigrofusca, eonvexula, ep. hyp. fusc. sporae oblong., 0-015 mm lg., 0-006—7 mm lat. (facile species propria). 301. L. contractu Th. Fries Seand. p. 270, Arn. München Nr. 234, L. umbriformis Nyl., Hue Add. Nr. 1334. v. Zwackh Heidelberg p. 56; an Felsen bei Chimney Cove. 338: thallus pallide cervinus. minute areolatorimosus. C leviter rubescens, apoth. fere punctiformia. thaUi areolis impressa, epith. et hypoth. fusc, sporae oblongae, 0-018 mm lg., 0*007 mm lat.; — am nämlichen Stand- orte, 338, a, neben Candel. vitellina^ Callop. pyruceum, Aspicilia cinerea, Mhizoc. geograph. 302. L. athroocarpa Ach.. Arn. Tirol XXX. p. 377, Nr. 426, exs. Arn. 1177, 1659, L. atrofusccscens Nyl. apud Hue Add. p. 206, 211, 334 (parum diflfert /.. badiopaUens Nyl. Plora 1878 p. 242); an Felsen bei Shoal Point, 324: habitu cum planta tirolensi con- gruit, C — , K — , hyph. amyloid. , apoth. subpruinosa, parum innata, margine pallidiora, epith. fuscum, ac nitr. non coloratum, hypoth. subincolor, sporae 0*015 — 17 mm lg., 0*008 mm lat. 190. L. polygonia Flot., Hue Add. p. 206, Arn. München Nr. 224, Arn. exs. 557 ; an Felsen bei Leading Tickles. 149 : thallus K — , C — , hyph. amyloid., apoth. atra. nuda, epith. obscure viride, ac. nitr. coloratum, hypoth. fuscesc. , sporae 0*015 mm lg., 0-006 mm lat. 303. L. Dicksonii Ach., Th. Fries Sc. p. 516. Arn. Tirol XXX. p. 377, Nr. 425, Nyl. Sc. p. 155; an Felsen bei Sparrible Cove neben Lecid. lactea FL, 77: habitu cum planta europaea congruit, thallus ochraceoferrugineus, sporae oblongae. 0-015 mm lg., 0-005 mm lat; — bei Sv^an Island in der Notre Dame Bay, neben Lecan. polytr. f intricata und Lecid. lactea Fl., 281, 294. 304. L. lithophila Ach., Th. Fries Sc. p. 495. Arn. Jura Nr. 289, an Felsen bei Birchy Cove, 913, a: thallus eflfusus, albescens, K — , apoth. rufa, nigric, saepe plana, epith. sordide fuscoolivac, hyp. pallidum; — ebenso bei Irishtown, 549, a; — bei Birchy Cove, 757 : thallus nigricans, apoth. minora, epithec. fere fuhgin., hyp. incolor, sporae oblong., 0-012 mm lg.. 0-005 mm lat. 305. L. plana Lahm, Westf. p. 107, Arn. Jura Nr. 290. Th. Fries Sc. p. 497, an Felsen bei Clarks Brook in der Bay of Islands, 156: thallus tenuis, pallide cinerasc, K — . hyph. non amyloid., apoth. atra, nuda, epith. atroviride, ac. nitr. colorat., hyp. incolor, sporae teuues, elongato oblongae, 0-009 — 10 mm lg., 0*003 mm lat., octonae. 179 306. L. soredüa Nyl, Arn. Jura Nr. 300, München Nr. 231, auf Gestein bei Lark Harbour, 308; Shoal Point, 309; Ballantyne Cove, 889: similis L. crustulatae, sed thalli hyphae amyloideae. 307. L. parasema Ach., Arn. Jura Nr. 303, an Rinde bei Wild Cove, 472: thallus leprosus, C — , epith. viride, paraph. laxae, hyp. lutesc, sporae oblongae, O'Olö— 16 mm lg., 0*009 mm lat. L olivacea Hoff., Arn. Jura Nr. 303, L. elaeochroma Fr., an Binde bei Wild Cove, 246: thallus viridulus, ochraceus. apoth. minora. 308. L. latypea Ach., Arn. München Nr. 236, an Felsen bei Chimney Cove, 710: thallus crassiusculus , granulatus, sordide albescens, K — , C — , epith. viride, hyp. lutesc, sporae oblongae, 0*015 mm lg., 0*007 mm lat.; — ebenso bei Irishtown, 451, a; Afrey Beach mit Lecan. polytr. illiisoria, 743. 309. L. viridans Flot., Koerb. par. p. 213, Arn. Jura Nr. 302, exs. Arn. 1734, auf Gestein bei Lark Harbour, 813: thallus tenuis, leprosus, viridulus, K — , C ochraceus, apoth. parva, atra, epith. viride, ac. nitr. coloratum, paraph. laxae, hypoth. lutescens, sporae 0*012 mm lg., 0*004 — 5 mm lat., octonae; — gesellig mit Buellia verruculosa bei Chimney Cove, 700. 196. L. enteroleuca Ach., Nyl., Arn. München Nr. 238, auf Steinen bei Rope Cove, 830: thallus minute granulosus, sordide albescens, parum evolutus, K — , C — , epith. atroviride, ac. nitr. colorat., paraph. laxae, hypoth. incolor, sporae oblong., 0*015 mm lg., 0008 mm lat., spermatia curvata, 0*015 mm lg., 0*001 mm lat.; — bei Farm in der Bay of Islands, 163: thallus rimulosus, apothecia maiora, epith. smaragdulum ; — gesellig mit Lecan. polytr. illusoria bei Little Harbour, 561. f. granulosa Arn. Tirol XXX. p. 379 Nr. 469, auf Gestein bei River Head, 317: thallus granulosus, sordide albescens, K — , apoth. maiora, dispersa, epithec. viride, hyp. incolor, sporae 0*015 mm lg., 007— 8 mm lat. f. perpusiUa Arn., auf Steinen bei Coal River, 619, 620: thallus tenuis, effusus, minute areolatorimulosus, K — , C — , apoth. pusilla, fere punctiformia, atra, epith. obscure viride, hyp. incoL, paraph. laxae, sporae speciei, 0*015 mm lg., 0*007 mm lat. 310. Cataiaria grossa Pers., Th. Fries Sc. p. 381, Nyl. Sc. p. 239, exs. Arn. 43, 1626, an Rinde älterer Bäume bei Wild Cove, 97, 402, 415: habitu cum planta europaea congruit, epith. et hypothec. viridinigricantia, K — , ac. nitr. colorata, paraphysium clava maiore, sporae incoL. latae, utroque apice obtusae, 1 septat., 0*030 mm lg., 0*015 mm lat.; — an Rinde bei Coal River, 423. (Fortsetznng folg^.) 14* 180 Vergleichende Untersuchungen über die Trichome der Gesneraceen. Von Dr. Karl Rechinger (Wien). (Mit Tafel I.) Fortsetzung. 1) I. 6. Cyrtandroideae — Klugleae. 28. Klugia Nothoniana Wall. Auf der Blattoberseite eines jungen Blattes haben die Trichome keine Verdickung der Membran, auch die Membran der Endzelle ist nicht verdickt. Schon in diesem frühen Entwicklungsstadium sind die Haare hornartig gekrümmt. An vollkommen entwickelten Blättern finden sich auf der Membran des Trichomes, welches in zwei bis drei Aeste sich theilt, von denen jeder Ast sich wieder weiter gabelt, glashelle, nach abwärts gerichtete, einzellige, stark lichtbrechende Wimpern. Diese sind spitz und sehr spröde. Sie scheinen keine Structur zu besitzen. Das „geweihartig" verzweigte Haar hat keine verdickte Membran und keinerlei Ausfüllung im Zeilraume. An den jungen Blatt- stielen und Stengeln trifift man eine reichHche Behaarung, welche nur aus verzweigten Trichomen besteht. Es finden sich mit- unter acht bis zwölf solcher Aeste an einem Trichome; nur die äussersten tragen die eben besprochenen glashellen Wimpern, An älteren Stengeln und Blattstielen verliert sich diese merkwürdige Behaarung allmälig vollständig, da die Trichome sehr leicht brechen und so der Zerstörung ausgesetzt sind. Die Blatt Unterseite ver- hält sich bezüglich ihrer Behaarung wie die Blattoberseite. Alle Zellen sind tonnenförmig. Eine von allen anderen bisher untersuchten Gesneraceen ganz abweichende Haarbildung. Es wurde eine lebende Pflanze zur Untersuchung verwendet. An Herbarexemplaren findet man meist nur Fragmente von Trichomen oder auch fast gar keine Behaarung. I. 9. Cyrtandroideae — Beslerieae. 35. Bederia spec. Es wurde eine Herbarpflanze untersucht, welche wild gewachsen war. Es ist keine Ausfüllung der Haar- endzelle wahrnehmbar. 42. Monophyllea Horsfieldü ß. Br. Das einzige Blatt dieser Pflanze trägt nur an der Blattbasis in der Nähe des Mittelnerven kleine, macroskopisch kaum wahrnehmbare Schul fern. I. 10. 6. Cyrtandroideae — Coronantliereae — 3Iifrariinae. 49. Mitraria coccinea Ca van. Es wurden in Alkohol auf- bewahrte Blätter untersucht. Die Haare der Blatt-Ober- und Unter- seite sind kurz, 3— 5 zellig, die Membranen sämmtUcher Zellen sind gleichmässig verdickt, keine Ausfüllung der Endzelle be- merkbar. t 1) Vgl. Nr. 3, S. 89 ; Nr. 4, S. 142. m 51. IX. Cyrtandra hicolor Jacq. Die Blatt-Ober- und Unter- seite, sowie der Blattstiel tragen kurze, nur aus wenigen Zellen bestehende Haare, welche keine Verdickung der Membran auf- weisen. ,. f^V . . I. 12. a. Cyrtandroideae — Columneae — Columneinae. 52. IL Episcia cupreata Haust. {Cyrtodeira cupreata). Wurde lebend untersucht. Die Haare an den Blättern und Stämmen sind über- einstimmend gebaut, mehrzellig, sehr selten einzellig. Die Membranen sind nicht verdickt und keine Ausfüllungsmasse vorhanden. Es finden sich hin und wieder Köpfchenhaare eingestreut. 52. V. Centrosolenia aenea Lind, et Andre. Wurde in lebendem Zustande untersucht. Die Membranen der Haare auf der Blatt-Ober- und -Unterseite sind nicht verdickt, auch die Trichome an der Korolle verhalten sich ebenso, die Endzelle hat keine Ausfüllungs- masse. 52. y. Centrosolenia hidlata Lem. Die Membranen der Trichome auf den Blättern und Blattstielen sind nicht verdickt und die Endzelle enthält keine Ausfüllung. 52. V. Centrosolenia glahra Benth. Es wurden lebende, voll- ständig entwickelte Blätter untersucht. Die Blattunterseite, besonders der Mittelnerv, ist reichlicher behaart als die Oberseite, sonst ist die Blattfläche fast kahl. An den Blattstielen finden sich auch in diesem Stadium noch vereinzelte lange Trichome, deren Endzelle eine verdickte Membran hat. An der Blattunterseite finden sich vereinzelte Haare, deren Spitze mitunter ausgefüllt ist. 53. IIL Drymonia Turtalvae Hanst. Die Trichome sind sehr klein und der Blattfläche angedrückt, meist zweizeüig. Die Endzelle ist meist ganz ausgefüllt. Die Haare der Blatt-Ober- und Unter- seite, wie des Blattstieles sind gleichartig ausgefüllt. 55. Crantzia spec. {Sinninyia atropurpurea hört.). Die Haare sind auf der ganzen Pflanze sehr spärlich vertheilt. Dieselben sind sehr kurz und unscheinbar. Die Trichome auf den Blättern und dem Blattstiele sind nicht ausgefüllt. Wurde lebend untersucht. 55. V. Crantzia cristata Scop. (Allopledus cristatus Mart.). Es wurde eine Herbarpflanze untersucht, welche in wildem Zustande erwachsen war. Jedes Trichom hat an der Basis (in trockenem Zu- stande) eine Anhäufung einer röthhchgelben, körnigen Masse. Die Spitze ist nicht ausgefüllt, die Zellmembranen sind nicht verdickt. 55. V. Cr. capitata Fritur (Alloplectus capitatus Hook.j. Es wurden in Alkohol aufbewahrte Blätter untersucht. Die Endzelle der Trichome ist fast immer mit einer ausgefüllten Spitze ver- sehen, mitunter ist die ganze Endzelle von der Füllmasse einge- nommen. 55. V. Cr. sqarsiflora (Alloplectus sparsiflorus Mart.). Jedes Haar ist drei- bis fünf-, selten mehrzellig. Die Membranen sämmt- licher Zellen eines Haares gleichmäss ig verdickt. Die Endzelle ist meist ganz ausgefüllt. Es wurden in Alkohol aufbewahrte Exemplare untersucht. 182 55. V. Cr. vittata (ÄUoplectus vittatus Andre). Es finden sieh auf den Blättern spitze und Köpfchenhaare. Die ersteren haben meist ausgefüllte Endzeilen. Ebenso verhalten sich die Trichome auf den Blattstielen und den Kelchen. 57. I. Collandra picta Lern. Wurde lebend untersucht. Auf der Blatt-Ober- und Unterseite finden sich nur Köpfchenhaare, welche nicht ausgefüllt sind. 57. IX. 2. Columnea Schiedeana Schlecht. Die Blatt-Ober- und Unterseite tragen Trichome. deren sämmtliche Zellen verdickte Membranen haben. Die Haare an den Stämmen haben durchaus verdickte Membranen. Die Verdickung der Endzelle erscheint oft wie corrodirt. Die untersuchten Pflanzentheile vs^aren in Alkohol aufbewahrt. 58. Nematanthus Guikhniaims hört. Die Trichome an den Blättern sind sehr klein, am Blütenstiel und Kelch finden sich längere Haare. Die ersteren sind aus 2 — 3 Zellen aufgebaut, deren Membranen sämmtlich stark verdickt sind. Ausfüllungsmasse ist keine vorhanden. Die Haare an Kelch und Blütenstiel verhalten sieh wie die Blatthaare und unterscheiden sich nur durch grössere Dimensionen. Die untersuchten Pflanzentheile waren in Alkohol aufbewahrt. n. 14. Gesneroideae — Gloxlnieae. 66. Gloxinia maculata L'Her. Wurde lebend untersucht. Auf der Oberseite junger Blätter finden sich nur Köpfchenhaare ohne jede Verdickung oder Ausfüllung. 67. Achimenes coccinea Fers. Es wurden Blätter lebender Pflanzen und solche von in ihrer Heimat erwachsenen Stöcken in Gestalt von Herbarpflanzen untersucht. An der Herbarpflanze fanden sich an den Blättern gewöhnlieh gestaltete Trichome und sehr zerstreut Köpfchenhaare darunter. Die Blatt-Ober- und Unter- seite verhielten sich gleich. Die Spitzen fast sämmtHcher Haare waren ausgefüllt, die Endzelle und die benachbarten hatten ver- dickte Membranen. An dem lebenden Exemplare dieser Pflanze waren die Membranen der meisten Zellen eines Trichomes gleichraässig verdickt, mitunter die Endzelle zum Theile ausgefüllt. 67. Achimenes heppielloides Fritsch. Die Blätter dieser Art sind mit gleichartigen Haaren bedeckt, deren Zellmembranen gleich- massig verdickt sind, die Spitze der Endzelle ist ausgefüllt. Das Lumen, welches von der Ausfüllung freigelassen wird, ist von einer bräunlichen, körnigen Masse erfüllt. Es wurde eine in der Heimat erwachsene Pflanze in trockenem Zustande untersucht. 67. Achimenes lanata Hanst. (Eucodonia Ehreribergii). Wurde lebend untersucht. Die Trichome der Blatt-Ober- und Unterseite weichen schon makroskopisch von einander ab. Die Haare der Blattunterseite sind seidig-wollig und glänzend, unter dem Mikroskop sehr stark lichtbrechend. Die Membran mit zahlreichen kleinen , körnchenartigen Erhabenheiten besetzt , welche glasartig 183 glänzen. Das ganze Haar ist hin und her gebogen ohne jede Ausfüllung und Verdickung, aber mit bräunlicher Inhahsmasse. Die Trichome der Blattoberseite sind fast durchaus Köpfchenhaare. Die Stielzellen dieser Köpfchenhaare tragen ebenfalls kleine Knötchen auf der Membran. Es ist auch hier keine Ausfüllung oder Ver- dickung der Haarzellen zu beobachten. 67. VIL Achimenes grandiflora. Es wurden nur Stolonen, und zwar in lebendem Zustande untersucht. Die schuppenartigen, ge- stauten Blättchen der Ausläufer sind kurz, rundlich, dick, von Reserve- substauzen, namentlich Stärke, erfüllt. Sie tragen eine dichte Be- haarung, welche nur aus Köpfe henhaareu besteht. Die das Köpfchen bildenden Zellen sind von Protoplasma und kleinen Körnchen sammt Chlorophyllkörnern erfüllt. Die wenigen (2 — 3) Zellen, welche den Stiel des Köpfchens bilden, sind kurz. Die Membranen sind nicht verdickt. 69. Smithiantha cinndbarina 0. Ktze. (Naegelia cinnaharina.) Wurde schon früher ausführlich besprochen. Die Behaarung er- streckt sich von den Stolonen bis auf den Griffel, bedeckt also die ganze Oberfläche der Pflanze. Die Ausfüllung der Endzelle und mitunter der nächsten und der dieser benachbarten erfolgt sehr rasch. Die lebhafte, von Anthokyan herrührende, rothe Färbung des übrigen Theiles der Zelle lässt die oft geschichtete Ausfüllungs- masse umso deuthcher hervortreten. Wurde lebend untersucht. (Fortsetzung folgt.) Bemerkungen über einige orientalische Pflanzenarten. Von Dr. A. von De^en (Budapest). XXXVI. Mheum RTiaponticutn L. in Europa. (Schliiss. 1) Nach allen dem glaube ich fest, dass Herr Stribfny den Original-Standort des Rheuni Rhaponticum wieder aufgefunden hat, denn, selbst zugegeben, dass das Rhapoidiciim schon früher aus Skythien, und zwar dem Gebiete der Wolga, bekannt war, und selbst seinen Namen diesem Flusse zu verdanken hat (oder um- gekehrt, wieHayne bemerkt), so ändert dieser umstand nichts an der Auffassung, nach welcher das Rhodope-Gebirge in botanischer Hinsicht als klassischer Standort der Bhaponticums bezei'-hnet wird, denn die erste botanische Beschreibung der Art wurde nach der Pflanze desRhodope-Gebirges veröffentlicht: alle mir zugänglichen älteren Beschreibungen beziehen sich auf Wurzelstücke, wie sie seinerzeit in den Verkehr gebracht wurden. Auch ist es nicht aus- geschlossen, ja die aus Dioskorides citirte Stelle spricht gerade dafür, dass die als ^Rha ponticum'^ bezeichnete Wurzel vom 1) Vgl. Nr. 4, S. 121. 184 Rhodope- Gebirge durch Vermittlung eiues am wostlichen Ufer des Schwarzen Meeres — also dem klassischen Pontus Ovids — vielleicht über Constantinopel in den Verkehr kam. Diese Annahme erhält eine Bekräftigung durch die weiter oben erwähnte Thatsache, dass Manardus von Ferrara noch Ende des 15. oder Anfangs des 16. Jahrhunderts die von ihm als echte FJtapouticum-Wuviel er- kannte Drogue in einer venezianischen Apotheke sah, wohin sie von Constantinopel kam. Schliesslich müssen alle gegentheiligen Er- klärungen durch den Umstand entkräftigt werden, dass Linne als Standort an erster Stelle Thracien erwähnt, dass sich also Linne's Rh. Rhaponticum in erster Linie auf die Rhodope-Pflanze bezieht. Das Material wurde von Herrn Stribfny bisher leider so spärlich gesammelt, dass ich keines zur Ansicht erhalten konnte. Rhciini Rihes L., auf welches Velenovsky a. a. 0. die Stribfny- sche Pflanze mit Fragezeichen bezieht, ist nach den mir vorliegen- den Exemplaren und Abbildungen (Desfoutaines, Observ. sur le Rheum Ribes L. in Ann. du Museum d'hist. nat. vol. II. t. 49 nach der Pflanze, welche aus den von Labillar diere auf dem Libanon gesammelten Samen erzogen wurde, und Jaubert et Spach Illustr. vol. IV, tab. 470) unverkennbar, das Fragezeichen Velenovsky's spricht schon dafür, dass es diese Art nicht sein kann. Da das Rheum Rhaponticum L. andererseits im Altai sicher nachgewiesen ist, gehört diese Pflanze augenscheinlich in die Kategorie jener Arten wie Picea Omoriha u. a. m., deren nahe Verwandtschaft oder Identität mit central- oder ostasiatischen Arten voraussetzen lässt, dass auch sie ehemals einen grossen, von der Bakanhalbinsel bis nach Asien hinein reichenden Verbreitungsbezirk gehabt hat. Für das bisher vielleicht am besten studirte Paradigma der Picea Omorihi scheint erst unlängst der Beweis erbracht worden zu sein, dass diese oder eine ihr zunächst stehende Art in Europa ehemals weit über die Grenzen ihres jetzigen Standortes verbreitet war, indem erst vor Kurzem in einer dem älteren Quartäre Sachsens (bei Aue) an- gehörenden Moorbildung die fossile Picea omorikoides Web. ^) ent- deckt worden ist. welche der Picea Omorika weit näher stehen soll, als irgend eine der jetzt lebenden Picea-AYten. Hiermit wäre der eine und gewiss der wichtigste der von Wettstein-) geforderten Beweise für die Annahme einer ehemals grösseren Verbreitung der Picea Omorika erbracht; noch voll- kommener wäre er natürlich , w^enn sich Picea omorikoides Web. als identisch mit der von Wettstein in der Höttinger Breccie ent- deckten fossilen Picea erwiese , wodurch dann nicht nur ein Zu- sammenhang mit der im baltischen Bernstein (unteres Oligocän) vonConwentz und vielleicht auch mit der von Lakowitz in der ^) Sitzungsber. der Kais. Akad. d. Wiss. 1890. 2) C. A. Weber im Engl. Jahrb. 24, Heft 4. 185 untersten Stufe des Oligocäns hei Mühlhausen i. E. entdeckten ^) der Omorika sehr nahe verwandten Art festgestellt, sondern auch ein Beweis für das hohe Alter des in verschiedenen Perioden vor- kommenden Typus Omorika erbracht wäre, welcher in unserer Zeit nur mit centralasiatischen lebenden Arten verwan dl schaftliche Be- ziehungen aufweist. unsere Kenntnisse über fossile Centrospermen und Poly- gonaceen sind leider viel zu dürftig, um uns auch nur annähernd einen üeberblick über die ehemalige Verbreitung der einzelnen Gattungen und Arten zu gewähren; - doch um wieder auf das Beispiel der Omorika zurückzugreifen, war doch auch zuerst die lebende Art Picea Omorika entdeckt, dann kamen die fossilen Funde, aus welchen sich das Vorkommen des in Europa nach Südosten verdrängten Typus erklären liess; und ich glaube, nicht zu irren, wenn ich eine Analogie zwischen dem Rhaponticum und jenen Arten sehe, welche durch ihre isolirte systematische Stellung von den übrigen Pflanzen Europas und ihre verwandtschaftlichen Bande zu Arten der asiatischen Gebirge sich als üeberreste der Tertiärflora erweisen, zu welcher Zeit die Balkanhalbinsel im Osten wahrscheinlich mit Kleinasien zusammenhing, und die Pflanzen bei ihrer Verbreitung gegen Westen, um mit Eng 1er-) zu sprechen, ,in einem Gebiet von ziemlich gleichartigen klimatischen Verhält- nissen keine anderen Hindernisse als die Concurrenz der bereits jenes Terrain occupirenden Pflanzen zu überwinden hatten". Einige sind in Europa gänzlich ausgestorben (z. B. Pterocarya), andere haben sich an günstig gelegenen Stellen bis zum heutigen Tage lebend erhalten. Dass die Gebirge des Mittelmeergebietes, insbesondere jene der Balkanhalbinsel, welche im Diluvium eine geringere Abkühlung erlitten, diesen Gewächsen eine Zufluchtsstätte par excellence boten, ist von mehreren Autoren bereits zu einer Zeit hervorgehoben worden, als noch viele der in letzterer Zeit veröffentlichten überraschenden Entdeckungen noch ausstanden. Die Beweise häufen sich in dem Maasse, als die Floren der asiatischen und der Balkan- Gebirge genauer erforscht wurden. So wurde erst unlängst sowohl im Rho- dope- als auch im Balkan-Gebirge Rhododendron Kotschyi Simk. entdeckt, in einem Gebiet, das bisher als rhododendronfrei galt, und erst vor Kurzem scheint dieselbe Art im Kaukasus entdeckt worden zu sein ^) , von wo bisher kein kleines Rhododendron bekannt war. Dass Pflanzen, welche bei uns Gebirgsbewohner sind, in Asien bisweilen aufsteppen vorkommen {z.'Q.GnaphaliumLeontopodium*), 1) Engler, Vei-such einer Entwicklungsgesch. d. Pflanzenwelt, 1879, I., p. 43. 2) Herr Au trän in Genf zeigte mir im vorigen Herbst einen sterilen Zweig, der kaum anders zu deuten ist. 3) S. Wettstein, Geschichte unserer Alpenflora, 1896, p. 10. *) S. Lakowitz, Die Oligocänflora d. Umgeb. v. Mühlhausen 1895. 186 ist eioe bekannte Thatsache, so kann es uns nicht wundern, wenn das Rhrum Rhaponticum. welches in Europa das Rhodope- Gebirge bewohnt, im altaischen Gebiete auch in die Steppe herabsteigt. (Vgl. Led. Flor. Ross. TU., p. 497 und Pallas' Reise im Russ. Reiche I. [1801], p. 380, hier ebenfalls das Wort »Reven" genannt!) Budapest, am 6. März 1899. Beiträge zur Flora des Eisenljurger Comitats. Von Dr. A. Waisbecker (Grüns). (Schluss. 1) Picris hieracioides L. b) var. ruderalis Schm. ; in Güns. Crepis setosa Hall, b) f. hispida W. K. ; in Güns. C. tectorum L. b) f. segetalis Roth; in Güns. Galiiim verum L. b) var. atrachyphyllum Wallr. ; in Bernstein. G. parisiense L. b) var. anglieum Huds ; in Tömörd. c) f. interjectum m. ; die Früchte zerstreut und kurz borstig ; in Czäk und Szerdahely. Thymus praecox Op. b) var. aberrans m. Die Stengel sind ringsum mit zurückgebeugten kurzen und dazwischen mit zerstreuten abstehenden langen Haaren von der Länge des Stengel-Durch- messers bekleidet ; die Blätter sind eiförmig, spitz, deren Ränder meist gezähnelt, mit schwach ausgeprägten Sägezähnen; die obere Fläche wimperig behaart, an der unteren sind die Nerven dick, vorspringend und dem Rand entlang laufend ; der am Rand entlang laufende Nerv ist an der Stelle der Sägezähne entweder nur ein- geknickt und lauft weiter, oder aber ist er dort unterbrochen. Der Blütenstand ist länglich. — Scheint eine üebergangsform zu den Maryindti zu sein. — Wächst am Steinstöcklberg bei Bernstein 750 m s. m. auf Serpentin. Calamintha arvensis Lam. b) /, albiflora m. Blüten weiss. Auf Stoppelfeldern in Czäk. JSepeta pannonica Jacq, b) var. latifolia m. Der Stengel bis 1 m hoch, kräftig, steif, aufrecht, wenig ästig. Die Blätter breit, ei-herzförmig, die mittleren bis 4 cm breit und bis 6 cm lang, stumpf, sehr grob gekerbt, kahl. Die Trugdolden des trauben- förmigen Blütenstandes am Ende des Stengels und der Aeste sind sehr reich gabelig verzweigt, so dass manche Trugdolde bis 50 Blüten oder Blütenansätze trägt. Die Blüten sind nur halb so gross als an der typischen Form, röthlich, der Kelch dünn cylindrisch. Wächst auf Schutt in Czäk. Ballota nigra L. b) f. hirta Koch; c) f. urticifolia Ortm. ; beide in Güns. Prunella elatior Salis. (P. laciniata X vulgaris) Raine in Güns. 1) Vgl. Nr. 3, S. 106. 187 Ajuga Getievensis L. b) var. elatior Fries ; buschige Abhänge in Rattersdorf. Symphitum ofßcinale L. b) var. angustlfoUum Op. Baehufer in Güns. Myosotis palustris L. b) var. elatior Op. Bachufer in Glas- hütten a./L. Cuscuta Epithymum L. b) cardianthera G. Beck ; auf Genista pilosa in Bernstein. Veronica Beccdbunga L. b) var. Umosa Lej. ; in Liebing. F. aqnaticn Beruh. ; in Wassergraben in Güns. V. Chamaedrys L. b) f. Sternhergi Gel. c) var. camiifolia Hayne d) f. Rudolfiana Hayne; sämmtlich in Güns. F. spicata L. b) var. lancifolia Koch. Waldrand in Güns. Odontitcs verna Bell. var. macrocarpa m. (0. rubra Gil. var. macrocarpa m. in d. Oest. bot. Zeitschr. 1897. pag. 6; in Baenits Herb. Europaeum Nr. 9891). Weicht von der typischen Form ziemlich bedeutend ab durch den weniger verzweigten und spär- licher behaarten Stengel, die schmäleren Blätter, ferner durch kürzere Deckblätter und etwas breitere, kürzere Kelchzipfel, dann durch die im Verhältnisse zum Kelch grössere, denselben häufig überragende Kapseln, endlich auch durch die um etwa drei Wochen spätere Blütezeit. Es wächst diese Varietät in den Saaten von Redl- schlag bei Bernstein in einer Höhe von 7 — 800 m s. m.; kommt sehr zahlreich in Roggen — spärlich in anderen Saaten vor; blüht schon im Juni; um den 20. Juh, zur Zeit der dortigen Roggen- ernte, ist die bei weitem grösste Zahl dieses Odontites in der Frucht- bildung schon sehr vorgeschritten, somit deren Hauptblütezeit schon vorüber. In Gleichenberg (Steiermark) sammelte ich am 15. Juni 1894 die typische 0. verna meist mit sehr wenig entwickelter Frucht; wenn man nun die wegen hoher Lage und rauhem KHma bedeutend verspätete Vegetation der Redischlager Gegend in Be- tracht zieht, so ergibt sich kaum ein grösserer Unterschied als etwa drei Wochen für den Beginn der Blütezeit der beiden Formen ; es ist denn auch die var. macrocarpa eine entschieden präästivale Form. Prof. Borbas zieht in seiner Abhandlung: „De speciebus Odontitidium Hungariae", Term. füz. 1898, XXI, pag. 469, die var. macrocarpa als Synonym zur 0. verna Bell. var. pratensis Wirtg. ; letztere Pflanze kenne ich nicht, und bei der bis in die jüngste Zeit herrschenden Verwirrung in der Gattung Odontites dürfte es auch nicht leicht sein, festzustellen, welche Form darunter gemeint war; wenn aber, wie der Name sagt, damit eine Wiesen bewohnende Form bezeichnet wurde, und wie Borbäs (1. c. pag. 470) sagt, deren Blütezeit in der zweiten Hälfte des Juh beginnt, so ist die var. macrocarpa m. mit ihr ebensowenig identisch, wie mit den von Borbäs in Gösfa, Reese und Szt. György (Fundort?) im Sep- tember gesammelten, somit entschieden postästivalen Formen, nach- dem die var. macrocarpa bis nun blos in Saaten gefunden wurde und eine entschieden präästivale Form ist. Die Angabe Prof. Borbäs' 188 (1. c. pag. 470) betreffs der Blütezeit ist in Bezug auf die var, macro- curpa m. bestimmt unrichtig; von der Dififerentialdiagnose aber, welche Prof. Borbäs 1. c. pag. 469 gibt, ist nicht gesagt, ob sie nach authentischen Exemplaren der 0. pratensis Wirtg. oder nach den von mir ihm wiederholt gesendeten Exemplaren der var. macro- rarpa gegeben ist. mit welch" letzterer übrigens diese Diagnose nur zum Theil stimmt. 0. serotwa Lam. b) var. stenodonta Borb. (1. c). Formen mit längeren Deckblättern und schmäleren Kelchzipfeln kommen mit der typischen Form auch in Güns vor. nur finde ich diese durch zahl- reiche üebergänge mit der typischen derart verbunden, dass sie schwer davon abzugrenzen sind, c) f. alhiflora Lam. 1786 (var. Itucantlia Borb. 1898 et non vidit). Einige weissblühende Pflanzen fand ich 1897 in Güns; interessant ist, dass gerade diese Stücke beim Trocknen ihre grüne Farbe schön beibehalten haben, d.) f. tortiiosa m. Der Stengel etwa 45 cm hoch, die Aeste und der Gipfel verlängert und schlängelig gekrümmt; über den Aesten trägt der Stengel mehrere, an manchen Exemplaren bis zehn Paar Blätter ohne Ülüten; die Traube lockerblütig. Kommt zerstreut an Acker- rainen in Güns vor. (). lutea Reichb. a) f. typica, welche nach Borbas (1. e. pag. 451) in Ungarn sehr selten sein soll, kommt mit b) var. lini- folia Don vermischt, wie ich schon in d. Oest. bot. Zeitschr. 1895, pag. 144, berichtete, im Kastanienhaine in Güns zahlreich vor. c) f.pufictata m. Die auch an den anderen Formen vorkommenden, am Stengel nach abwärts, an den Blättern nach vorwärts sichel- förmig gekrümmten Haare sind bei dieser Form an der Basis zwiebeiförmig verdickt, der verdickte Theil braun bis schwarzbraun gefärbt; dadurch erscheinen Stengel sowohl wie die Blätter klein punktirt; kommt vor mit den Vorigen in Güns. lihinanthus wiwor Ehr. b) var. vitulatiis QixqtclW; Waldschlag in Güns. Melampyrmn nemorosum L. b) var. virens Klett et R. in Czak. Lihanutis montanu Cr. b) var. perpinnata m. Die Blätter sind gross und vierfach fiederschnittig; zu bemerken ist aber, dass dabei die Hauptspindel bis nahe zur Spitze, die Spindel der Fiedern erster Ordnung zur Hälfte rundlich und ungeflügelt ist; das erste Fiederpaar zweiter Ordnung sitzt knapp an der Abzweigung der Spindel, die anderen entfernt von einander: die Fiedern zweiter Ordnung sind wieder doppelt fiederschnittig; die Segmente letzter Ordnung sind sowohl an den unteren als an den oberen Blättern viel schmäler als bei der typischen Form; die Doldenstrahlen und Früchte mehr behaart. In verlasseneu Steinbrüchen in Güns. — Die Dolden und Döldchen der L. montana sind gewöhnlieh schön ge- wölbt, an manchen Formen jedoch ganz flach =-• c) i. planiflora ra. Hüllblätter sind an manchen Formen blos 1 — 3, oder fehlen ganz = d) f. desinvolucrata m. Gemischt mit normalen, kommen 189 an raauchen Dolden fiedertheilige, blattige Hüllblätter vor. Sämmt- liche Formen in Güns. Peucedanum Ostruthium Koch {Imperatoria Ostruthinm L.) kommt in Grasgärten in Pilgersdorf verwildert in Gesellschaft von Aegopodium Podagraria L. und Änthriscus silvestris L. an mehreren Stellen vor, wo ich sie schon seit Jahren beobachte: blüht und fruchtet alljährlich. P. cervaria L. b) f. angustisecta m. Die Segmente letzter Ordnung sind schmal, eilänglich, blos 4 — 8 mm breit an der Basis. An Weingärten, rainen in Güns. Eanuncidus Flammula L. b) var. tenuifolius Wallr. In Wiesengräben in Güns e) var. serratus DO; auf nassen Wiesen in Güns. R. polyanthemus L. b) var. midtiflorus DO. Am Steinstückl- berg bei Redlschlag. Fumaria officinalis L. b) var. tenuiflora Fr. Baine in Güns. F. Vaillantii Lois. Grabenrand in Pose. Roripa austriaca Bess a) f. latifolia m. Die Blätter sind verkehrt eilänghch oder breit lanzettlich, fiederspaltig oder grob gezähnt; in Gräben in Güns b) f. angustifolia m. Die Blätter lan- zettlich oder schmal lanzettUch, klein gezähnt. An Rainen in Güns. R. silvestris Bess b) var. siliciäosa Neilr. Auf Aeckern in Güns c) var. rivularis Reichb. In Gräben in Pose. Capsella hursa pastoris Moench. b) f. subapetala Jung; in Güns. Raphanus sativus L. b) var. silvestris Koch; auf Schutt in Güns und Rechnitz. Viola Badensis Wiesb. ( V. alba X hirta) ( F. alba Bess var. scotophylla Waisb. pro parte, non Jord). An buschigen Orten in Czak, Scleranthus perennis L. h) var. microcarpa G. Beck; in Redl- schlag. Herniaria glabra L. b) f. glaberrima G. Beck; in Güns und Szerdahely. Stellaria media L. b) var. neglecta Weihe (var. major Koch) ; in Weingärten in Güns. Cerastium viscosum L. (C. glomeratum Thuill) b) var. ovale- apetaluin Whe. (C apetaluni Dum); am Bachufer in Güns. C. arvense L. b) f. stichotrichum m. Zweireihig behaart; in Glashütten a./S. Lychnis flos cuculi L. b) f. albiflora m. Blüten weiss ; auf feuchten Wiesen in Güns; nicht selten. Hypericum humifusum L. b) var. dectimbens Peterm. ; Wald- schläge in Güns. Acer pseudo-platanus L. b) var. siibobtusum D. 0. ; Wälder in Güns. Lytlirum salicaria L. b) var. angustifölium m. Der Stengel kräftig, etwa 150 cm hoch, ästig, die Blätter zu 3 wirtelig. 190 schmal, lineal lanzettlich. 8—10 cm lang, dabei an der Basis blos 10 — 12 mm breit; die etwas kleineren Blüten stehen in lockeren Trauben; an Gräben in Güns. Sorbus aucuparia L. b) var. lanuginosa Kit. ; Bergwälder um Güns. S. Aria Cr. b) var. denticulata m. Die Blätter des Blüten- astes sind bei dieser Varietät sämmtlich kleiner und weniger rund- lich als bei der typischen Form, oval und einfach fein gesägt: in den Wäldern in Güns. JPotentillapseudo-serpentinim.(P. serpentini X glandu- iifera). lieber diese in Bernstein und Redlschlag zwischen den Eltern auf Serpentin gar nicht selten vorkommende, bald der P. (jlanduUfera Kras. bald wieder der P. serpentini Borb. näher- stehende Hybride, ist ausser dem in der Oest. bot. Zeitschr. 1897, pag. 9, Gesagten noch zu bemerken, dass die äusseren Kelchzipfel lanzettlich, gewöhnlieh länger und schmäler sind, als bei der P. glanäulifera, hingegen breiter als bei der P. serpentini. Trifolmm rubens L. var. ciliatum m. Der Stengel unter den Köpfchen abstehend behaart, der freie Theil der Nebenblätter am Rande, die Blättchen an der Mittelrippe, mit zerstreuten ab- stehenden wimperigen Haaren besetzt. Waldschläge in Güns. D.orycnium herbaceum Vill. b) var. micranthum m. Die Stengel sind reich verzweigt, die Blättchen kurz, verkehrt eiförmig, die kleinen 3-5—4 mm langen röthlichen Blüten sind kurz gestielt und bilden sehr kleine Köpfchen; mit der typischen Form in Güns. Lotus tenuifolius L. b) var. major Scop. ; Gräben in Güns. Vicia silvatica L. ; Waldschlag in Güns. V. Cracca L. b) var. linearis Peterm., c) var. tenuifolia Both, d) f. serica Peterm., e) f. pseudo-cassubica Kl. & R. ; sämmtlich in Güns. F. segetalis Thuill. b) f. rosea m. Die Blüten sind so gross wie bei der typischen Form, jedoch blass röthlich; auf den Feldern in Geresdorf und Pilgersdorf kommt gewöhnUch nur diese Form vor. Literatnr-Uebersicht '). Februar und März 1899. Adamoviö L. Kritische floristische Bemerkungen zur Flora von Serbien. (AUg. botan. Zeitschr. V. Nr. 3. S. 37—39.) 8^ Behandelt Delphinium fissum W. K., resp. das mit demselben synonyme 2>. midzurense Form. 1) Die „Literatur-Üebersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Oesterreich-Üngarn er- scheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direct oder indirect beziehen, femer auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung thun- lichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaction. 191 Alföldi Flatt Käroly Agrostologia es gazdasägi szakoktatasunk. (Budapest.) Kl. 8°. 40 p. Bauer E. Polytrichum juniperinum Willd. nov. var. Resinkii. (Allg. bot. Zeitschr. 1899. Nr. 2. S. 22.) 8». Bei Haarlem; leg. Resink. Anders Jos. Lichenologisches vom Jeschken. (Mitth. des nord- böhm. Excurs.-Clubs. Bd. XXII. S. 63—66.) 8«. Burgerstein A. Beiträge zur Xylotomie der Pruneen. (Verh. d. k. k. zool. botan. Ges. Bd. XLIX. 1. Heft. S. 28—32.) 8^ Hauptergebniss : „Es kommen bestimmte Eigenthümlichkeiten im Holz- baue gewissen Arten der einen Familie (Pomaceen, Pruneen) zu und fehlen anderen Arten derselben Familie ; es fand sich aber kein einziges xylotomisches Merkmal, welches allen Arten, beziehungsweise Gattungen der einen oder der anderen Familie — und nur diesen — zukommen würde." Öelakovsky L. jun. Anatomicke rozdily v listech ramosnich Spar- ganii. (Schriften der tscheeh. Akademie. Math.-naturw. Cl. 1899.) 8". 11 p. 3 Taf. Die Abhandlung, der ein deutsches Resume beigegeben ist, betrifft die anatomischen Unterschiede in den Blättern der ramosen Sparganien. Aus den- selben ergibt sich u. A. die morphologische Selbständigkeit des Sp. miero- carpum Öel. sen. und die Möglichkeit, die in Betracht kommenden Arten anatomisch zu unterscheiden. Nektere oztahy mezi dychanim a pohyby organismuv aerobnich. (1. e. 1898.) 8°. 8 p. püsobeni nedostatku Kyslika na pohyby nekterych organismü aerobnich. (1. c. 1899.) 8". 31 p. Czapek F. Heber die sogenannten Ligninreactionen des Holzes. (Hoppe-Seyler's Zeitschr. f. physiol. Chemie. Bd. XXVII. Heft 1/2. S. 141—166.) 8". Ausführliche Darlegung der vom Verf. bereits kurz (Vgl. diese Zeitschr. Nr. 3, S. 108) mitgetheilten Untersuchungen und Fortführung derselben. Verf. constatirt. dass die von ihm entdeckte, das Holz charakterisirende Sub- stanz, das Hadromal, im Holze an Cellulose gebunden ist, und dass der- jenige Bestandtheil der verholzten Membran, welcher die Ligninreactionen verursacht, neben einer sehr geringen Menge freien Hadromals ein Hadroraal- CeUuloseäther ist. Gutwinski R. Ueber die in der Umgebung von Karlsbad im Juli 1898 gesammelten Algen. Ein Beitrag zur Algenflora Böhmens. (Botan. Centralbl. 1899. Nr. 14. S. 3—10.) 8°. 2 Fig. Anführung zahlreicher für das Gebiet von Karlsbad, resp. Böhmen neuen Algen; überhaupt neu: Cosmarium bohemicum Gutw. und C. Agardliii Gutw. Haberlandt P. Ueber experimentelle Hervorrufung eines neuen Organes bei Conocephalus ovatus. (Festschrift f. Sehwendener.) gr. 8«. Inhalt! I. Die normalen Hydathoden, II. Die Ersatz-Hydathoden, III. Theoretische Bemerkungen. Heinricher E. Ueber die Regenerationsfähigkeit der Adventiv- knospen von Cystopteris bulbifera und der Cystopteris- Arten über- haupt. (Festschrift f. Sehwendener 1899. p. 150. Taf. VI.) gr. 8". 192 Linsbauer K. Beiträge zur vergleichenden Anatomie einiger tro- pischer Lycopodien. (Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Wien. Math.-aaturw. Gl. Bd. CVII. 1. Abth. S. 995—1030.) 8". 3 Taf. Die Untersuchungen die Verf. betreffen Lycopodiuin Phlegmaria, L. filiforme, L. numniulariforme, L. serratum, L. clavatum form, divari- catum, L. volubile, L. complanatum f. thyoides. Lins bau er L. Die Lichtverhältnisse des Wassers speciell mit Rück- sicht auf deren biologische Bedeutung. (Naturw. Wochenschr. Bd. XTIL Nr. 30. 1898). Maly K. F. J. Floristicki Prilozi. (Glasnik zematjskog Muz. Bosn. i. Herceg. XL p. 127—150.) gr. 8^ Beiträge zur Flora Bosniens und Tirols. Neu besehrieben werden: Vicia oroboides Wulf. var. Sarajevetise Maly, Galeopsis Tetrahit L. subsp. Beckii Maly, Satureia Bosniaca (thymifolia X Culamintha) Maly, Melampyrum nemorosum L. lus. Sarajevense Maly, M. Hoermaniiianum Maly, Alectorolo- phus abhreviatus (Murh.) Maly, Pedicularis Hoermanniana Maly, Hieracium cruentnm N. P. subsp. Mannagettianum Maly, H. florentiniim All. suhsp. furcato-cincinnatum Maly, H. stupposu7n Echb. ß öbovatifolium Maly, H. Trehovicianum Maly. Molisch H. Botanische Beobachtungen auf Java. IIL Abh. Die Secretion des Palmvreines und ihre Ursachen. (Sitzungsber. d. Akad. d. Wissensch. Wien. Math.-naturw. Ol. CVIL Bd. 1. Abth. S. 1247—1271.) 8°. Ueber die wichtigsten Eesultate der Abhandlung vgl. Nr. 2, S. 74. Murr J. Einiges Neue aus Steiermark, Tirol und Oberösterreich. (Allg. botan. Zeitschr. V. Nr. 2. S. 23-24 Nr. 3. S. 41—42.) 8''. Neben mehrfachen floristischen Angaben werden neu beschrieben : Erigeron Khekii Murr bei Mautern in Steiermark, E. Breunius Murr Brenner, E. Huteri Murr (neglectus X alpinus) Platzerberg bei Gossen- sass; Hieracium dentatum Hoppe subsp. Waldense Murr Hühnerkaar bei Wald, Steiermark. Nemec B. Zur Physiologie der Kern- und Zelltheilung. (Botan. Centralbl. 1899. Nr. 8. S. 241—251.) 8^ Fig. PaUa E. Ueber die Gattung Pht/Uactinia. (Ber. d. deutsch, botan. Ges. Bd. XVIL Heft 2. S. 64-72.) 8". 1 Taf. In dem ersten Theile der Abhandlung beschreibt der Verf. eine von ihm in Mittelsteiermark auf Berberis aufgefundene neue Phyllactinia, die er Ph. Berberidis nennt. — Der zweite Theil behandelt die Haustorien von Phyllactinia; Verf. fand, dass bei dieser Gattung Hyphen durch die Spalt- öffnungen in die Intercellularen des Schwammparenchyms eindringen und von dort Haustorien in die Schwammparenchymzellen entsenden. Protits G. Beitrag zur Kenntniss der Flora der Umgebung von Vares in Bosnien. (Schriften des bosn.-herc. Landesmuseums in Sarajevo. X. Nr. 4.) 8«. 50 S. Mit Ausnahme der lateinischen Pflanzennamen mit serbischen Lettern gedruckt. Rehmann et Baenitz ißeracmm caesiuniYv. Subspee. velecense. (Allg. bot. Zeitschr. 1899. Nr. 2. S. 22.) 8°. Bosnien, Velez-Gebirge ; leg. Baenitz. 193 Yierhapper Fr. Zur Systematik und geographischen Verbreitung einer alpinen Diawf/ms-Gruppe. fSitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Wien. Math.-naturw. Cl. Bd. OYII. Abth. 1. S. 1057 bis 1170.) 8". 2 Taf. u. 1 Karte. Ueber die wichtigsten Eesultate dieser sorgfältigen und in ihren Ergebnissen beachtenswerthen monographischen Studie vgl. diese Zeitschr. 1898. S. 363. Wagner H. Eine Exeursion in der Umgebung von Gyimes. (Sieben- bürgen). (Allg. botan. Zeitschr. V. Nr. 3. S. 42—43.) 8°. All escher A. Fungi imperfecti. Eabenhorst's Kryptogamenflora. 2. Aufl. Bd. I. 6. Abth. Lieferung 64. Leipzig (E. Kummer.) 8°. S. 321—384. Die vorliegende Lieferung behandelt die Gattung Phoma (Schluss), ferner Nachträge zu Phi/llosticta und die Gattungen Macrophoma, Apo- sphaeria (Beginn). Beyer E. lieber Limim Leonii Schultz und einige andere Formen der Gruppe Adenoliniim Echb. (Verh. d. bot. Ver. d. Prov. Brandenburg. XL. Jahrg. S. LXXXII -XCIV.) 8". Verf. hat die bekanntlich systematisch schwierigen B'ormen der im Titel genannten Section studirt und theilt einige bemerkenswerthe Eesultate mit. Er gibt eine genaue Unterscheidung der drei Arten L. perenne, alpinum u. austriacum, zeigt auf Grund von Originalexemplaren, dass das L. Leonii dem L. alpinum am nächsten steht, und dass bei Gorse nächst Metz, einem der bisher bekannten Standorte von L. Leonii, nicht dieses, sondern eine andere Form vorkommt, die er L. Petryi nennt. Schliesslich macht er auf eine von Eos tan in den Cottischen Alpen gesammelte Form aufmerksam, die er als L. glanduliferum neu benennt, auf das Vorkommen von dem L. extraaxillare nahestehenden Formen von L. alpinum und von jenem selbst in den Alpen (Eiva; leg. Stroh 1, intermediaere Form. — Alpen; leg. Sicher? L. extraaxillare), endlich auf einige Formen von L. perenne. Caedwell 0. W. The life-history of Lemna minor. (Botan. Gazette Vol. XXVII. Nr. 1. p. 37—66.) 8°. 59 Fig. Chesnut V. K. Principal poisonous plants of the United States. (U. S. Departm. of Agric. Divis, of Bot. Bull. Nr. 20.) 8". 60 p. 34 Fig. Errera L. Heredite d'un caractere acquis chez un Champignon pluricellulaire d'apres les experience de M. D. Hunger, faites ä rinstitut botanique de Bruxelles. (Bull, de Acad. roy. de Belg. 1899. Nr. 2.) 8°. Verf. berichtet über experimentelle Untersuchungen Hunger's, bei welchen es diesem gelang, durch allmälige directe Anpassung die Sporen von Aspergillus niger bei immer höheren Concentrationsgraden der Nähr- flüssigkeit zum Keimen zu bringen. Die Untersuchungen bilden einen werth- vollen Beleg für die Lehre von d